openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Erste weltweite Auswertung: Wie Stressfaktoren das Leben in Flüssen formen

12.11.202508:05 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Erste weltweite Auswertung: Wie Stressfaktoren das Leben in Flüssen formen

(openPR) Landwirtschaft, Abwässer, Staudämme, die Abschwemmung feiner Sedimente von Äckern und nicht zuletzt der Klimawandel mit seinen steigenden Temperaturen verändern Qualität und Struktur von Süßwasserökosystemen, vor allem von Flüssen. Doch bislang fehlte ein klares Bild, wie einzelne, menschgemachte Stressfaktoren auf verschiedene Artengruppen wirken.

Ein Team um Erstautor Dr. Willem Kaijser von der Arbeitsgruppe Aquatische Ökologie der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat diese Lücke nun geschlossen. Die Forschenden sichteten mehr als 22.000 Fachartikel und analysierten 1.332 Datensätze aus 276 Studien. Daraus entstand die erste globale Zusammenfassung, die Belastungsfaktoren mit den Reaktionen von fünf wichtigen Organismengruppen in Beziehung setzt: Mikroorganismen, Algen, Wasserpflanzen, wirbellose Tiere und Fische.

Über alle Gruppen hinweg steht die Artenvielfalt besonders mit folgenden Belastungsfaktoren in Zusammenhang: erhöhter Salzgehalt, Sauerstoffmangel und übermäßige Sedimentablagerungen. Diese Faktoren treten oft gemeinsam auf und verschlechtern Lebensbedingungen – etwa durch Stoffwechselstress oder verschlammte Lebensräume.

Andere Einflüsse wie Nährstoffanreicherung und Erwärmung wirken je nach Artengruppe unterschiedlich. Manche Algen profitieren von moderaten Nährstoffmengen, die ihr Wachstum und ihre Artenzahl fördern können. Höhere Wasserpflanzen hingegen verlieren an Vielfalt, wenn Salzgehalt oder Nährstoffeinträge steigen. Wirbellose und Fische leiden besonders unter Sauerstoffmangel und feinen Sedimentablagerungen, die ihre Lebensräume überdecken.

Die Forschenden nutzten statistische Modelle und Wahrscheinlichkeitstheorien, um diese Zusammenhänge sichtbar zu machen und Wechselwirkungen zwischen den Stressoren zu erkennen. Denn diese wirken oft zusammen und nicht selten unterscheiden sich die Zusammenhänge zwischen Regionen und Organismengruppen. Dennoch zeichnen sich Muster ab, die für den Gewässerschutz entscheidend sind: „Salz, Sedimente und Sauerstoffmangel schaden fast immer“ fasst Prof. Dr. Daniel Hering zusammen. „Unsere Analysen erlauben es nun, diese Zusammenhänge zu quantifizieren und für Vorhersagen nutzbar zu machen“.

Die Studie entstand im Sonderforschungsbereich RESIST der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der an der UDE koordiniert wird.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Willem Kaijser, Aquatische Ökologie, Tel. 0201/18 3-3113, E-Mail
Prof. Dr. Daniel Hering, Aquatische Ökologie, Tel. 0201/18 3-3084, E-Mail

Originalpublikation:
https://doi.org/10.1038/s41559-025-02884-4

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1296150
 323

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Erste weltweite Auswertung: Wie Stressfaktoren das Leben in Flüssen formen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Biotenside: Eine nachhaltige Alternative für Reinigungs- und KörperpflegemittelBild: Biotenside: Eine nachhaltige Alternative für Reinigungs- und Körperpflegemittel
Biotenside: Eine nachhaltige Alternative für Reinigungs- und Körperpflegemittel
Tenside sind als vielseitige Helfer aus unserem Alltag nicht wegzudenken: Die oberflächenaktiven Substanzen sorgen dafür, dass Fett und Schmutz sich lösen, Haarwaschmittel schäumen und Öl-Wasser-Gemische in Cremes stabile Emulsionen bilden. Weltweit werden pro Jahr mehr als 18 Millionen Tonnen Tenside synthetisiert, die meisten aus fossilen Rohstoffen. Hersteller setzen durchaus vermehrt auf abbaubare pflanzliche Rohstoffe, doch kommen bei der Herstellung von biobasierten Tensiden vor allem tropische Öle wie Kokosnussöl und Palm(kern)öl zum E…
Erste internationale Leitlinie zu Demenzerkrankung beim Hund veröffentlicht
Erste internationale Leitlinie zu Demenzerkrankung beim Hund veröffentlicht
Ein internationales Gremium hat im Journal of the American Veterinary Medical Association (JAVMA) die ersten internationalen Leitlinien zur Diagnose und zum Monitoring des Canine Cognitive Dysfunction Syndrome (CCDS) veröffentlicht. Das Canine Cognitive Dysfunction Syndrome ist eine fortschreitende, altersbedingte Hirnerkrankung bei älteren Hunden, die über normale altersbedingte Veränderungen hinausgeht. Ähnlich wie Alzheimer beim Menschen. „Die Leitlinien sind ein Startpunkt, um kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und klinis…
07.01.2026
14:56

