openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Agrivoltaik genießt vergleichsweise hohe Akzeptanz

20.05.202515:06 UhrEnergie & Umwelt
Bild: Agrivoltaik genießt vergleichsweise hohe Akzeptanz

(openPR) Solarstrom ist eine wichtige umweltfreundliche Energiequelle. Doch die lichtempfindlichen Paneele verschlingen viel Platz. Zudem empfinden viele Bürgerinnen und Bürger die Anlagen als unattraktiv und störend - besonders, wenn dafür Acker- und Grasland geopfert werden.

Eine Alternative ist die sogenannte Agrivoltaik. Bei ihr werden die Paneele auf Flächen errichtet, die weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden - Kornfeldern, Viehweiden, Apfelplantagen oder Weinanbaugebieten. „Sie reduzieren zwar in der Regel den Ertrag“, erklärt Hendrik Zeddies vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn. „Manchmal schaffen sie aber auch Synergien: Die Solarzellen können zum Beispiel als transparente Überdachung dienen, die Obstbäume oder Weinreben vor Hagelschlag oder zu intensiver Sonneneinstrahlung schützt. Auf Weizenfeldern fungieren sie dagegen oft als Windschutz - ähnlich wie eine Mauer oder eine Hecke.“

Kühe grasen zwischen Solarpaneelen

Die jetzt erschienene Studie zeigt zudem, dass Agrivoltaik noch einen weiteren nicht zu unterschätzenden Vorteil hat: Sie genießt in der Bevölkerung offensichtlich deutlich größere Akzeptanz als herkömmliche Solarparks. In diese Richtung deuten zumindest die Ergebnisse einer Online-Umfrage, an der fast 2.000 Frauen und Männer aus Deutschland teilnahmen. Zeddies ist einer ihrer Initiatoren, neben seinen Kollegen Dr. Martin Parlasca und Prof. Dr. Matin Qaim, Direktor des ZEF.

Die Befragten wurden so ausgewählt, dass ihre Zusammensetzung hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Einkommen und Bundesland der Bevölkerung in Deutschland entsprach. Sie erhielten zunächst Informationen über die Vor- und Nachteile von Agrivoltaik sowie herkömmlichen Solarparks im Freiland. Dann wurden sie zufällig in eine von drei Gruppen eingeteilt. Die erste sah Fotos einer Viehweide und zum Vergleich einer Wiese, auf der zwischen den grasenden Kühen lange Reihen von Solarpaneelen standen. Die zweite betrachtete analog dazu Bildpaare von einem Weizenfeld mit oder ohne Solarzellen, die dritte von einer Anbaufläche für Wein. Verglichen wurden diese Bilder jeweils mit reinen Solarparks in der gleichen Landschaftsszene.

„Wir befragten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einerseits, wie sie den Eingriff in die jeweilige Landschaft beurteilten“, erläutert Zeddies. „Also etwa, als wie attraktiv oder unattraktiv sie die gezeigten Gebiete empfanden oder wie sie ihren Erholungswert bewerteten.“ Zudem sollten sie angeben, ob sie dazu bereit wären, für den auf der jeweiligen Fläche produzierten Strom einen Aufpreis in Kauf zu nehmen - oder umgekehrt: ob sie Geld zahlen würden, um den Solarpark zu verhindern.

Fast 44 Prozent würden für Agrivoltaik-Strom mehr zahlen

Die Ergebnisse zeigen, dass Agrivoltaik auf deutlich größere Akzeptanz stieß - und zwar unabhängig vom jeweils gezeigten Szenario: Fast 44 Prozent würden für Strom von diesen Flächen mehr zahlen; bei normalen Solarparks im Freiland wären dagegen lediglich 29 Prozent dazu bereit. Nur 2,9 Prozent würden zudem aus eigener Tasche Maßnahmen finanzieren, um Agrivoltaik zu verhindern - bei herkömmlichen Parks wären es 4,8 Prozent. Zwar waren die Befragten generell der Ansicht, dass Photovoltaik das Landschaftsbild beeinträchtigt. Diese negativen Auswirkungen waren in ihren Augen bei der Agrivoltaik aber deutlich geringer - vermutlich, weil es eben ein Unterschied ist, ob die Solarstromproduktion die Landwirtschaft verdrängt oder ob Energie- und Nahrungsproduktion kombiniert werden.

„Unsere Befragung ist hypothetisch - die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten ja nicht wirklich Geld einsetzen“, betont Prof. Dr. Matin Qaim, der auch Mitglied im Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Nachhaltige Zukunft“ und im Exzellenzcluster „PhenoRob“ ist. „Dennoch lassen die Ergebnisse den Schluss zu, dass Agrivoltaik in der Bevölkerung auf größere Zustimmung stößt als normale Freiflächen-Solaranlagen.“ Agrivoltaik könnte also ein Weg sein, den Ausbau umweltfreundlicher Energien zu beschleunigen, ohne damit große Konflikte in der Bevölkerung zu provozieren und die Ernährungssicherung zu gefährden.

