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Kreis Steinfurt: Fast jede 2. Schweine-Kontrolle mit Missständen - ANINOVA fordert Konsequenzen

25.09.202510:40 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Kreis Steinfurt: Fast jede 2. Schweine-Kontrolle mit Missständen - ANINOVA fordert Konsequenzen

(openPR) Neue Zahlen aus der Antwort der Kreisverwaltung Steinfurt auf eine Anfrage der Grünen im Kreistag sind alarmierend: Bei fast jeder zweiten Kontrolle in Schweinehaltungen wurden Verstöße festgestellt.

Der Antrag der Grünen wurde am 02. Mai 2025 eingereicht - unmittelbar nach der letzten großen Aufdeckung von ANINOVA Ende April. Die Behörde musste damit auf Enthüllungen reagieren, die bereits bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatten und auch im Kreis Steinfurt massive Missstände in der Schweinemast belegten.


Im Gesamtzeitraum von Juni 2022 bis Mai 2025 wurden im Kreis Steinfurt 719-mal Schweinehaltungen kontrolliert. Bei 306 Kontrollen stellten die Behörden Verstöße fest - das entspricht einer Quote von über 42 Prozent. Damit zeigt sich über drei Jahre hinweg ein konstant hohes Niveau an Missständen in der Schweinehaltung. Laut Beantwortung des Antrags wurden dabei einige Schweinehaltungsbetriebe mehrfach kontrolliert.

Die Einzeljahre verdeutlichen die Dramatik: Im Zeitraum 01.06.2022 bis 31.05.2023 wurden 287 Kontrollen durchgeführt, durch die in 125 Fällen Mängel auffielen (43 Prozent). Im darauffolgenden Zeitraum 01.06.2023 bis 31.05.2024 gab es 209 Kontrollen, in 90 wurden Verstöße festgestellt (43 Prozent). Für den Zeitraum 01.06.2024 bis 31.05.2025 wurde 223-mal kontrolliert, in 91 Fällen wurden Missstände festgestellt (41 Prozent). Für das laufende Jahr 2025 liegen bislang nur unvollständige Daten vor, sodass die endgültige Quote noch höher ausfallen könnte. Alle Kontrollen beziehen sich auf Schweinehaltungsbetriebe. Vermutlich wurden dabei mehrere Betriebe mehrfach kontrolliert. Wie viele dies sind, geht aus dem Dokument nicht hervor.

Die in den amtlichen Berichten aufgeführten Beispiele verdeutlichen die alltägliche Realität in den Ställen. So wurden etwa fehlende oder defekte technische Einrichtungen wie Zeitschaltuhren für die Klimasteuerung oder Beleuchtung festgestellt. Es mangelte an ausreichendem Beschäftigungsmaterial, wodurch Schweine Verhaltensstörungen entwickeln. Zudem traten wiederholt gesundheitliche Probleme ganzer Herden auf, etwa Durchfallerkrankungen, ohne dass rechtzeitig ein Tierarzt hinzugezogen wurde. Auch gravierende hygienische Mängel bis hin zu nicht entfernten Kadavern wurden dokumentiert.

Ordnungswidrigkeiten oder Strafanzeigen wurden in den letzten 3,5 Jahren allerdings kaum vom Amt verhängt bzw. gestellt. Lediglich 14 Ordnungswidrigkeiten hat das Veterinäramt insgesamt selbst eingeleitet und sieben Strafanzeigen erstattet.

"Bei Tierquälerei muss konsequent durchgegriffen werden. Und bei diesen alarmierenden Zahlen muss davon ausgegangen werden, dass Tierquälerei in der Schweinemast an der Tagesordnung ist. Eigentlich müssten jetzt sofort alle Betriebe umfassend kontrolliert werden", sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA. "Wir empfehlen den Menschen, sich vegan zu ernähren - denn nur so können Tiere wirklich geschützt werden."



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