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Spuren verbinden, Beweise sichern: Stärkung der Beweismittelsicherung

21.05.202514:58 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Spuren verbinden, Beweise sichern: Stärkung der Beweismittelsicherung

(openPR) Das Forschungsprogramm „Forensische Digitalisate“ adressiert eine der zentralen Herausforderungen moderner Ermittlungsarbeit, um bislang isolierte analoge und digitale Spuren – etwa aus Telekommunikationsüberwachung und Smartphone-Forensik – effizient zusammenzuführen. Dabei sollen unter anderem Prognosen über bestimmte Inhalte, z.B. anhand von Chatverläufen mit einzelnen Kontakten, und konkrete Metadaten (z.B. Zeitstempel und Ortsdaten) auf einem noch nicht forensisch untersuchten Smartphone, gewonnen werden. Diese Daten haben unter anderem eine hohe Relevanz, falls Smartphones durch Sicherheitsmaßnahmen nur schwer forensisch gesichert werden können oder vor der Sicherung manipuliert wurden. Dafür sollen neue Verfahren erforscht werden, die divergierende Datensätze abgleichen, konsistente Spuren (semi-)automatisch validieren und damit Ermittlungen auf ein stabileres Fundament stellen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Möglichkeit, aus bestehenden analogen und digitalen Spuren neue kriminalistisch relevante Hinweise zu berechnen, etwa aus einem ursprünglich analogen Schuhabdruck und einer digitalen Videoaufzeichnung ein Gangbild zu rekonstruieren oder Bewegungsdaten präziser auszuwerten.

Das Anwendungsfeld des Forschungsprogramms ist klar umrissen: Es richtet sich an Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und zielt auf eine nachhaltige Stärkung der Beweismittelsicherung in Ermittlungen ab. Die Ergebnisse sollen sowohl zur Verteidigung gegen Manipulationsvorwürfe als auch zur effizienteren Spurenerhebung beitragen. Dies stellt eine Rückbesinnung auf die handwerkliche Sorgfalt der klassischen Forensik im Gewand moderner Technologien dar.

Das Forschungsprogramms ist zweistufig geplant und wird als PCP-Verfahren (Pre-Commercial Procurement) ausgestaltet. Zunächst erfolgt die Entwicklung eines interoperablen Digitalisat-Formats. In einem zweiten Schritt sollen exemplarische Verfahren zur Neuberechnung und Validierung von Informationen erarbeitet und getestet werden. Hierbei wird großer Wert auf nachvollziehbare, nicht ausschließlich KI-basierte Methoden gelegt. Es werden auch Strategien berücksichtigt, die auf klassischen Entscheidungsbäumen, statistischen Methoden oder algorithmischen Ansätzen beruhen. Ziel ist ein umfassender Leistungsvergleich, der sowohl neuartige als auch bewährte Technologien systematisch gegenüberstellt und deren Eignung für forensische Anwendungen nachvollziehbar prüft. Die Cyberagentur zieht damit eine bewusste Lehre aus aktuellen Debatten über Transparenz und Nachvollziehbarkeit algorithmischer Verfahren.

Til Weißflog, Programmleiter und Experte für forensische Digitalisierung bei der Cyberagentur, bewertet das Forschungsprogramm „Forensische Digitalisate“ als „Grundlage für eine Forensik, die die alte Kunst der Beweissicherung ins digitale Zeitalter überträgt – robust, nachvollziehbar und gerichtsfest. Denn analoge und digitale Spuren bestimmen zusammen längst die Wirklichkeit moderner Ermittlungen. Aber ohne gemeinsame Standards und robuste, überprüfbare Korrelationstechniken bleiben sie anfällig für Informationsverlust, Fehler, Manipulation und Zweifel.“

Mit der Veröffentlichung der Ausschreibung „Forensische Digitalisate“ gibt die Cyberagentur den Startschuss für ein Forschungsprogramm, an dem sich interessierte Konsortien ab dem 20. Mai 2025 an dem Vergabeverfahren beteiligen. Der Wettbewerb ist für eine Zeit von 4 Jahren geplant.

Im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union wurde die Ausschreibung mit der Auftragsbekanntmachungsnummer TED 322624-2025 (https://ted.europa.eu/de/notice/-/detail/322624-2025) veröffentlicht. Ende des Teilnahmewettbewerbs ist der 02.07.2025, 11:00 Uhr.

Kontakt:

Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH
Große Steinstraße 19
06108 Halle (Saale)

Michael Lindner
Pressesprecher
Tel.: +49 151 44150 645
E-Mail:

Hintergrund: Cyberagentur

Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) wurde im Jahr 2020 als vollständige Inhouse-Gesellschaft des Bundes unter der gemeinsamen Federführung des Bundesministeriums der Verteidigung und des Bundesministeriums des Inneren und für Heimat durch die Bundesregierung mit dem Ziel gegründet, einen im Bereich der Cybersicherheit anwendungsstrategiebezogenen und ressortübergreifenden Blick auf die Innere und Äußere Sicherheit einzunehmen. Vor diesem Hintergrund bezweckt die Arbeit der Cyberagentur maßgeblich eine institutionalisierte Durchführung von hochinnovativen Vorhaben, die mit einem hohen Risiko bezüglich der Zielerreichung behaftet sind, gleichzeitig aber ein sehr hohes Disruptionspotenzial bei Erfolg innehaben können.

Die Cyberagentur ist Bestandteil der Nationalen Sicherheitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland.

Der Cyberagentur stehen Prof. Dr. Christian Hummert als Forschungsdirektor und Geschäftsführer sowie Daniel Mayer als kaufmännischer Direktor vor.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Til Weißflog, Forschungsreferent Sichere Gesellschaft

Originalpublikation:
https://www.cyberagentur.de/programme/fd/

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