Allerdings sieht Zeddies, der selbst auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen ist, noch offene Fragen. So sind die Kosten für die Anlagen höher als bei herkömmlichen Freiflächenanlagen. Da Agrivoltaik zudem niedrigere Stromerträge liefert, amortisieren sich diese Anfangs-Investitionen nur sehr langsam. „Ohne Subventionen werden sich also vermutlich nicht allzu viele Analgen realisieren lassen“, meint er.

Förderung:

Die Studie wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Exzellenzclusters „PhenoRob“ finanziert.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Hendrik Hilmar Zeddies
Zentrum für Entwicklungsforschung
Universität Bonn
Tel. + 49 (0)228/73-6124
E-Mail: E-Mail

Originalpublikation:
Hendrik Hilmar Zeddies, Martin Parlasca, Matin Qaim: Agrivoltaics increases public acceptance of solar energy production on agricultural land; Land Use Policy; DOI: https://doi.org/10.1016/j.landusepol.2025.107604

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1283738
 689

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Agrivoltaik genießt vergleichsweise hohe Akzeptanz “ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Starkregen und seine Folgen für die Smart City Dresden: Digitaler Zwilling simuliert Unwetterereig­nisse
Starkregen und seine Folgen für die Smart City Dresden: Digitaler Zwilling simuliert Unwetterereig­nisse
Der digitale Zwilling Dresdens bildet ein reales Modell der Stadt ab. Er simuliert die Folgen bei Starkregen von rund 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter und Stunde und zeigt mögliche Schäden an Wohngebäuden im Stadtgebiet auf. Zusätzlich sind Messdaten zum Niederschlag, zu Wasserständen an Gewässern und der Lufttemperatur abrufbar. Die damit errechneten Szenarien verdeutlichen Zusammenhänge und liefern wertvolle Impulse für die Stadtplanung. Entwickelt wird der digitale Starkregenzwilling am Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik…
Bild: Wie väterliche Mitochondrien die Fruchtbarkeit von Pflanzen wiederherstellenBild: Wie väterliche Mitochondrien die Fruchtbarkeit von Pflanzen wiederherstellen
Wie väterliche Mitochondrien die Fruchtbarkeit von Pflanzen wiederherstellen
Bei den meisten Pflanzen und Tieren, auch bei Menschen, werden Mitochondrien ausschließlich oder fast ausschließlich von der Mutter vererbt. Eine väterliche Übertragung wird dagegen nur sehr selten beobachtet. Die Mechanismen hinter diesem Phänomen sind weitgehend unbekannt. In einer heute veröffentlichten Studie konnten Forscher die gelegentliche väterliche Mitochondrienvererbung in Tabakpflanzen direkt nachweisen. Mit einem eigens dafür entwickelten genetischen Testsystem konnten sie zeigen, dass die väterliche Vererbung häufiger auftritt, …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Warum Akzeptanz Sie mental stärker machtBild: Warum Akzeptanz Sie mental stärker macht
Warum Akzeptanz Sie mental stärker macht
So unsexy Akzeptanz auch klingen mag und so wenig wir manchmal bereit sind, Dinge, Verhaltensweisen anderer Menschen oder sonstige Rahmenbedingungen zu akzeptieren, so wichtig ist Akzeptanz aber, um mentale Stärke aufzubauen. Akzeptanz ist der Anker im Sturm des Lebens. Akzeptanz sorgt für inneren Frieden. Dank Akzeptanz kann sich Ihr Geist auf neue …
Versicherungsmarketing: Kunden wünschen differenzierte Ansprache statt unpersönlicher Massenwerbung
Versicherungsmarketing: Kunden wünschen differenzierte Ansprache statt unpersönlicher Massenwerbung
… verbundene "Streuverluste" sollen so umgangen werden. Allerdings stoßen die zahlreichen Direktmarketing-Aktivitäten der Versicherer bei den Empfängern nicht immer auf ungeteilte Akzeptanz. Undifferenziert eingesetzt können sie sogar zur Verärgerung der Kunden führen. Dies zeigt die aktuelle Studie "Direktmarketing im Versicherungsmarkt" des Kölner …
Pago gibt den Startschuss für Maestro International
Pago gibt den Startschuss für Maestro International
