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Leidenschaftlich engagiert für die Informatik: FZI-Mitgründer Professor Peter C. Lockemann gestorben

04.08.202515:41 UhrIT, New Media & Software
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(openPR) Als einer der ersten deutschen Informatikprofessoren war Peter Lockemann 1972 Gründungsmitglied der ersten deutschen Informatik-Fakultät: An der Universität Karlsruhe, dem heutigen Karlsruher Institut für Technologie, gestaltete er von 1979 bis 1981 als Dekan die Fakultät für Informatik und leitete bis zu seiner Emeritierung das dortige Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation (IPD).

Die junge Disziplin der Informatik stieß Anfang der Achtziger auf große Nachfrage aus der Wirtschaft, insbesondere Informatik für die industrielle Produktion war stark nachgefragt. Die Idee zur Gründung eines außeruniversitären Forschungs- und Transferzentrums für IT-Anwendungen fiel 1984 somit auf fruchtbaren Boden und gab den Startschuss für die Einrichtung des FZI.

Peter Lockemann legte mit Gerhard Goos, Klaus Bender, Hans Grabowski, Ulrich Rembold, Detlef Schmid, Gerhard Schweizer und Werner Zorn den Grundstein für die gemeinnützige Forschungseinrichtung. 1985 wurde das FZI in die Selbstständigkeit entlassen und feierte in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen.

Als Visionär und prägende Persönlichkeit gab Peter Lockemann in den zwei Anfangsjahrzehnten des FZI die Richtung vor: Von 1985 bis 2005 gestaltete er als Vorstand mit seinem Engagement die Ausrichtung des FZI, was ihm den Spitznamen „Mister FZI“ einbrachte. Was ihn dabei antrieb, war das Thema Innovation: Für ihn war dies der Transfer von Forschungsergebnissen in die wirtschaftliche Nutzung.

„Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Peter Lockemann, einem außergewöhnlichen Menschen, der unsere Arbeit und unser Selbstverständnis geprägt hat. Er legte den Grundstein für das, was uns als FZI ausmacht: die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg, den Auftrag zum Wissens- und Technologietransfer und immer die Anwendung im Blick. Wir verlieren mit ihm nicht nur einen Vordenker und Gestalter, sondern auch einen leidenschaftlichen Kollegen, dessen kluge, klare Worte uns sehr fehlen werden“, würdigt FZI-Vorstand Jan Wiesenberger den Mitgründer des FZI.

Informatik-Anwendungsforscher aus Leidenschaft

Anwendungsorientierung durch gelebte fachübergreifende Zusammenarbeit prägte schon bei der Gründung vor 40 Jahren das FZI. Nicht nur kamen die Gründerväter um Peter Lockemann aus allen Bereichen der Informatik, auch Maschinenbauer und Elektrotechniker gehörten bereits dazu. Diese Interdisziplinarität ist bis heute Teil des Erfolgsrezepts des FZI. Im Direktorium engagieren sich heute 27 Professorinnen und Professoren für den Wissens- und Technologietransfer aus zahlreichen Disziplinen.

Die Forschungsleidenschaft des studierten und promovierten Elektrotechnikers galt der Entwicklung von Datenbanken und großen, verteilt organisierten, kooperierenden Informationssystemen. Neben seinen Forschungsarbeiten hat er die Informatikdisziplin durch grundlegende Lehrbücher und über 100 wissenschaftliche Artikel bereichert. Mehr als 50 Promotionen hat er als Doktorvater betreut, zahlreiche davon auch im Rahmen seiner Direktorentätigkeit am FZI – ganz im Sinne des vom ihm mitgeprägten FZI-Ziels, dem „Wissens- und Kompetenztransfer über Köpfe“.

Aber auch international gestaltete er als einer der Vordenker der Wirtschaftsinformatik seine Disziplin mit. Er hatte Gastprofessuren in den USA unter anderem am Caltech und am MIT übernommen und war bis zuletzt beratend bei Netzwerken, in Wirtschaft und Ministerien tätig. Über zehn Jahre war er der deutsche Vertreter im Technischen Komitee 8 (Informationssysteme) der IFIP und von 1981 bis 1997 Trustee der VLDB Endowment Inc., ab 1993 als Präsident. Als Gutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft gehörte er auch den Gutachtergremien mehrerer DFG-Schwerpunktprogramme an.

Von 1970 bis 1972 war er leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung GMD – Forschungszentrum Informationstechnik GmbH, einer deutschen Großforschungseinrichtung für angewandte Mathematik und Informatik.

Seit 1972 prägte er dann die Karlsruher Informatiklandschaft als Professor an der Universität Karlsruhe (TH), später Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sowie als Vorstand und Direktor am FZI Forschungszentrum Informatik.

„Herausragende Leistungen für das Gemeinwohl“ und für die Informatik​

Für sein Engagement in der Informatik wurden Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Peter C. Lockemann zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen zuteil. So verlieh ihm 2003 die Johann Wolfgang Goethe-Universität für seine Verdienste in der Forschung und als Förderer des Wissenstransfers in die Unternehmenspraxis die Ehrendoktorwürde. 2004 wurde er für seine Verdienste um die Informatik und die Gesellschaft für Informatik (GI) zu deren Fellow ernannt. Im Jahr 2005 wurde Peter Lockemann durch Bundespräsident Horst Köhler das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, der damalige baden-württembergische Ministerpräsident Günter Oettinger dankte ihm für „herausragende Leistungen für das Gemeinwohl“. Der damalige FZI-Vorstand Michael Flor würdigte ihn 2011 mit der Ernennung zum „Direktor emeritus” als verdiente FZI-Persönlichkeit.

Bis zuletzt engagierte sich Peter Lockemann für den Wissens- und Technologietransfer. Sein Wirken in Wissenschaft und Forschung wird auch über seine Lebenszeit hinaus Bestand haben.

Wir gedenken seiner in tiefer Dankbarkeit und führen seine Vision für das FZI fort.

Über das FZI Forschungszentrum Informatik

Das FZI Forschungszentrum Informatik mit Hauptsitz in Karlsruhe und Außenstelle in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Sie bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Betreut von Professor*innen verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Das FZI ist Innovationspartner des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und strategischer Partner der Gesellschaft für Informatik (GI).

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