(openPR) Essen, 29.07.2020. Am Sonntag, 9. August 2020 lädt der Bund Deutscher Architekten (BDA) Essen um 11 Uhr zur Architekturführung ein. Der BDA-Architekt Wolfgang Zimmer und die Kunsthistorikerin Dr. Hannah Feldhammer nehmen Interessierte mit auf einen Rundgang durch die von Josef Rings von 1920 bis 1924 konzipierte und gebaute Wohnsiedlung in Essen-Stadtwald. Teilnehmende der Führung lernen die besonderen Qualitäten der Siedlung kennen. Welche Unterschiede und Weiterentwicklungen es zu anderen Quartieren wie etwa der Essener Margarethenhöhe gibt, wollen die beiden Experten ebenfalls herausarbeiten. Die Führung startet am Torhaus der Eyhof-Siedlung in der Angerstraße. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Historisches Quartier für das Essener Bürgertum
Vor rund 100 Jahren begann die Geschichte der Eyhof-Siedlung im Essener Süden. Der Gemeinnützige Bauverein Essen-Stadtwald hatte den Architekten und Stadtplaner Josef Rings (1878–1957) mit der Konzeption einer neuen Siedlung beauftragt. In rund 300 Wohnungen sollte die Essener Mittelschicht ein neues Zuhause finden - in landschaftlich schöner Umgebung am Rande der Industriestadt. Das Wohnangebot umfasste Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser mit Wohnflächen von 60 bis 160 Quadratmetern. Schon 1925 würdigte Essens damaliger Planungsdezernent Hermann Ehlgötz das neue Quartier in einer Publikation als Muster von Sachlichkeit und Zweckmäßigkeit, hineinkomponiert in eine prächtige, grüne Umgebung. Und auch heute noch findet der BDA-Architekt Wolfgang Zimmer: „Die besondere Qualität der Eyhof-Siedlung liegt im Städtebau und der ist, trotz aller Veränderungen der einzelnen Häuser, auch heute noch sehr gut ablesbar!“
Moderner Siedlungsbau mit klarem Konzept und markanter Gestaltung
Dass einem Teil des städtebaulichen Ensembles nun der Abriss droht und Gebäude an der Angerstraße Neubauten weichen sollen, sorgt seit Herbst 2019 für Aufregung und Unmut. Anders als die Margarethenhöhe steht die Eyhof-Siedlung nicht unter Denkmalschutz. Gleichwohl sei das historische und von den Bewohnern geschätzte Quartier als bauliches Ensemble stadtteilprägend. Es habe historische, städtebauliche und künstlerische Bedeutung und sei als bauliche Rarität erhaltenswert, so die Meinung vieler Essener. Mehr noch, so erklärt die Kunsthistorikerin Dr. Hannah Feldhammer, bestehe die Modernität der Siedlung in dem klaren Konzept der Baukörper und der markanten Gestaltung des öffentlichen Raumes durch das Erzeugen von Blickachsen und Symmetrien. Gleichzeitig sei die gesamte Siedlung an die Gegebenheiten der Topografie angepasst und als moderne Weiterführung der Gartenstadtidee gebaut.
Welche weiteren baulichen Besonderheiten die Eyhof-Siedlung auszeichnen, erfahren Interessierte anlässlich der Architekturführung am 9. August 2020. Die Führung ist Teil einer monatlich stattfindenden Veranstaltungsreihe, zu der der BDA Essen seit 2014 einlädt. Inhaltliche Schwerpunkte sind Architektur und Baukultur.
Weitere Informationen zur Siedlung: http://www.eyhof-siedlung.de/
Weitere Informationen zur Veranstaltung: http://www.bda-essen.de/events/architekturfuehrung-durch-essener-eyhof-siedlung/













