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Migrationsexperte Prof. Dr. Hannes Schammann in Sachverständigenrat berufen

08.01.202510:51 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Migrationsexperte Prof. Dr. Hannes Schammann in Sachverständigenrat berufen

(openPR) Was bedeutet die Berufung in den SVR für Sie persönlich?
Ich empfinde das als große Anerkennung für unser gesamtes Team der Migration Policy Research Group. Wir verbinden seit vielen Jahren akademische Grundlagenforschung mit praxisnahem Transfer: Wir veröffentlichen Bücher und internationale Journal-Artikel, aber eben auch aktuelle Umfragen oder Policy Briefs. Wir vernetzen Praktiker*innen und entwickeln in transdisziplinären Teams innovative Lösungen. Das ist in dieser Kombination immer noch recht ungewöhnlich in der deutschen Universitätslandschaft – und auch ein ganz schön anstrengender Spagat. Aber wir sind von unserem Ansatz überzeugt, denn wir wirken in sehr unterschiedliche Kontexte hinein. Die Berufung in den SVR zeigt, dass unsere Arbeit in der Fachwelt gesehen und wertgeschätzt wird. Das bestärkt uns auf unserem Weg.

Die Aufgabe des SVR ist die unabhängige Politikberatung – an welcher Stelle sehen Sie Ihre Expertise in den kommenden drei Jahren besonders gefordert?
In der hektischen Migrationsdebatte haben wir häufig das Problem, dass Politik einfache Lösungen verspricht, die dann in der Umsetzung scheitern. Das sorgt für Frust und schwächt langfristig das Vertrauen in die Demokratie. Wir haben in Hildesheim große Expertise zu Handlungsmöglichkeiten von Kreisen, Städten und Gemeinden in der föderalen Migrationspolitik. Damit können wir auch recht gut abschätzen, welche bundespolitischen Maßnahmen funktionieren könnten und welche im Zuge der Umsetzung Probleme bekommen. Ich hoffe, dass wir damit noch besser durchdringen. Wir brauchen weniger blinden Aktionismus im politischen Betrieb, sondern den Mut zu besser überlegten Entscheidungen.

Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt, Machtwechsel in Syrien – die weltpolitische Lage ist komplex und hat eine rasante Dynamik, die sich auch auf die Zuwanderung nach Deutschland auswirken. Wie lang- oder kurzfristig legt sich das Expertengremium auf gemeinsame Arbeitsschwerpunkte fest?
Es gibt einen sehr ausführliches Jahresgutachten, das durch ein hochqualifiziertes Team in der Geschäftsstelle in Zusammenarbeit mit den Sachverständigen erstellt wird. Das Thema wird etwa ein Jahr vorher festgelegt. Es dient dazu, das akademische Wissen zu einem Thema – beispielsweise Klimamigration – für Politik und Praxis verständlich aufzubereiten und längerfristig angelegte Empfehlungen zu formulieren. Regelmäßig erhebt der SVR zudem das Integrationsklima in Deutschland, und ein eigener Forschungsbereich am SVR führt eigenständig Forschungsprojekte durch. Daneben reagiert der SVR sehr kurzfristig mit Pressemitteilungen oder Positionspapieren auf aktuelle Debatten und Entwicklungen.

Wie kann man sich generell die Arbeit des SVR und den Austausch innerhalb des Gremiums vorstellen?
Über den Austausch innerhalb des Gremiums kann ich noch nichts sagen. Aber wissenschaftliche Politikberatung fordert von uns Forschenden immer, dass wir die Komplexität unseres Wissens auf eine möglichst schonende Weise reduzieren. Es ist utopisch zu glauben, dass Politiker*innen durch unsere Intervention die Welt plötzlich wie Akademiker*innen sehen. Nur, wenn wir die Sprache der politischen Praxis lernen und die Zwänge von Politik und Verwaltung verstehen, haben wir eine Chance, gehört zu werden. Das bedeutet aber nicht, sich anzubiedern. Glaubwürdig bleibt der SVR deshalb, weil er seine Unabhängigkeit wahrt – und auch mal unbequeme Positionen vertritt.

Wie läuft die Beratung der Bundesregierung und anderer politischer Entscheidungsträger*innen?
Das ist sehr unterschiedlich. Die Bundesregierung ist ja weit mehr als die Riege der Minister*innen. In der Praxis ist der Austausch mit Mitarbeitenden in den Ministerien und nachgeordneten Behörden mindestens ebenso wichtig. Entsprechend kann so eine Beratung in einzelnen Vorträgen, bilateralen Gesprächen oder auch mal der Anhörung in einem parlamentarischen Gremium bestehen. Aber auch schriftliche Stellungnahmen gehören dazu. Das ist alles deutlich weniger glamourös als man denken könnte. Wir Forschenden steuern ja nicht die Bundesregierung, sondern versuchen nur, eine wissenschaftlich informierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.

Zur Person
Hannes Schammann ist seit 2018 Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Migrationspolitik an der Universität Hildesheim und leitet dort die Migration Policy Research Group. Zuvor war er seit 2014 Juniorprofessor in Hildesheim und arbeitete davor sechs Jahre in der migrations- und integrationspolitischen Praxis: als Projektleiter für Migration und Integration bei der Robert Bosch Stiftung, als Referent für Grundsatzfragen der Integration beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und als Koordinator für Integrationsprojekte bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Ev. Jugendsozialarbeit. Noch heute arbeitet er eng mit der Praxis zusammen und hat an seiner Professur eine "Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik" eingerichtet.

Wissenschaftlich beschäftigt sich Hannes Schammann mit verschiedenen Fragen der Migrations- und Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa. Ein Fokus seiner Forschung sind Handlungsspielräume von Kommunen, insbesondere mit Blick auf fluchtbezogene Migration. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Analyse migrationspolitischer Policies und Debatten auf nationalstaatlicher Ebene.

Über den Sachverständigenrat
Der Sachverständigenrat für Integration und Migration ist ein unabhängiges und interdisziplinär besetztes Gremium der wissenschaftlichen Politikberatung. Mit seinen Gutachten soll das Gremium zur Urteilsbildung bei allen integrations- und migrationspolitisch verantwortlichen Instanzen sowie der Öffentlichkeit beitragen. Dem SVR gehören neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen und Forschungsrichtungen an: Prof. Dr. Winfried Kluth (Vorsitzender), Prof. Dr. Birgit Glorius (Stellvertretende Vorsitzende), Prof. Dr. Havva Engin, Prof. Dr. Marc Helbling, Prof. Dr. Matthias Koenig, Prof. Sandra Lavenex, Ph.D., Prof. Dr. Birgit Leyendecker, Prof. Panu Poutvaara, Ph.D., Prof. Dr. Hannes Schammann.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Hannes Schammann

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