(openPR) Wie läuft die Gehaltspfändung ab und was ist dabei zu beachten?
Wenn du Schulden hast, kann es passieren, dass ein Gläubiger Zugriff auf dein Gehalt nimmt. Das nennt man Gehaltspfändung. Wie das funktioniert – und worauf du achten solltest – erfährst du hier.
❓ Was ist eine Gehaltspfändung?
Die Gehaltspfändung ist ein gesetzlich geregelter Vorgang, bei dem dein Arbeitgeber verpflichtet wird, einen Teil deines Nettoeinkommens direkt an den Gläubiger zu überweisen. Du bekommst dann nur noch den sogenannten unpfändbaren Teil ausgezahlt.
? Wie viel darf gepfändet werden?
Das hängt ab von:
deinem Nettoeinkommen
und der Anzahl der Personen, für die du unterhaltspflichtig bist
? Beispiel:
Eine alleinstehende Person mit keinem Unterhaltspflichten darf aktuell mindestens 1.499,99 € behalten (Stand: 2024). Alles darüber hinaus ist – je nach Höhe – anteilig pfändbar.
Die genaue Berechnung richtet sich nach der Pfändungstabelle (§ 850c ZPO), die jährlich angepasst wird.
? So läuft eine Gehaltspfändung ab
Vollstreckungstitel erforderlich
Ein Gläubiger braucht ein Urteil, Vollstreckungsbescheid oder einen anderen Titel.
Pfändungs- und Überweisungsbeschluss
Damit beantragt der Gläubiger beim Vollstreckungsgericht die Pfändung des Gehalts.
Zustellung an Arbeitgeber und Schuldner
Der Arbeitgeber wird dann zum sogenannten Drittschuldner. Das heißt: Er muss handeln – sonst droht ihm eine Klage.
Pfändungsbetrag wird berechnet
Der Arbeitgeber ermittelt den pfändbaren Teil deines Einkommens (basierend auf Unterhaltspflichten etc.).
Abführung an den Gläubiger
Der Arbeitgeber überweist den pfändbaren Betrag direkt – Monat für Monat.
⚠️ Wichtig zu wissen
Pflicht des Arbeitgebers:
Der Arbeitgeber muss den pfändbaren Betrag korrekt berechnen und abführen – tut er das nicht, drohen ihm Schadensersatzforderungen.
Mehrere Pfändungen:
Kommen mehrere Pfändungsbeschlüsse zusammen, zählt die Reihenfolge ihres Eingangs beim Arbeitgeber.
Fehlerhafte Berechnung?
Wird zu viel oder zu wenig gepfändet, kann man sich rechtlich dagegen wehren.
? Tipp: Hol dir rechtzeitig Beratung!
Eine professionelle Schuldnerberatung, wie der Verein für Existenzsicherung e. v. kann helfen, den Überblick zu behalten und zu prüfen, ob deine Pfändung rechtmäßig ist. Manchmal lässt sich sogar noch eine außergerichtliche Einigung erzielen – bevor es zur Pfändung kommt.













