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Erhöhtes Demenzrisiko durch Nitrat im Trinkwasser

28.02.202613:13 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Erhöhtes Demenzrisiko durch Nitrat im Trinkwasser
Der Einfluss unserer Ernährung auf das Demenzrisiko durch Nitrat
Der Einfluss unserer Ernährung auf das Demenzrisiko durch Nitrat

(openPR) Neue Langzeitstudie: Nitrat aus Gemüse senkt Demenzrisiko – Nitrat aus Fleisch und Trinkwasser erhöht Risiko

In der Vergangenheit wurden wir öfters in Beratungen gefragt, wie es denn sein kann, dass Nitrat im Trinkwasser gefährlich sein soll, denn im Gemüse ist ja auch Nitrat drin. Unsere Vermutung war immer, dass in Pflanzen das Nitrat anders gebunden ist und deshalb kein so hohes Risiko wie im Leitungswasser darstellt. Dies hat eine nun vorliegende Studie in Bezug auf das Demenzrisiko bestätigt.

27-jährige Kohortenstudie mit über 54.000 Teilnehmenden zeigt klare Unterschiede je nach Nitratquelle

Eine große prospektive Langzeitstudie aus Dänemark liefert neue Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Nitrataufnahme und Demenzrisiko. Entscheidend ist demnach nicht die Gesamtmenge an Nitrat, sondern dessen Quelle: Während Nitrat aus Gemüse mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden war, zeigte sich für Nitrat aus tierischen Lebensmitteln, verarbeiteten Fleischprodukten und Trinkwasser ein erhöhtes Risiko.

Die Ergebnisse stammen aus der „Danish Diet, Cancer and Health Study“, in der 54.804 Erwachsene über einen Zeitraum von bis zu 27 Jahren beobachtet wurden. Während der Nachbeobachtung entwickelten 4.750 Personen eine Demenz, darunter 191 Fälle mit frühem Erkrankungsbeginn vor dem 65. Lebensjahr.

Pflanzliches Nitrat mit schützender Assoziation

Teilnehmende mit der höchsten Aufnahme von Nitrat aus pflanzlichen Quellen – insbesondere grünem Blattgemüse und Wurzelgemüse – hatten ein rund 10–11 % niedrigeres Risiko für eine Demenz im Vergleich zu Personen mit niedriger Aufnahme. Bei früh einsetzender Demenz war der Zusammenhang noch ausgeprägter, mit Risikoreduktionen von bis zu etwa 30–40 %.

Als möglicher Mechanismus wird die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) diskutiert, das Gefäßfunktion, Durchblutung und neuronale Signalprozesse unterstützt. Gleichzeitig enthalten pflanzliche Lebensmittel antioxidative Begleitstoffe wie Vitamin C, Polyphenole und Folat, die die Bildung potenziell schädlicher Nitrosamine hemmen können.

Erhöhtes Risiko bei tierischen Nitratquellen und verarbeitetem Fleisch

Im Gegensatz dazu war eine höhere Aufnahme von Nitrat und Nitrit aus tierischen Lebensmitteln mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden. Besonders relevant waren verarbeitete Fleischprodukte, bei denen Nitrat und Nitrit als Konservierungsstoffe eingesetzt werden. In den höchsten Aufnahmekategorien lag das Demenzrisiko um etwa 11–19 % höher. Für früh einsetzende Demenz zeigten sich teilweise noch deutlich stärkere Risikoanstiege.

Fachlich wird dies damit erklärt, dass tierische Produkte Häm-Eisen und Amine enthalten, die die Bildung neurotoxischer N-Nitrosamine begünstigen können.

Auch Nitrat im Trinkwasser mit Risiko assoziiert

Die Studie fand zudem einen Zusammenhang zwischen Nitratbelastung im Trinkwasser und Demenz. Personen mit höherer Nitratbelastung im Leitungswasser hatten ein etwa 14 % höheres Risiko. Der Effekt zeigte sich sowohl für aktuelle Belastung als auch für langfristige Exposition über mehrere Jahre.

Bedeutung für Ernährung und Umweltgesundheit

Die Autorinnen und Autoren betonen, dass ihre Ergebnisse die Bedeutung der Nitratquelle für die Gesundheit unterstreichen. Eine gemüsereiche Ernährung – wie sie etwa in mediterranen oder MIND-Ernährungsmustern empfohlen wird – könnte demnach auch über nitratbezogene Mechanismen neuroprotektiv wirken. Gleichzeitig rücken verarbeitete Fleischprodukte und Trinkwasserqualität stärker in den Fokus der Demenzprävention.

Die Forschenden sehen weiteren Bedarf für Studien in anderen Populationen sowie für mechanistische Untersuchungen. Insbesondere wird diskutiert, ob Ernährungsumstellungen oder Verbesserungen der Trinkwasserqualität dazu beitragen könnten, demenzassoziierte Risiken aus nicht-pflanzlichen Nitratquellen zu reduzieren.

