(openPR) Der deutsche Satz des Jahres 2025 lautet: „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden.“ Diesen Satz sagte Bundeskanzler Friedrich Merz am 29. September 2025 beim Ständehaus-Treff der Rheinischen Post in Düsseldorf.
Der Satz des Jahres fiel als Antwort auf die Frage, wie die Kriegsgefahr für Deutschland einzuschätzen sei. Hintergrund waren wiederholte Luftraumverletzungen durch Drohnen in Dänemark und Schleswig-Holstein, die nach Vermutung des Kanzlers auf Russland zurückgingen.
Begründung
Nach Ansicht der Jury drückt der ausgewählte Satz prägnant die veränderte Sicherheitslage Deutschlands aus. Sie ist nach Einschätzung der deutschen Sicherheitsbehörden durch zunehmende hybride Angriffe Russlands charakterisiert. Die Aussage von Merz steht in Kontinuität zum Satz des Jahres 2022, in dem der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine von einer „Zeitenwende“ sprach.
In den Bewertungskategorien Relevanz, Wirkung und Prägnanz stufte die Jury den Satz unter allen Vorschlägen am höchsten ein. Der Satz fand ein großes Medienecho. So titelte beispielsweise das Magazin Stern am 30. September: „Kein Frieden mehr? Der schockierende Satz des Kanzlers“. Auch wenn in Verteidigungskreisen bereits vorher ähnliche Äußerungen gefallen waren, fand erst die pointierte Aussage von Merz über die Sicherheitslage breite öffentliche Aufmerksamkeit.
Jury
Die Jury bestand aus dem Kommunikationspsychologen Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun, der Kabarettistin Turid Müller und dem Strategieberater Milon Gupta. Sie wählten den Satz aus 24 gültigen Vorschlägen, die bis Ende 2025 eingereicht worden waren. Hauptkriterium für den Satz des Jahres ist, dass er ein wichtiges gesellschaftliches Thema oder Ereignis auf den Punkt bringt, welches viele Menschen in Deutschland bewegt hat.
Der Satz des Jahres ist bereits zum 17. Mal gekürt worden. Die Satz-des-Jahres-Aktion wurde 2009 von Milon Gupta ins Leben gerufen. Sie ist privat organisiert und verfolgt keine kommerziellen oder parteipolitischen Absichten. Ziel der Aktion ist es, die Menschen in Deutschland für den öffentlichen Gebrauch von Sprache zu sensibilisieren und prägnante Aussagen, die repräsentativ für ein Jahr sind, vor dem Vergessen zu bewahren.
In die engere Auswahl für den Satz des Jahres 2025 kamen auch folgende Sätze:
„Wir sind die Brandmauer.“
Parole von Demonstrierenden bei bundesweiten Protesten am 25. Januar gegen den zunehmenden Rechtsruck und eine Zusammenarbeit mit der AfD.
„Es ist nicht mehr fünf vor zwölf – es ist fast 19:33.“
Transparent bei Protesten gegen die AfD und den erstarkenden Rechtsextremismus am 2. Februar in Baden-Württemberg.
„Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem.“
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am 15. Oktober in Potsdam zur Migrationspolitik und den geplanten Rückführungen.
„Deutschland kann mehr.“
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger am 25. November auf dem Deutschen Arbeitgebertag zum ungenutzten wirtschaftlichen Potenzial Deutschlands.
Sätze des Jahres 2009-2024:
2024 „Sei ein Mensch!“
Sportjournalist Marcel Reif im Bundestag bei einer Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus
2023 „Nie wieder ist jetzt!“
In zahlreichen Kampagnen und Demonstrationen verwendeter Appell gegen Antisemitismus und Israelhass
2022 „Wir erleben eine Zeitenwende.“
Bundeskanzler Olaf Scholz
2021 „Besiegen wir das Virus nicht weltweit, kommt es mit dem nächsten Flieger zurück.“
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller
2020 „Hass ist keine Meinung.“
Heinrich Bedford-Strohm, EKD-Ratsvorsitzender
2019 „Bitte hört auf die Wissenschaft!“
Klimaaktivistin Luisa Neubauer
2018 „Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist.“
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)
2017 „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.“
FDP-Vorsitzender Christian Lindner
2016 „Wir haben im Moment keinen Zustand von Recht und Ordnung.“
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU)
2015 „Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das!“
Bundeskanzlerin Angela Merkel
2014 „Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen.“
CSU-Leitantragsentwurf zu „Bildung – Migration – Integration“
2013 „Das Internet ist für uns alle Neuland.“
Bundeskanzlerin Angela Merkel
2012 „Mir fehlte das Fingerspitzengefühl.“
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück
2011 „Fukushima hat meine Haltung zur Kernenergie verändert.“
Bundeskanzlerin Angela Merkel
2010 „Die Zeit der Basta-Politik ist vorbei.“
Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler
2009 „Das steht mir zu.“
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zur Dienstwagenaffäre
Ab sofort können bis Jahresende Vorschläge für den Satz des Jahres 2026 unter der Webadresse www.satzdesjahres.de eingereicht werden.










