(openPR) Mogadischu/München - Aufgrund der massiv verschlechterten Sicherheitslage in Mogadischu sind SOS-Einrichtungen vorübergehend evakuiert worden. Kinder und ihre Mütter wurden aus dem SOS-Kinderdorf der somalischen Hauptstadt gebracht. Sie kamen bei Verwandten oder Bekannten der Mütter in kampffreien Zonen Mogadischus unter. In den vergangenen Tagen hatte es in unmittelbarer Nähe des Kinderdorfs immer wieder schwere Kämpfe zwischen äthiopischen Regierungssoldaten und islamistischen Milizen gegeben, vereinzelt schlugen Raketen und Granaten im SOS-Kinderdorf ein. Im SOS-Kinderdorf Mogadischu leben 82 Kinder, 13 Jugendliche und rund 30 SOS-Mitarbeiter.
Wilhelm Huber, regionaler Koordinator der SOS-Projekte in Somalia, sagte: „Ich hoffe, dass sich die Situation in Kürze soweit beruhigt, dass die SOS-Familien in ihr Dorf zurückkehren können“. Bereits vor einigen Tagen waren im Kinderdorf mehrere Granaten eingeschlagen: Zwei davon explodierten auf dem Fußballplatz, eine zerstörte eine Mauer zwischen Schule und Sportplatz, eine weitere detonierte im Lehrerhaus. Die Schule bietet Platz für 500 Schülerinnen und Schüler. Da derzeit jedoch Schulferien sind, wurde bei den Einschlägen niemand verletzt. In Mogadischu gibt es ein SOS-Kinderdorf, ein SOS-Jugendhaus, einen Kindergarten, zwei SOS-Schulen, eine Krankenschwesternschule, eine SOS-Mutter-Kind-Klinik und SOS-Nothilfeprogramme.
Wegen der Kämpfe konnten die Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfs, die außerhalb des Geländes wohnen, zuletzt nicht mehr zur Arbeit erscheinen. Das betrifft auch das medizinische Personal der SOS-Mutter-Kind-Klinik, die jährlich etwa 300.000 Patienten versorgt. „Die Situation in Mogadischu ist chaotisch“, bestätigte Claudio Croce, Projektleiter von SOS-Kinderdorf in Mogadischu. „Jetzt bekämpfen sich nicht nur die Armee der Übergangsregierung und die Islamisten, sondern auch die Clans. Und viele der Clan-Mitglieder leben in der Nachbarschaft des Dorfes. Langsam weiten sich die Kämpfe zu einem Guerilla-Krieg aus!“
Ab ca. 15 Uhr steht unter www.medienkontor-audio.de/beitraege/sos-kinderdoerfer ein aktuelles Interview mit dem regionalen Koordinator der SOS-Projekte in Somalia, Wilhelm Huber, zur Verfügung.
München, den 23.04.2007
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1949 gründete Hermann Gmeiner das erste SOS-Kinderdorf der Welt in Imst in Tirol. Seine Idee: Jedes verlassene, Not leidende Kind sollte wieder eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf haben, in dem es wie andere Kinder in Geborgenheit heranwachsen kann. Aus diesen vier Prinzipien ist eine weltweite Organisation entstanden, die sich hauptsächlich über private Spenden finanziert. In derzeit 470 SOS-Kinderdörfern in 132 Ländern finden die Kinder ein neues, sicheres Zuhause. Neben den SOS-Kinderdörfern gibt es zudem über 1.300 SOS-Zusatzeinrichtungen, wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren, Krankenstationen und Nothilfeprojekte, die auch der armen Nachbarschaft der SOS-Kinderdörfer offen stehen.
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