(openPR)
Wer überzeugt mit seiner Geschäftsidee – und gewinnt die Jahresmiete für ein leerstehendes Ladenlokal in Solingen-Ohligs inklusive Start-up-Beratung? Vor rund zwei Monaten hatten Lothar Grünewald, Geschäftsführender Gesellschafter der internationalen Personal- und Unternehmensberatung Grünewald Consulting, und das Gründer- und Technologiezentrum Solingen (GuT) zum Gründerwettbewerb aufgerufen. Jetzt geben sie die Sieger inklusive Konzept bekannt: Die Ohligser Eheleute Stefanie und Patrick Leo werden ab April dieses Jahres an der Keldersstraße den ersten „Unverpackt“-Laden der Stadt eröffnen. Der Name: „Groß und Klein.“
Solingen, 05. Februar 2021. Sie lesen sich in verschiedenste Bestimmungen ein, wägen groß- und feinblättrige Haferflocken gegeneinander ab, begutachten Riesel- und Schippständer, lernen regionale Hersteller, Händler und deren Produkte kennen: Steffi und Patrick Leo sprühen sprichwörtlich vor Tatendrang. Am 1. Februar wurden sie offiziell zu den Gewinnern des Gründerwettbewerbs „Mein eigenes Ladenlokal“ gekürt. Jetzt können sie es kaum erwarten, mit selbigem in Ohligs durchzustarten.
Nachhaltigkeit: der entscheidende Faktor
Doch nicht nur das Funkeln den Augen der beiden Ohligser überzeugte die Jury: „Heute muss man über Business as usual hinaus denken“, sagt Lothar Grünewald. Der Geschäftsführende Gesellschafter der internationalen Personal- und Unternehmensberatung Grünewald Consulting in Solingen hatte die Immobilie an der Keldersstraße erworben, in der das Gewinnerpaar nun ein Jahr lang mietfrei wirken darf. „Insbesondere Nachhaltigkeit ist kein schmückendes Beiwerk mehr, sondern in allen Branchen ein Überlebenskriterium.“ Den Gründerwettbewerb initiierte Grünewald gemeinsam mit dem Gründer- und Technologiezentrum Solingen (GuT). „Unsere Intention war, werdenden Start-ups Mut zu machen, zukunftsfähige Ideen umzusetzen und mit dem besten Konzept den Stadtteil Ohligs weiter zu beleben“, sagt Projektpartner und GuT-Prokurist Sven Wagner.
Lose Regio-Ware, zero waste, individuelle Mengen
Das Geschäftsmodell ist in Solingen bislang einzigartig: ein „Unverpackt“-Laden, barrierefrei zugänglich, in dem Kunden lose Ware wie Lebensmittel und Körperpflegeprodukte in individuellen, auf Wunsch kleinsten Mengen in mitgebrachten Behältnissen erwerben können. „So kann man zum Beispiel mal neue Frühstückscerealien oder ein anderes Waschmittel ausprobieren, ohne direkt eine Großpackung kaufen zu müssen. Oder man shoppt gezielt für dieses eine besondere Rezept“, schildert Gründerin Steffi Leo. Das Warenangebot möchten sie und ihr Mann flexibel halten, dabei Kundenwünsche berücksichtigen. Aus der Region, aber weder ausschließlich bio-zertifiziert noch rein vegan solle es sein. Patrick Leo: „Wir wollen uns nicht mit zu vielen Bestimmungen knebeln. Außerdem soll nicht der Eindruck einer geschlossenen Gemeinschaft entstehen. Wir heißen jeden herzlich willkommen.“
Ab April 2021: Einkaufen, Genießen, Plauschen
Und das bereits ab April dieses Jahres, so der Plan. „Einige bürokratische Hürden müssen wir noch nehmen. Dann fangen wir an, unser Ladenlokal heimelig auszugestalten“, sagt Steffi Leo. Umrahmt werden soll der Unverpackt-Handel mit einem kleinen Café oder Bistro, wo Menschen bei Getränken und selbst zubereiteten Snacks beisammen sitzen können. „Persönlichen Austausch finde ich sehr wichtig“, sagt Steffi Leo, die mithilfe ihrer Kontakte in die Verlagsbranche auch – sobald wieder zulässig – Lesungen im Laden veranstalten möchte. Zu Themen wie bewusste Ernährung oder Nachhaltigkeit. Das ergänze das Zusammenspiel von fast 100 Prozent Plastikmüllvermeidung, einem regionalen Produktsortiment und einer zentralen Lage, die Erledigungen zu Fuß oder mit dem Rad ermögliche, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren.
GuT leistet Gründerberatung
Bei der Detailplanung des Businessvorhabens inklusive Finanzen unterstützt die Gründer Phil Derichs, Start-up-Manager im GuT. „Ihr Timing könnte besser nicht sein“, sagt er. „Sowohl privaten als auch unternehmerisch denken Menschen derzeit um. Das Konzept passt perfekt in unsere Zeit.“ Im Stadtteil wie auch im Ehepaar Leo erkennt Derichs nach eigenen Angaben das Potenzial: „Die Überzeugung der beiden, dass das ein richtig gutes Geschäft wird, überzeugt auch mich.“ – Man sehe, dass die beiden große Lust auf ihr Projekt hätten, ergänzt Agenturinhaber Lothar Grünewald. „Nach meiner Erfahrung haben diejenigen, die fokussiert und energetisch ihr Ziel verfolgen, die größten Chancen, es auch zu erreichen.“ Der Aufruf zum Gründerwettbewerb kam laut Patrick Leo wie gerufen: „Es war der finale Schubs in die richtige Richtung. Jetzt können wir unser Geschäft aufbauen. Und das dank der umfangreichen Unterstützung bei erfreulich geringem Risiko.“
Zu den Gewinnern:
Stefanie „Steffi“ Leo, ihr Leben lang in Ohligs ansässig, ist im Stadtteil keine Unbekannte. Seit mehr als 15 Jahren bewegt sie sich selbstständig in der Verlagsbranche und rief das Projekt „Die Bücherkinder“ ins Leben (www.buecherkinder.de). Stundenweise arbeitet sie überdies in der Ohligser Buchhandlung „Die Schatzinsel“. Als „echte Ohligserin“ setzt sich die Mutter dreier Söhne für die Belange „ihres Stadtteils“ ein – und freut sich darauf, mit ihrem „Unverpackt“-Laden einen Beitrag für ein belebtes Quartier zu leisten.
Patrick Leo träumte schon als Kind von einem eigenen Kaufladen. Seinen beruflichen Werdegang prägte dann allerdings die Biologie. 22 Jahre lang arbeitete der Solinger im pharmazeutischen Außendienst, zuletzt mit dem Schwerpunkt Medizintechnik insbesondere in Süd- und Ostafrika. Nach einer betriebsbedingten Kündigung seitens seines Arbeitgebers im vergangenen Sommer wurde ihm klar: Jetzt oder nie – ab in die Selbstständigkeit! Dass er nun gemeinsam mit seiner Ehefrau Steffi einen Unverpackt-Laden eröffnen und betreiben würde, hätte er bis vor einigen Wochen noch nicht glauben mögen.
Zum Ladenlokal:
Die Immobilie befindet sich im aufstrebenden Stadtteil Solingen-Ohligs an der Keldersstraße. Die Räumlichkeit (135 m² Nutzfläche, verteilt über zwei Etagen) bietet ausreichend Platz für Verkaufsfläche, Bürotätigkeiten und Sanitäre Anlagen. Das Erdgeschoss, umgeben von einer verglasten Schaufensterfront, besitzt eine Servicefläche von 70 Quadratmetern.









