Berlin, den 15. Mai 2007. Einen umfangreichen Bericht über die soziale Ausgrenzung von Flüchtlingen in sieben europäischen Staaten hat der Jesuiten-Flüchtlingsdienst Europa heute in Brüssel vorgestellt. Behandelt wird die Situation in Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Malta, Portugal und Rumänien. Die Rechtslage ist in den einzelnen Staaten unterschiedlich. Überall jedoch werden Flüchtlinge, vor allem wenn sie nicht abgeschoben werden können, mit staatlichen Maßnahmen an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Ihre sozialen Menschenrechte werden zum Teil gezielt verletzt.
Viele Flüchtlinge erhalten in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union kein Aufenthaltsrecht, können aber auch nicht abgeschoben werden, weil die Rückkehr in den Herkunftsstaat unmöglich ist. Diese Menschen befinden sich häufig in einem rechtlichen „Niemandsland“. Immer wieder werden ihnen selbst die grundlegenden staatlichen Hilfen wie Nahrung, Wohnung, Gesundheitsversorgung oder Zugang zum Bildungssystem verweigert.
Dies sind die Ergebnisse von 54 Interviews, die der Jesuiten-Flüchtlingsdienst Europa vor allem mit Betroffenen, aber auch mit Hilfsorganisationen geführt hat. Auch in Deutschland wurden solche Interviews geführt. Pater Martin Stark SJ, der Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes Deutschland, fasst die Ergebnisse wie folgt zusammen: „Besonders Menschen mit einer Duldung und Menschen ohne jeglichen Aufenthaltsstatus sind in Deutschland Opfer gezielter Ausgrenzung. Der Zugang zur medizinischen Versorgung ist ihnen entweder vollständig versperrt oder zumindest stark eingeschränkt. Sie können häufig ihre Kinder nicht in die Schule schicken und sind zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes auf Schwarzarbeit angewiesen.“
Die 167-Seiten umfassende Studie „We Are Dying Silent – Report on Destitute Forced Migrants“ (in englischer Sprache) finden Sie auf der Internetseite www.jrseurope.org.
Hier finden Sie die Pressemeldung im pdf-Format: http://www.jesuiten-fluechtlingsdienst.de/JRS/files/PM%20Destitutes%20Report%202007-05-15.pdf
Weitere Dokumente zum Downloaden:
Studie: http://www.jrseurope.org/EPIM/Destitute%20Forced%20Migrants.pdf (1,69 MB)
Zusammenfassung: http://www.jrseurope.org/EPIM/Executive%20Summary%20for%20website.pdf (36,3 KB)
Hauptforderungen: http://www.jrseurope.org/EPIM/Policy%20Positions%20for%20Website.pdf (51 KB).
Weitere Informationen
Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS)
Witzlebenstraße 30a
14057 Berlin www.jesuiten-fluechtlingsdienst.de
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Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst wurde 1980 angesichts des Elends der vietnamesischen Bootsflüchtlinge gegründet. Als internationale Hilfsorganisation ist der JRS heute in über 50 Ländern vertreten. In Deutschland ist der JRS vor allem in Berlin, Eisenhüttenstadt und München aktiv. Die Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Seelsorge in der Abschiebungshaft sowie die Betreuung nach der Freilassung, Verfahrensberatung bei Aufenthaltsproblemen, Härtefallberatung, Stellungnahmen zu Ausländerrecht und Ausländerpolitik, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für Flüchtlinge und Migranten sowie die Rekrutierung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen für weltweite Einsätze.
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… Selbstmordversuch eines Abschiebungshäftlings anlässlich der hohen ihm in Rechnung gestellten Haftkosten und der anschließenden Protestaktionen im Abschiebungsgewahrsam in Berlin-Köpenick fordert der Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS, jetzt die Frage die Haftkosten zu überprüfen.
Nach dem Aufenthaltsgesetz (§ 66 Abs. 1) hat ein Ausländer die Kosten seiner …
Berlin, 19. Januar 2007. Eine positive Bilanz des Rechtshilfefonds für Abschiebungshäftlinge zieht der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS). Im vergangenen Jahr kamen 20.404 Euro an Spenden zusammen. Damit finanzierte der JRS für 61 Abschiebungshäftlinge in Berlin und Brandenburg Rechtshilfe, für 32 von ihnen erstritten Anwälte die Entlassung aus der Haft. …
… keine Rechtsmittel in höheren Instanzen einlegen, da dort Anwaltszwang herrscht. „Wir wollen Chancengleichheit vor Gericht herstellen“, begründet Dieter Müller vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst die Einrichtung des Fonds.
Die Unterzeichner hoffen, zukünftig wenigstens für einen kleinen Teil der Abschiebungshäftlinge in Bayern anwaltliche Hilfe sicherstellen …
Brüssel, 15. Dezember 2005
Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS (Jesuit Refugee Service) hat einen Journalistenwettbewerb ausgeschrieben. Nachwuchsjournalisten sollen ermutigt werden, die reale Situation von Flüchtlingen in Europa in den Blick zu nehmen und zu recherchieren. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst lädt Journalistikstudenten und Absolventen von …
Bei einer Preisverleihung am Sitz des Europäischen Parlaments in Brüssel hat der Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS (Jesuit Refugee Service) die Gewinner eines Wettbewerbs für europäische Nachwuchsjournalisten ausgezeichnet.
Den ersten Preis erhielt der dänische Student Kasper Tveden Jensen für seinen Artikel 'Suicidal Silence' (Selbstmörderisches Schweigen). …
… Projekt mit sudanesischen Flüchtlingen und war von 2008 bis 2012 Regionaldirektor des Jesuit Refugee Service (JRS) in Ostafrika. Seit 2012 leitet er den Jesuiten-Flüchtlingsdienst Deutschland, der in Berlin, Brandenburg und München tätig ist und vertritt das Erzbistum Berlin in der Härtefallkommission des Landes.
Rogate-Frage: Pater Pflüger, Sie sind …
… 03.02.2010 rügt das Verwaltungsgericht nun, dass das BAMF die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes zu Rückschiebungen nach Griechenland nicht berücksichtigt habe. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst hat das Verfahren mit Mitteln aus seinem Rechtshilfefonds für Abschiebungshäftlinge unterstützt (VG 5 L 314/09.A).
Aufgrund der eklatanten Missstände im …
Berlin, 17.3.2009 (jrs) – „Abschiebungshäftlinge dürfen in Deutschland nicht länger in Strafhaftanstalten untergebracht werden“, fordert Martin Stark. Der Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes Deutschland verweist auf die Rückführungsrichtlinie der EU, die eine getrennte Unterbringung fordert. „Zudem muss entsprechend den europäischen Vorgaben mehr …
Brüssel, 14. November 2007 - Einen Wettbewerb für Nachwuchsjournalisten schreibt der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (Jesuit Refugee Service, JRS) aus. Der Wettbewerb soll das Bewusstsein für die humanitäre Situation von Flüchtlingen in Europa schärfen. An dem Wettbewerb können Journalistikstudenten und Absolventen von Journalistenschulen bis zu 12 Monate …
… 2009. Abschiebungshaft wird zu schnell, zu häufig und zu lange beantragt und verhängt. Für zwei Drittel aller Fälle, die durch einen Rechtshilfefonds des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes in Bayern, Berlin und Brandenburg, unterstützt wurden, konnte eine Entlassung aus der Haft erreicht werden. Die betroffenen Personen waren somit rechtswidrig oder rechtsfehlerhaft …
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