Quelle der Studie: Bondonno et al., Alzheimer’s & Dementia (2025).

Nitrat im Trinkwasser: Studien deuten auf erhöhtes Darmkrebsrisiko hin

Nitrat steht darüber hinaus auch im Verdacht, ein erhöhtes Darmkrebsrisiko bereits weit unter dem gesetzlichen Grenzwert darzustellen.

Mehrere wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass erhöhte Nitratkonzentrationen im Trinkwasser mit einem gesteigerten Risiko für Darmkrebs verbunden sein können. Besonders Langzeituntersuchungen aus Nordeuropa zeigen, dass bereits Nitratwerte deutlich unterhalb des geltenden Grenzwerts mit einem messbaren Risikoanstieg einhergehen.

Große Bevölkerungsstudien zeigen Zusammenhang

Eine der bislang umfangreichsten Kohortenstudien aus Dänemark, die rund 1,7 Millionen Menschen über mehrere Jahrzehnte begleitete, fand eine statistisch signifikante Beziehung zwischen Nitrat im Trinkwasser und Darmkrebs. Personen mit langfristig höherer Nitratbelastung im Trinkwasser hatten demnach etwa 16 bis 20 Prozent häufiger Darmkrebs als Personen mit niedriger Belastung. Auffällig: Der Risikoanstieg zeigte sich bereits ab durchschnittlichen Nitratkonzentrationen von rund 4 Milligramm pro Liter – ein Wert, der weit unter dem europäischen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter liegt.

Biologisch plausibler Mechanismus

Der beobachtete Zusammenhang gilt als biologisch plausibel. Nitrat wird im menschlichen Körper teilweise zu Nitrit reduziert. Daraus können wiederum sogenannte N-Nitroso-Verbindungen entstehen, die als krebserregend eingestuft sind. Dieser Stoffwechselweg wird seit Jahren als möglicher Mechanismus für nitratbedingte Krebsrisiken diskutiert.

Das Ziel sollte also sein, den Nitratwert im Trinkwasser unter 3mg/L zu halten

Das ist in einigen Regionen möglich, da dort die Werte vom Wasserwerk niedrig gehalten werden können. In immer mehr Regionen steigen die Nitratwerte auf über 15-20 mg/L bis teilweise an den Grenzwert von 50 mg/L an. Dann hilft nur ein guter Wasserfilter, der das Nitrat herausfiltern kann.

Nicht jeder Wasserfilter kann Nitrat aus dem Wasser entfernen

Die meist verbreitete Kannenfilter und Aktivkohlefilter haben keine nennenswerte Reduktion vom Nitrat, da Salze damit leider nicht entfernt werden können. Umkehrosmoseanlage können Nitrat zu 70% bis bestenfalls 90% entfernen. Jedoch stellen viele dieser Anlagen ein potentielles mikrobiologisches Risiko dar und sind daher stark in der Kritik. Die weiterentwickelten Multimembransysteme können bei optimaler Konfiguration Nitrat zwischen 90-95% entfernen und sind aufgrund der mehrfachen mikrobiologischen Absicherung ein deutlicher Vorteil gegenüber den einfacheren Umkehrosmoseanlagen. Die Systeme der Pantera Baureihe von der WERTACH Quelle GmbH sind aufgrund der im Labor nachgewiesenen bis zu 6-fachen mikrobiologischen Absicherung richtungsweisend im Markt. Die mehrfach zertifizierten Multimembransysteme gehören somit zu den sichersten Wasserfiltersystemen in der Branche. Bei Nitratwerten über 15mg/L empfiehlt es sich immer zu Beginn ca. 2 Liter laufen zu lassen und dann in etwas größeren Mengen zu zapfen (3-5L). Die ersten Liter können ohne Bedenken zum Kochen oder Abspülen von Obst und Gemüse genutzt werden. Nach den ca. 2 Litern wird die höchste Nitratreduktion erreicht. Eine glasweise Entnahme empfehlen wir nur bei geringeren Konzentrationen, um immer die besten Ergebnisse zu erreichen.

Auch im Mineralwasser werden relevante Nitratgehalte festgestellt

Leider bildet das Mineralwasser keine Ausnahme, da es ja meist aus Tiefbrunnen gepumpt wird, die ebenfalls zunehmend den steigenden Nitratkonzentrationen ausgesetzt sind. Aus diesem Grund empfehlen wir vorher unbedingt auf dem Etikett zu schauen, ob der Nitratwert mit angegeben wird. Da bitte auf aktuelle Werte (Durchschnitt der letzten 12 Monate) achten und besser zur Glasflasche greifen.

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