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Berufspolitik in der Pflege – werden falsche Akzente gesetzt?

02.03.200710:33 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Berufspolitik in der Pflege – werden falsche Akzente gesetzt?

(openPR) Wir haben darüber berichtet, dass Vincentz.net eine Online – Umfrage zum folgenden Thema durchgeführt hat.

„Viele qualifizierte Pflegekräfte halten ihre Arbeit für unterbewertet, so DPR-Präsidentin Marie-Luise Müller kürzlich während eines Pflegekongresses. Erforderlich seien mehr Kompetenzen. Wie ist Ihre Meinung?“



Das Ergebnis der Umfrage liegt zwischenzeitlich vor.

Qualifizierte Pflegekräfte müssen mehr Verantwortung bekommen. Gerade mit Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sollten auch sie Zugriff auf Patientendaten erhalten und mehr Kompetenz bei der Integrierten Versorgung (48.57 %)

Die Wertigkeit des Pflegeberufs wird nicht daran zu messen sein, ob künftig das Pflegepersonal ein Rezept ausstellen darf oder nicht (51.43 %)

Quelle: Vincentz.net http://www.vincentz.net/homepage/umfragen.cfm

Kurze Anmerkung:
Sicherlich ist das Ergebnis bei 70 abgegebenen Stimmen nicht repräsentativ, aber durchaus interessant. Aus der Sicht der Praxis scheint jedenfalls die Frage nach mehr Kompetenzen noch nicht entschieden zu sein. Weitere Umfragen bei Vincentz.net dokumentieren diese Einschätzung. Mehr Informationen zu weiteren Umfragen, die ebenfalls eine Rückschluss auf die Frage nach mehr Kompetenzen in der Pflege gestatten, finden Sie unter dem angegebenen Link.

Zu fragen ist, ob tatsächlich die aktuelle Berufspolitik der Pflegeverbände sich mit der Einstellung der in der Praxis Tätigen deckt. Mehr Kompetenzen und die Reklamation von Vorbehaltsaufgaben für die Pflege bedeuten freilich für die Praxis mehr Verantwortung und stellen sich in der Folge als ein beachtliches Haftungsrisiko dar. Hierbei geht es nicht darum, vorhandene Ängste der Pflegenden („wir stehen ohnehin mit einem Bein im Gefängnis“) zu verstärken, sondern um die schlichte Frage, ob es für die weitere Professionalisierung der Pflege zwingend notwendig ist, sich in Teilen dem ärztlichen therapeutischen Monopol zu entziehen. Ich meine nein, denn mit der Forderung der Berufsverbände wird den Pflegenden mehr „Steine statt Brot“ gegeben, da derzeit eher eine ganzheitliche Krankenversorgung durch den Arzt gefordert ist, der dann auch die Lotsenfunktion mit Blick auf den therapeutischen Gesamtplan z.B. des Alterspatienten wahrnimmt. Die Wertschätzung der gesundheitspflegerischen Fachberufe ergibt sich nicht aus der Tatsache, dass diese künftig ein Rezept ausstellen und unterfertigen dürfen, sondern in erster Linie aus einer fachlich qualifizierten Pflege, die m.E. nach nur in enger Kooperation mit den Ärzten gelingen kann. Aus der Perspektive etwa des Alterspatienten stellt sich nicht die Frage nach Vorbehaltsaufgaben für die Pflege, sondern vielmehr der Wunsch und die berechtigte Erwartungshaltung, lege artis behandelt zu werden. Ob dies (immer) der Fall ist, kann angesichts vielfältiger Expertisen bezweifelt werden. Die Diskussion über die Defizite in der Pflege hat ihre Ursachen und lässt zumindest in Teilen den Schluss zu, dass zunächst Qualitätsdefizite aufgearbeitet werden müssen, bevor über einen exklusiven Bereich an Vorbehaltsaufgaben nachgedacht wird.

Lutz Barth

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