(openPR) Identifikation und Steuerung von Nachhaltigkeitsrisiken – warum viele Banken immer noch Probleme bei der Abbildung im Risikomanagement und den Kreditprozessen haben
Nachhaltigkeit ist längst kein Image-Thema mehr, sondern ein handfester Risikofaktor. Dennoch zeigen Prüfungen immer wieder, dass viele Banken ESG-Risiken nur unvollständig in ihr Risikomanagement und ihre Kreditprozesse integriert haben. Strategien existieren, Begriffe sind definiert – doch sobald es um Messbarkeit, Steuerungswirkung und Einbindung in bestehende Prozesse geht, entstehen gefährliche Lücken. Genau diese Diskrepanz rückt zunehmend in den Fokus der Aufsicht.
Ein zentrales Problem ist die fehlende Systematik bei der Identifikation und Bewertung von ESG-Risiken. Physische Klimarisiken, Transitionsrisiken oder soziale Faktoren werden oft isoliert betrachtet, ohne sie konsequent in Kredit-, Marktpreis- oder operationelle Risiken zu überführen. Dadurch bleiben Auswirkungen auf Kapitaldienstfähigkeit, Sicherheiten oder Geschäftsmodelle unscharf. Besonders kritisch: Viele Institute können nicht nachvollziehbar erklären, wie ESG-Risikotreiber in die Risikoinventur, die Risikotragfähigkeit oder strategische Entscheidungen einfließen.
Hinzu kommen methodische Schwächen. ESG-Scorings werden genutzt, ohne ihre Aussagekraft zu hinterfragen. Daten sind lückenhaft, Annahmen uneinheitlich, und Stresstests bleiben häufig auf einem abstrakten Niveau. Gerade im Kreditgeschäft führt das zu falschen Risikoeinschätzungen – etwa, wenn klimabezogene Risiken erst dann sichtbar werden, wenn sich Ausfälle bereits materialisieren. Die Aufsicht erwartet zunehmend, dass ESG-Risiken nicht nur beschrieben, sondern quantitativ bewertet und steuerungsrelevant gemacht werden.
Das Fachseminar „MaRisk Spezial: Nachhaltigkeit & ESG“ am 24. Februar 2026 greift diese Schwachstellen gezielt auf.
Dr. Thomas Dietz (Bundesbank) und Anna Strube (Bundesbank) zeigen, worauf es beim Umgang mit ESG-Risiken ankommt und welche Anforderungen an Governance, Risikoinventur und Strategie gestellt werden. Sie machen deutlich, dass Nachhaltigkeit kein Zusatzmodul ist, sondern Teil der Gesamtbanksteuerung sein muss.
Ergänzt wird die Aufsichtsperspektive durch Matthias Göttsche (KfW), der aus der Praxis erläutert, wie ESG-Risiken in Stresstests und Szenarien überführt werden können. Im Fokus stehen realistische Modellansätze, die Berücksichtigung von Klimarisiken in Kreditrisikoparametern sowie die Integration von ESG-Szenarien in ICAAP und Risikosteuerung.
Die Teilnehmenden erhalten konkrete Orientierung, wie ESG-Risiken messbar gemacht, in bestehende Prozesse eingebettet und für Managemententscheidungen nutzbar werden. Im Mittelpunkt steht nicht Theorie, sondern die Frage, wie Nachhaltigkeit steuerungsfähig wird – ohne neue Parallelwelten im Risikomanagement zu schaffen.
Die Botschaft ist klar: ESG entscheidet zunehmend über Risiko, Kapital und Strategie. Institute, die Nachhaltigkeitsrisiken nicht belastbar erfassen und steuern, laufen Gefahr, Risiken zu spät zu erkennen. Dieses Seminar zeigt, wie ESG-Risikomanagement vom Pflichtprogramm zum echten Steuerungsinstrument wird.
Weitere Informationen und Anmeldung unter:
https://www.akademie-heidelberg.de/seminar/marisk-spezial-nachhaltigkeit-esg













