(openPR) Die Hochschulallianz Ruhr (HAR) bietet ab März 2026 den Zertifikatskurs „Digitale Partizipation in kommunaler Planung und Gesundheitsförderung“ an. Er erweitert das Weiterbildungsangebot für Kommunikationsverantwortliche und Beratungsunternehmen zur Vertiefung ihrer Expertise in partizipativen Verfahren.
„Klassische Beteiligungsformate erreichen oft nur einen kleinen Kreis von Einwohnerinnen und Einwohnern, was gesellschaftliche Interessen verzerrt und marginalisierte Gruppen ausschließt", sagt Prof. Dr. Heike Köckler, Professorin für Sozialraum und Gesundheit an der Hochschule Bochum. Diese Verzerrung stellt eine anhaltende Herausforderung für professionelle Kommunikationsarbeit dar. „Digitale Methoden können helfen, diese Reichweitenlücke zu schließen", so Köckler. Der Kurs der HAR vermittelt entsprechende digitale Partizipationsformate, die Kommunikationsverantwortliche und Beratungsunternehmen dabei unterstützen, Beteiligungsprozesse zu begleiten.
„Die Teilnehmenden lernen verschiedene digitale und innovative Formen von Partizipation kennen, die von formellen und informellen Verfahren bis hin zu selbstorganisierten Prozessen reichen", so Köckler. Schwerpunkt sind digitale Methoden wie georeferenzierte Online-Befragungen, Photovoice, digitale Kartentische oder Planspiele (siehe Infobox). „Wir vermitteln das Know-how, um digitale Beteiligungsformate eigenständig zu konzipieren, umzusetzen und kritisch zu bewerten", führt Köckler aus. Dabei behandelt die HAR auch Grenzen digitaler Beteiligung für verschiedene Gruppen – etwa ältere Menschen mit geringerer digitaler Affinität. Der Kurs vereint die Expertise der drei Allianzhochschulen und aktuellen Forschungsstand, um Partizipationsformate inklusiver zu gestalten.
Berufsbegleitend geeignet durch Hybridmodell
Die Weiterbildung startet mit einem Online-Auftakt am 9. März 2026 und ist mit dem Berufsalltag vereinbar. Sie kombiniert digitale Lernmodule im Selbststudium mit zwei Präsenzblöcken von je zwei Tagen vor Ort in Bochum. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein Hochschulzertifikat mit sechs ECTS-Punkten, die für ein späteres Studium angerechnet werden können. Eine akademische Vorausbildung ist für die Weiterbildung nicht erforderlich.
Strategischer Mehrwert für die Kommunikationsbranche
Öffentlichkeitsbeteiligung ist für Kommunen, Unternehmen und öffentliche Auftraggeber ein wichtiger Baustein der Akzeptanz- und Bürgerkommunikation. „Für Kommunikationsverantwortliche eröffnen sich damit strategische Möglichkeiten", sagt Köckler. „Sie können Beteiligungsprozesse nicht nur bewerben, sondern von Anfang an mitgestalten, um gezielt mehr Menschen zu erreichen und die demokratische Entscheidungsfindung zu stärken."
Interessierte finden auf der Website der Hochschulallianz Ruhr unter www.hochschulallianz.ruhr/digitale-partizipation/ die Termine, weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten zum Kurs. Anmeldeschluss ist der 12. Februar 2026.
[Zusatzmaterial] Infobox: Erläuterung der Methoden
Georeferenzierung: Beiträgen und Interessen von Bürgern werden geografische Koordinaten und damit konkrete Räume zugewiesen, auf die sie sich beziehen.
Photovoice: Teilnehmende dokumentieren ihre Umgebung oder ihren Alltag mit Fotos und nutzen diese als Grundlage für Diskussionen und Reflexionen. Diese Methode macht Anliegen visuell und greifbar.
Digitale Kartentische: Interaktive digitale Kartenwerkzeuge, die es erlauben, komplexe planerische Informationen und Daten visuell zugänglich und verständlich zu machen oder Anliegen direkt am entsprechenden Standort einzutragen.
Planspiele: Planspiele sind modellhafte Simulationen realer oder fiktiver, meist komplexer Situationen, bei denen Teilnehmende in unterschiedlichen Rollen eigene Entscheidungen treffen und die Auswirkungen ihres Handelns erleben können.







