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Berliner Satellit hebt an Bord der ersten deutschen Trägerrakete ab

19.01.202616:30 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Am 21. Januar 2026 wird es gegen 21 Uhr MESZ für die Berliner Raumfahrt und deren Innovationsgeist spannend: Am Andøya Space Center in Norwegen soll der Satellit der TU Berlin CyBEEsat als erster deutscher Satellit an Bord der ersten kommerziellen Trägerrakete des deutschen Weltraum-Unternehmens Isar Aerospace starten. Mit diesem Flug unternimmt Isar Aerospace den zweiten Startversuch seines neuen Trägersystems, nachdem der Erststart am 20. März 2025 nicht erfolgreich verlaufen war. Der Satellit leistet mit innovativen Solarzellen und Cybersecurity-Software einen konkreten Beitrag zum systematischen Aufbau europäischer Raumfahrtkompetenzen unter realen Einsatzbedingungen.

Ein Gemeinschaftsprojekt aus Wissenschaft und Industrie
CyBEEsat steht für „Cybersecurity Berlin Experimental & Educational Satellite“ und wurde unter der Leitung der TU Berlin gemeinsam mit der Universität Potsdam sowie sechs weiteren Partnern aus Wissenschaft und Industrie aus Berlin und Brandenburg entwickelt. Der Satellit ist als 1U-CubeSat mit Abmessungen von 113 × 113 × 113 Millimetern und einer Masse von rund zwei Kilogramm ausgelegt. Er soll in einen sonnensynchronen niedrigen Erdorbit in etwa 500 Kilometern Höhe ausgesetzt werden.

Im Erfolgsfall wird CyBEEsat als 33. Satellit der TU Berlin an die lange Satellitentradition der Universität anknüpfen und zugleich für eine neue Generation universitärer Raumfahrtmissionen stehen: „Auf einer gemeinsam mit Start-ups und mittelständischen Partnern entwickelten Plattform erproben wir technologische Innovationen wie Cybersecurity-Konzepte und neuartige Solarzellen zur Stromerzeugung“, sagt Projektleiter Jens Freymuth.

Vision: Solarfolien in Fußballfeldgröße sollen im All für Strom sorgen
Zu den technologischen Demonstratoren an Bord von CyBEEsat zählt das „ROSI-1-Experiment“ der Universität Potsdam zur Erforschung neuartiger Solarfolien. Eine zuverlässige Energieversorgung ist eine der zentralen Herausforderungen zukünftiger Raumfahrtmissionen – von Satelliten im Erdorbit über Mond- und Marsmissionen bis hin zu orbitalen Solarfarmen, die grünen Strom zur Erde übertragen könnten. Im Rahmen des Experiments werden erstmals ultradünne Perowskit-Solarzellen im Erdorbit unter realen Weltraumbedingungen getestet. Perowskit ist ein neues Halbleitermaterial für Solarzellen. Es ist besonders strahlungstolerant und ermöglicht dadurch auch bei weitreichenden Deep-Space-Missionen eine hohe Effizienz. Zudem erreicht es hohe Wirkungsgrade und kann mit wenig Aufwand und geringem CO₂-Ausstoß hergestellt werden.

„Um die Vision der Energieversorgung aus dem Orbit Realität werden zu lassen, braucht es eine neue Generation kostengünstiger, ultradünner Solarfolien, die hohe Effizienz mit geringem Gewicht verbinden und im Weltraum auf beispielsweise Fußballgröße ausgerollt oder aufgefaltet werden können“, sagt Dr. Felix Lang, Leiter der ROSI-Freigeist-Gruppe an der Universität Potsdam. Ziel des Experiments ist es, die Leistungs- und Widerstandsfähigkeit der Solarzellen gegenüber extremen Temperaturwechseln, Strahlung und atomarem Sauerstoff zu untersuchen und damit einen wichtigen Schritt hin zu effizienten Energieversorgungslösungen für zukünftige Raumfahrtmissionen zu leisten.

Wie können Satelliten vor Cyberangriffen geschützt werden?
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist das neuartige Open-Source-Betriebssystem RACCOON Operating Systems der TU Berlin, das Cybersecurity erstmals systematisch als integralen Bestandteil von Satellitenarchitekturen adressiert und damit neue Maßstäbe für den sicheren Betrieb zukünftiger Raumfahrtsysteme setzt. Das Betriebssystem wurde im Rahmen des RACCOON Proof-of-Concept (PoC) an der TU Berlin entwickelt und entsteht in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Cybersicherheitsforschung, darunter das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken und die Ruhr-Universität Bochum. Zentrale Cybersecurity-Konzepte wie Anwendungsisolation, verschlüsselte Kommunikationskanäle, sichere Update-Mechanismen und post-quantensichere Ansätze werden erstmals unter realen Raumfahrtbedingungen erprobt und für zukünftige Missionen qualifiziert.

Raumfahrt aus Überzeugung: Entwicklung ohne Projektbudget
Nach der Auswahl im Payload-Wettbewerb der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR im Jahr 2021 wurde CyBEEsat vollständig ohne klassisches Projektbudget realisiert. In ehrenamtlicher Zusammenarbeit setzten die Technische Universität Berlin, universitäre Ausgründungen sowie Partner der Berliner Nanosatelliten Allianz e.V. die Mission um und stellten Hardware, Entwicklungsleistungen und Testressourcen unentgeltlich zur Verfügung. Der über mehrere Jahre geleistete persönliche Einsatz macht CyBEEsat zu einem herausragenden Beispiel akademischer Innovationskraft und zu einer nachhaltigen Plattform für Ausbildung, studentischen Betrieb und weitere Experimente.

Ein wichtiger Schritt – unabhängig vom Missionsverlauf
Der Erststart eines neuen Trägerraketensystems ist mit erheblichen Risiken verbunden. Entsprechend wurde CyBEEsat von Beginn an als Lern- und Demonstrationsmission verstanden. Unabhängig vom konkreten Missionsverlauf markiert das Projekt einen wichtigen Schritt für die beteiligten Partner, für die akademische Raumfahrt in Deutschland und für den weiteren Aufbau souveräner europäischer Raumfahrtfähigkeiten.

Weiterführende Informationen
• Video- und Bildmaterial sowie weitere Informationen zur Mission:
• Livestream und weitere Informationen zum Start auf der Webseite von Isar Aerospace:

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern
Prof. Dr. Enrico Stoll
Leiter des Fachgebiets Raumfahrttechnik
Fachgebiet Raumfahrttechnik
Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme
Technische Universität Berlin
Tel.: +49 30 314-21339

Dr. Felix Lang
Leiter der ROSI-Forschungsgruppe
Institut für Physik und Astronomie
Universität Potsdam
Tel.: +49 (0) 331 977 5630

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