(openPR) Groß Kreutz, August 2019 – Biorindfleisch, Nachhaltigkeit, Tierschutz und das Bio-Siegel; Schlagwörter mit dem jeder etwas verbinden kann, und vielleicht bald soll eine umstrittene Fleischsteuer das Tierwohl fördern. Jedoch sind sich viele Menschen immer noch nicht genau sicher, was all diese Nachhaltigkeits-Begriffe wirklich aussagen sollten. Denn einfach ein Gesetz in Form eines grünen Logos auf das teurere Biofleisch zu drucken, löst nicht die kausale Problematik, sondern behandelt nur ihre Symptomatik.
Wie auch in folgendem Blogartikel (www.das-gute-fleisch.de/biofleisch-worum-geht-es-eigentlich) hervorgeht ist als Hauptursache für die allgemeine Unsicherheit beim Fleischkauf mangelnde oder fälschliche Aufklärung des Konsumenten anzuführen. Wer kann es der Gesellschaft auch verübeln? Schließlich ist der Fleischkonsum anerzogen und das saftige Gute zählt zu den Grundnahrungsmitteln; Eine Selbstverständlichkeit mit fatalen Risiken für unsere Gesundheit, aber besonders für unser Klima. Dabei wäre es laut offiziellen Aussagen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung schon gesünder, wenn sich der durchschnittlich wöchentliche Fleischkonsum eines Erwachsenen auf 300-600 Gramm beschränkt. Wir sprechen dann also von einer bewussten Ernährung, bei der man sich auch die Tierschutz- und Umweltaspekte bewusst machen sollte, die mit der Rindfleisch-Produktion zusammenhängen. Das Umstellen zur bewussteren Ernährung im Sinne der Nachhaltigkeit und des Tierschutzes ist für die meisten eher ein neuer Trend als eine valide Option, die sich einfach in den Alltag integrieren ließe. Man kann sich zwar von den zahlreichen Ideen der Grünen oder der SPD für mehr Tierschutz oder der Einschränkung von Massentierhaltung begeistern lassen, aber für einen Großteil der Bevölkerung scheint dies nichts am allgemeinen Kaufverhalten zu ändern: Wie bei fast allen Grundnahrungsmitteln hat der Preis als Entscheidungsfaktor auch beim Fleisch immer noch die höchste Priorität. Discounter unterbieten sich gegenseitig, lassen immer günstiger produzieren und importieren, sodass große Restbestände weggeworfen werden müssen. Beispielsweise wird Fleisch zur Sommerzeit zum günstigen Ziel vieler Schnäppchengriller. Das gesparte Geld lockt dann viele Leute in die Naivität: Es ist vermutlich bekannt, dass die Tiere vom Discounter-Bauern nicht das erfüllteste Leben hatten, aber dieses Bewusstsein wird beim Billigkauf gekonnt durch das erfüllende Gefühl, Geld gespart zu haben, deaktiviert und durch den belohnenden Geschmack schnell wieder vergessen. Gerade dieses Verhalten muss sich laut Tierschützern grundlegend ändern, um tatsächlich das Leben der Nutztiere zu verbessern. Ein Bio-Siegel mit zu niedrigen Haltungsstandards spielt ebenso wie die Billigpreisstrategie mit dem Belohnungszentrum des Menschen. Die Konsumenten werden dann im Glauben gelassen, die vermarktete Bio-Massentierhaltung würde sich groß vom Rest der Industrie absetzen und sie könnten ihr Gewissen rein kaufen. Viele Bürger und Politiker sind daher skeptisch gegenüber Bio-Siegeln und fordern staatlich initiierte Tierschutzreformen.
Aktuell wird nun über eine Anhebung der Mehrwertsteuer bei Fleischprodukten diskutiert. Diese liegt zur Zeit, wie bei allen anderen Grundnahrungsmitteln in Deutschland, bei ermäßigten sieben Prozent anstelle der üblichen 19 Prozent. Die zusätzlichen Einnahmen sollen dann genutzt werden, um vor allem den Umbau der Höfe zu einer artgerechteren Haltung der Tiere zu ermöglichen. Doch dies wäre laut einer Sprecherin des Finanzministeriums überhaupt nicht möglich, da Steuereinnahmen nicht zweckgebunden seien. Ein Großteil der Fleischmengen wird durch das Ausland importiert und die Steuereinnahmen würden die Höfe dort niemals erreichen.
Die diskutierte Steuererhöhung auf Fleisch könnte außerdem auch den heutigen Bio-Bauern schaden, die sich jetzt schon für Tier- und Umweltschutz einsetzten. Die Aufschläge könnten vor allem bei dem kontroversen Billigfleisch geringer ausfallen, was zur Folge hat, dass noch mehr Kunden zu der mehrfach günstigeren Massenware greifen. Auch der Deutsche Bauernverband äußerte sich im Bezug zu den aktuellen Debatten und vertritt die Meinung eine Fleischsteuer sei zu kurz gedacht.
Eine neue Alternative zum bewussten und nachhaltigen Genuss von Fleisch gewinnt unter den neusten Entwicklungen immer mehr Zuspruch: Crowdbutching. Die Idee hierbei ist dabei nicht neu, sondern vielmehr unter den rasanten Entwicklungen der letzten Jahrhunderte in Vergessenheit geraten. Das grundlegende Konzept beschreibt, dass durch einen respektvollen Umgang mit Nutztieren nichts von dem Tier verschwendet und das Fleisch so portioniert wird, dass man die nächsten Fleischmahlzeiten bewusster planen muss. Einige wenige Tiere, denen ein artgerechtes Leben ermöglicht wird, werden nach der Schlachtung, unter verschiedenen Kunden aufgeteilt. Dieser Prozess würde in der Regel sehr lange dauern, da kein Tier zur Schlachtung kommt, das nicht schon komplett verkauft ist.
Das Internet spielt hier also eine zentrale Rolle: Bei www.das-gute-fleisch.de , einem Biofleisch-Onlineshop mit eigenem Biohof, der sich aktiv für die nachhaltige Produktion von Fleischprodukten einsetzt, verkauft seine Waren nach dem Prinzip des Crowdbutchings. Der Kunde sucht sich in dem Onlineshop ein bereits zusammengestellten Paketen aus oder stellt sich unter bestimmten Voraussetzungen ein eigenes Paket zusammen. Sobald ein Gallowayrind dann komplett verkauft wurde, wird es zur Schlachtung geführt und nach einer ca. zwei- bis fünfwöchigen Fleischveredelungs-Phase (dry aged) den Kunden nach Hause geliefert. Dies verhindert, dass übermäßig viele Tiere gehalten und geschlachtet werden, was sich schonend auf die Umwelt auswirkt. Die überschaubare Anzahl der Tiere ermöglicht auch dem Bauern, sich bewusst um jedes Tier zu sorgen und den Standard für das Leben von Nutztieren deutlich anzuheben.
Trotz solcher neuen Alternativen liegt es immer noch an den Konsumenten, sich mit einem bewussten Fleischgenuss auseinander zu setzten, doch wagen auch Anbieter wie das-gute-fleisch.de Schritte, um dieses Bewusstsein zu fördern und den Konsum von nachhaltig produzierten Fleischprodukten zugänglich zu machen.