Online-Händler nun mit Akzeptanz von UK- und internationalen Maestro-Transaktionen Köln, 31. Oktober 2007 - Pago eTransaction Services GmbH gibt den Startschuss für Maestro International im E-Commerce. Bereits im Sommer 2006 konnte Pago als erster Acquirer außerhalb Großbritanniens eine Maestro-UK-Akzeptanz anbieten. Nach erfolgreicher Testphase übernimmt …
Toleranz, Akzeptanz und Respekt
Toleranz, Akzeptanz und Respekt
Toleranz, Akzeptanz und Respekt Diese drei Begriffe hängen miteinander zusammen, bedeuten allerdings nicht genau das Gleiche. Aber sie alle sind Oberbegriffe für mögliches Verhalten eines Menschen gegenüber anderen Menschen. Toleranz ist dabei das Einfachste. Toleranz bedeutet, dass man Menschen mit all ihren Eigenschaften hinnimmt, ohne sie deswegen …
Bild: Werbeformen im Vergleich - Der Balanceakt zwischen Akzeptanz und EffizienzBild: Werbeformen im Vergleich - Der Balanceakt zwischen Akzeptanz und Effizienz
Werbeformen im Vergleich - Der Balanceakt zwischen Akzeptanz und Effizienz
Der Erfolg eines Werbemittels steht immer im Zusammenhang mit dessen Akzeptanz – und manchmal auch in Konflikt mit dieser. Denn Akzeptanz und Nichtbeachtung können nah beieinander liegen; E-Mail Marketing findet hier einen guten Mittelweg. Bei einer Untersuchung zu diesem Thema hat die Firma Dynamic Logic herausgefunden, dass Print-, Plakat- und Fernsehwerbung …
Jeder zweite Internetnutzer schätzt kostenfreie Websites dank Onlinewerbung
Jeder zweite Internetnutzer schätzt kostenfreie Websites dank Onlinewerbung
… kostenlos ist. Männer und Frauen sind sich diesbezüglich einig. Unterschiede zeichnen sich erwartungsgemäß bei den Altersstufen ab: Je jünger die Internetnutzer, desto größer ist deren Akzeptanz von Werbeanzeigen im Web. Sind es bei den unter 20-Jährigen noch zwei Drittel, sinkt der Wert mit steigendem Alter um durchschnittlich fünf Prozentpunkte. Bei …
Bild: Diana Ezerex präsentiert die IDENTITY Show: Eine bewegende Performance über Identität und AkzeptanzBild: Diana Ezerex präsentiert die IDENTITY Show: Eine bewegende Performance über Identität und Akzeptanz
Diana Ezerex präsentiert die IDENTITY Show: Eine bewegende Performance über Identität und Akzeptanz
… 23. September in der Eventhall in Karlsruhe auf. Sie wird ihre neuen Songs präsentieren, die sich mit bedeutendsten Themen unserer Zeit befassen: Identität und Akzeptanz. Die IDENTITY Show ist ein intensives musikalisches Erlebnis, in dem Diana Ezerex ihre tiefsten Gefühle und Erfahrungen durch ihre einzigartige musikalische Wortgewalt ausdrückt. Ezerex' …
Akzeptanz 2010 – Der Unternehmenspreis der Lebenshilfe Thüringen
Akzeptanz 2010 – Der Unternehmenspreis der Lebenshilfe Thüringen
… mit Thüringens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, Matthias Machnig, haben der Landesverband der Lebenshilfe Thüringen, die Thüringer IHK und HWK den Unternehmenspreis AKZEPTANZ ausgelobt. Machnig ist Schirmherr des Preises, mit dem im Herbst Unternehmen in Thüringen ausgezeichnet werden sollen, die in Eigenregie, in Kooperation mit Lebenshilfen …
Parteien mit unterschiedlichen Lösungsansätzen zur Akzeptanzproblematik
Parteien mit unterschiedlichen Lösungsansätzen zur Akzeptanzproblematik
Berlin / Sandkrug, 15.02.2012 Netzausbau, CCS, Biogasanlagen, Windräder, Kohlekraftwerke, Shale Gas, Geothermie – die Akzeptanz der Bevölkerung für viele Projekte in der Energiewirtschaft ist gering. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft suchen intensiv nach Lösungen, um mit einer besseren Öffentlichkeitsbeteiligung die für die Energiewende notwendigen …
Bild: „Intelligente Stromzähler“ sind leichter zu vermarkten als „Smart Meter“Bild: „Intelligente Stromzähler“ sind leichter zu vermarkten als „Smart Meter“
„Intelligente Stromzähler“ sind leichter zu vermarkten als „Smart Meter“
Richtige Worte erhöhen die Akzeptanz von Technologie Berlin Juni 2011 Der technische Einsatz von sogenannten Intelligenten Stromzählern ist kein Problem, mangelnde Akzeptanz kann ihn allerdings schnell ausbremsen. Das zeigt eine Studie von SNPC, der Berliner Managementberatung für die Energiebranche. Gründe liegen nicht nur in Bedenken wegen des Datenschutzes …
Sie lesen gerade: Agrivoltaik genießt vergleichsweise hohe Akzeptanz