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Ent-STRESS Dich: Wie Du ruhiger, konzentrierter und leistungsfähiger wirst! Bild: Ent-STRESS Dich: Wie Du ruhiger, konzentrierter und leistungsfähiger wirst!
Ent-STRESS Dich: Wie Du ruhiger, konzentrierter und leistungsfähiger wirst!
… du zurück. Raus aus der Perfektionsfalle! Stress abbauen gelingt nicht immer. Manche Menschen können es auf Anhieb, andere nicht. Ein erster Selbstcheck deckt die persönlichen Stressfaktoren auf. Stress hat viele Eigenschaften, er kann positive Inspiration sein und die Leistungsfähigkeit steigern oder er öffnet die Augen, zeigt, was zerstörerisch auf …
Ein neues Jahr ohne Stress: Wie wir Stress rechtzeitig erkennen und abbauen
Ein neues Jahr ohne Stress: Wie wir Stress rechtzeitig erkennen und abbauen
… „aufzuräumen“. Notieren Sie alle Belange, die in Ihrem Alltag zur Belastung werden. Wichtig hierbei ist zunächst eine konkrete Differenzierung. Denn Job oder Familie allein sind keine Stressfaktoren. Erst der kontinuierliche Streit mit der Arbeitskollegin wird zu Stress. Das Gefühl, im Job nicht mehr hinterher zu kommen. Der Aspekt, dass die Kinder nicht …
Bild: Wie werden Sie resilient-er? Ein Tag Auszeit für Ihren gesunden Arbeits-AlltagBild: Wie werden Sie resilient-er? Ein Tag Auszeit für Ihren gesunden Arbeits-Alltag
Wie werden Sie resilient-er? Ein Tag Auszeit für Ihren gesunden Arbeits-Alltag
… Leichtigkeit und guter Laune einen ganz persönlichen Methodenkoffer Resilienz mit konkreten Verhaltens- und Handlungstips erarbeiten. Schutzfaktoren versus Stressfaktoren, Glaubenssätze, Ressourcen erkennen und aktivieren, Zeitmanagement,Neuroskills, digital Detox und Gehirnpflege, Stress-Strategien entwickeln, Atemtechniken für Entspannung oder “in …
Flugangst Umfrage - Was flugängstliche empfinden
Flugangst Umfrage - Was flugängstliche empfinden
… (treffpunkt-flugangst.de) befragte 1.058 Personen die mehr oder weniger von der Angst vor dem Fliegen betroffen sind. Bei 33,4% kommen neben der Flugangst weitere Stressfaktoren im privaten und beruflichen Bereich hinzu. Diese Stressfaktoren können auch Auslöser von Flugangst. Die meisten Flugangstgeplagten sind bereits mehrmals geflogen (61,5%). Während …
Bild: biozoom unterstützt internationales NASA-RaumfahrtprojektBild: biozoom unterstützt internationales NASA-Raumfahrtprojekt
biozoom unterstützt internationales NASA-Raumfahrtprojekt
… Probanden abgeschottet von der Außenwelt auf engstem Raum zusammen. Auf diese Weise soll die Situation eines langen Weltraumflugs und die damit einhergehenden Stressfaktoren simuliert werden. Auf Basis der Erkenntnisse vorangegangener Studien erwarten die Wissenschaftler, dass sich die Plastizität des Gehirns verändert und die kognitive Leistungsfähigkeit …
Bild: Teamentwicklung durch Seminar- und Outdoor-AktivitätenBild: Teamentwicklung durch Seminar- und Outdoor-Aktivitäten
Teamentwicklung durch Seminar- und Outdoor-Aktivitäten
… sind so angelegt, dass Konflikte quasi vorprogrammiert sind. Denn es geht ja darum, zu lernen, wie man in stressigen Situationen mit auftretenden Schwierigkeiten umgeht.Eingebaute Stressfaktoren sind: Situationen, in denen Entscheidungen über Lösungsstrategien gefunden werden müssen. Ungewöhnliche Aktivitäten, die Mut und Überwindung von den …
Bild: Hitzestress im Flussbett: Studie untersucht Fluss-Mikrobiom Bild: Hitzestress im Flussbett: Studie untersucht Fluss-Mikrobiom
Hitzestress im Flussbett: Studie untersucht Fluss-Mikrobiom
… nordamerikanischen Flüssen beobachteten Muster stimmen mit Ergebnissen aus Deutschland überein. Dort hatten UDE-Wasserexpert:innen in künstlich angelegten Mini-Flussökosystemen gezielt Stressfaktoren wie Hitze oder Salz untersucht – mit ähnlichen Reaktionen der Mikroben.Redaktion: Juliana Fischer, Tel. 0203/379-1488, wissenschaftliche Ansprechpartner:Prof. …
Bild: Verleihung des mit 20.000 Euro dotierten Wolfgang Staab-Preises an Ulrich EichelmannBild: Verleihung des mit 20.000 Euro dotierten Wolfgang Staab-Preises an Ulrich Eichelmann
Verleihung des mit 20.000 Euro dotierten Wolfgang Staab-Preises an Ulrich Eichelmann
… Entwicklung in Fluss- und Auenlandschaften. Der Preis, der zum ersten Mal überhaupt in Rastatt vergeben wurde, würdigt sein herausragendes Engagement für den Schutz von Flüssen und Flusslandschaften. Der Wolfgang Staab-Naturschutzpreis 2015 wurde im Rahmen eines Festaktes am 24. Juni 2015 im WWF-Auen-Institut in Rastatt an Herrn Eichelmann vergeben. …
Stresstest gegen Burnout und für ein Leben in Balance
Stresstest gegen Burnout und für ein Leben in Balance
… Kommunikation in eine für uns bessere und erträglichere Situation verwandeln. Probieren Sie es doch einfach einmal aus. Wesentlich schwerer zu Händeln sind die unbewussten Stressfaktoren, die wir oft nicht erkennen. Dazu gehören unsere inneren Antreiber, unsere Glaubenssätze und unsere Wertevorstellungen. Die natürlich bei jedem Menschen ein wenig anders …
Sie lesen gerade: Erste weltweite Auswertung: Wie Stressfaktoren das Leben in Flüssen formen