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Tibet / VR China: Spezialausbildung gegen Flüchtlinge?

08.03.200714:00 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Tibet / VR China: Spezialausbildung gegen Flüchtlinge?

(openPR) Österreich trainierte chinesische Offiziere in "Hochgebirgskriegführung"

Beijing/Frankfurt/M. (6.März 2007) - Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wurden im vergangenen Februar in Österreich chinesische Offiziere in Gefahrenabwehr, Schutzmaßnahmen und Überlebensstrategien im Hochgebirge ausgebildet. Die Offiziere der Volksbefreiungsarmee nahmen am dreiwöchigen Lehrgang "Gebirgskampf-Winter" des österreichischen Bundesheers in Saalfelden teil. Die IGFM befürchtet, dass die chinesische Regierung diese Kenntnisse auch für Einsätze gegen tibetische Flüchtlinge in den Hochgebirgsregionen Tibets einsetzen wird.



Wie die IGFM berichtet, fliehen jährlich bis zu 3.000 Tibeter über die Grenze nach Indien und Nepal, meist entlang einer traditionellen Handelsroute, die teils in mehr als 5.700 m Höhe verläuft. Ein Großteil der Flüchtlinge – viele mit nur wenig Kleidung bei sich, um keinen Verdacht aufkommen zu lassen – entscheidet sich für die noch riskantere Variante, im Winter und in der Nacht die Strapazen der Flucht im Hochgebirge auf sich zu nehmen, um den Sicherheitskräften zu entgehen.

Gründe für eine solch waghalsige Flucht gibt es viele. Eine höhere Schulbildung und sogar einfache berufliche Positionen sind für Tibeter nur noch zu erreichen, wenn sie Mandarin sprechen und finanziell in der Lage sind, für die Schulgebühren ihrer Kinder aufzukommen. Daher werden zahlreiche Kinder zum Studieren in tibetische Exilschulen geschickt.

Viele der tibetischen Flüchtlinge sind Mönche und Nonnen, denen es durch die chinesische Regierung verboten wird, ihre Religion frei auszuüben. Um beispielsweise in ein Kloster aufgenommen zu werden, müssen Tibeter einen Eid ablegen, in dem sie ihr Religionsoberhaupt, den Dalai Lama, diskreditieren und den von der chinesischen Regierung ernannten Lama anerkennen. Viele Gläubige wollen sich solch drastischen Eingriffen in ihre Religion nicht unterwerfen.

Die Flucht aus dem chinesischen Machtbereich ist lebensgefährlich; viele erfrieren oder stürzen im Hochgebirge, und selbst, wenn sie Nepal erreichen, werden sie oft von den dortigen Behörden an China ausgeliefert. Chinesische Grenzsoldaten führen immer wieder Einsätze gegen diese Flüchtlinge durch, so am 30. September 2006, als zwei Tibeter getötet und 30, darunter auch Kinder und Jugendliche, festgenommen wurden. Über ihren Verbleib und ihre Situation konnte trotz Anfragen von UN-Gremien und verschiedenen Regierungen nichts in Erfahrung gebracht werden.

IGFM: Entwicklungshilfe der besonderen Art

Die IGFM befürchtet, dass das Training der chinesischen Soldaten in Österreich ein Zeichen für den Willen Chinas ist, die Grenzkontrollen weiter zu verschärfen. "Während Europa zu Recht am Waffenembargo gegen die Volksrepublik China festhält, setzt Österreich die falschen Akzente", erklärt Karl Hafen, Geschäftsführender Vorsitzender der IGFM.

Die IGFM fordert daher die österreichische Regierung auf, künftig militärische Kooperation mit Staaten, deren Militär Teil eines staatlichen Unterdrückungsapparats ist, zu unterlassen. "Seit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 war dies erste militärische ’Entwicklungshilfe’ auf europäischem Boden. Sie sollte die letzte gewesen sein." Die IGFM fordert die chinesische Regierung auf, ihre Grenzpolitik zu ändern sowie den Tibetern ihr Menschenrecht auf Religionsfreiheit und Entfaltung ihrer Kultur zuzugestehen.

Medieninformation

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte

IGFM - Deutsche Sektion e.V.

Borsigallee 9, 60388 Frankfurt/Main

Tel.: 069/420108-0, Fax: 069/420108-34

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