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Besonderheiten bei Kündigung eines im christlichen Tendenzbetrieb beschäftigten Arbeitnehmers

18.04.200720:28 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Besonderheiten bei Kündigung eines im christlichen Tendenzbetrieb beschäftigten Arbeitnehmers
Rechtsanwalt Jörg Halbe, LL.M. oec.
Rechtsanwalt Jörg Halbe, LL.M. oec.

(openPR) Nach der Legaldefinition des § 118 Abs. 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) versteht man unter einem Tendenzbetrieb u.a. einen Betrieb, der unmittelbar und überwiegend politischen, konfessionellen oder karitativen Bestimmungen dient. Ein geradezu klassischer christlicher Tendenzbetrieb ist etwa der katholische Kindergarten.



Grundsätzlich findet der allgemeine und besondere Kündigungsschutz auch auf die in Tendenzbetrieben beschäftigen Arbeitnehmer Anwendung. Allerdings bestehen Besonderheiten insoweit, als dass eine personen- oder verhaltensbedingte ordentliche und gegebenenfalls gar außerordentliche Kündigung in Abweichung von dem ansonsten stets zu beachtenden Diskrimierungsverbot gerechtfertigt sein kann, wenn der von der Kündigung betroffene Arbeitnehmer der Tendenz, die man vereinfacht auch als Weltanschauung bezeichnen könnte, nachhaltig zuwiderhandelt. Selbst außerdienstliche Verhaltensweisen, die mit der Weltanschauung des Tendenzbetriebs nicht vereinbar sind, können die Kündigung rechtfertigen.

So haben z.B. nach der „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“ nichtkatholische Arbeitnehmer in katholischen Tendenzbetrieben die „Wahrheiten und Werte des Evangeliums“ zu achten, katholische Arbeitnehmer in katholischen Tendenzbetrieben die „Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre“ anzuerkennen und zu beachten. Für die Kündigung aus kirchenspezifischen Gründen gelten als schwerwiegende Loyalitätsverstöße insbesondere der Kirchenaustritt, öffentliches Eintreten gegen tragende Grundsätze der katholischen Kirche oder schwerwiegende persönliche sittliche Verfehlungen.

Ein absoluter Kündigungsgrund wird den Kirchen damit freilich nicht eingeräumt. So kann sich die Unwirksamkeit einer hierauf gestützten Kündigung etwa aus der Möglichkeit einer als milderes Mittel zur Verfügung stehenden Abmahnung oder der möglichen Weiterbeschäftigung auf einem anderen, tendenzfernen Arbeitsplatz ergeben. In diesem Fall ist eine auf einen vorgeblichen Loyalitätsverstoß gestützte Kündigung unter dem Gesichtspunkt der ultima ratio unwirksam. Es empfiehlt sich dringend die Erhebung einer Kündigungsschutzklage.

Der Beitrag ist Teil des Wagner Halbe Online-Lexikons zum Kündigungsschutz im Arbeitsrecht auf www.onlinelexikon-arbeitsrecht.de. Das Online-Lexikon zum Kündigungsschutz im Arbeitsrecht soll dem geneigten Leser die zentralen Begriffe des Kündigungsschutzes leicht verständlich erklären und sowohl dem Arbeitgeber als auch dem von einer Kündigung betroffenen Arbeitnehmer Kündigungsschutztatbestände aufzeigen. Das Lexikon befindet sich im Aufbau und wird ständig erweitert und aktualisiert. Teil I erstreckt sich von Abmahnung über Betriebsrat bis Diskriminierungsverbot, Teil II von Elternzeit über geringfügiges Beschäftigungsverhältnis bis Heimarbeit. Die Reihe wird fortgesetzt von I wie Insolvenz über krankheitsbedingte Kündigung bis L wie Leiharbeit. Mehr hierzu auf www.onlinelexikon-arbeitsrecht.de

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