(openPR) Nach der Auszeichnung der Europäischen Kommission Anfang Oktober, ist Heilbronn nun „European Green Capital 2027.“ In den Umweltbereichen Biodiversität, Klimaschutz, Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Lärm-Luft- und Wasserqualität und Engagement der Bürger lag Heilbronn vor den Mitbewerbern. Nun sind bis 2027 die besonderen Leistungen in diesen Bereichen so sichtbar zu machen, damit Heilbronn das Vorbild für andere Städte für eine nachhaltige und lebenswerte Entwicklung darstellt.
Bislang galt Heilbronn als „Die Weinstadt“. Die Stadt Heilbronn verfügt über eine Rebfläche von über 500 Hektar. Das Weindorf, Führungen der Weinerlebnisführer durch die Weinberge, Besenwirtschaften und viele andere Aktivitäten und natürlich die landschaftsprägenden Weinberge, sind die Ursache für diese Bezeichnung. Soll dies nun durch die grüne Stadt ersetzt werden? Da stellt sich die Frage, wie kann die Weinbranche, die ein wirtschaftlich wichtiger Partner der Stadt ist, zur grünen Stadt beitragen.
Bis 2027 könnte eine “Grüne Weinstadt 2027“ präsentiert werden.
Heute schon ist der Weinbau nachhaltig aufgestellt. Viele Familienbetriebe bewirtschaften seit Generationen die Weinberge. Im Vergleich zu den Jahren, in denen Herbizid Einsatz die Regel war, hat sich die Biodiversität enorm entwickelt. Es grünt und blüht in den Weinbergen, insbesondre in den Weinbergen, die nach biologischen und nachhaltigen Richtlinien bewirtschaftet werden. In Heilbronn sind derzeit insgesamt 36 ha bio zertifiziert und 3 Betriebe mit insgesamt 96 ha wirtschaften kontrolliert nachhaltig. Das bedeutet, dass von den 500 ha ein Viertel im Bereich Biodiversität regelmäßig seinen Beitrag leistet. Aber auch nicht zertifizierte Weingüter kümmern sich um die Artenvielfalt in den Heilbronner Weinbergen.
Doch wie sieht es beim Klimaschutz aus? Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel verkündigte zur Auszeichnung „Wir haben ehrgeizige Ziele, bis 2035 wollen wir klimaneutral sein.“ Was bedeutet Klimaneutralität für die Weinbranche? Hier gibt es bereits klare wissenschaftliche Antworten. Allerdings mangelt es in der Umsetzung. In Deutschland sind derzeit nur 8 Weinbaubetriebe klimaneutral zertifiziert. Als Voraussetzung für eine Umsetzung in Richtung Klimaneutralität bedarf es eines sogenannten CO2-Fußabdruckes. Übrigens, die nach FairChoice zertifizierten Weingüter erstellen regelmäßig ihren CO2-Fußabdruck. Dabei werden alle Treibhausgasemissionen, die von der Pflanzung der Rebe bis zum Verkaufsregal entstehen, erfasst. Eine digitale Plattform, die von Frau Dr. Ponstein, einer ehemaligen Studentin der Hochschule Heilbronn, mitentwickelt wurde, bietet eine große Erleichterung bei der Datenerfassung. Doch selbst, wenn alle Möglichkeiten zur Verhinderung von Treibhausgasen umgesetzt werden, wie durch den Einsatz erneuerbarer Energien, bleibt immer noch ein Rest, der nicht verhindert werden kann. Diese Emissionen müssen kompensiert werden, zum Beispiel durch den Erhalt von Mooren oder Wäldern. Das Deutsche Institut für nachhaltige Entwicklung an der Hochschule Heilbronn, kurz DINE, unterstützt seit vielen Jahren die Weinbranche bei der Umstellung zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung und auch zur Klimaneutralität. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Weinbranche in Heilbronn an der Vorbereitung zur „Grünen Hauptstadt Europas“ zu motivieren und zu fördern. „Ein Traum ist unerlässlich, wenn man die Zukunft gestalten will“ meinte der französische Dichter Victor Hugo (1802-1885). Lasst uns jetzt beginnen, einen Plan zu gestalten und die Ziele zu formulieren. Das DINE bietet jegliche Unterstützung an um praktikable Lösungen für die Herausforderungen im Weinbau zu entwickeln und nachhaltige Praktiken zu fördern.












