(openPR) Deutschlands Energiepolitik ist Anlass zu ernster Sorge. Nach einem völlig überhasteten Ausstieg aus der Kernenergie soll Deutschland nun auch komplett aus der Kohleenergie ausstiegen. So will es die Kanzlerin und ihre schwarz-rot-grüne Gefolgschaft in Politik und Medien unter dem hochtrabenden Namen „Energiewende“.
Auch in Bayern sind die Folgen dieser „Energiewende“ zu spüren. 2022 soll das Kernkraftwerk Isar 2 abgeschaltet werden. Ein zuverlässig laufendes Kraftwerk, das lt. Wikipedia „als drittes Kernkraftwerk weltweit die 350 Milliarden Kilowattstunden Marke (überschritt), wodurch seit der Inbetriebnahme etwa 350 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden konnten.“
Ein Tsunami der Isar ist weiterhin nicht zu erwarten, so dass es ideologische Gründe sein müssen, warum dieses Kernkraftwerk abgeschaltet werden soll. Und das vor dem Hintergrund, dass weder die Trassen gebaut sind, um Windstrom von der Nordsee nach Bayern zu bringen, noch auch nur ansatzweise Speicherkraftwerke vorhanden wären, den Strom der „Erneuerbaren“ zu speichern, wenn der Wind mal nicht weht und die Sonne nicht scheint.
Beide Unterfangen – Ausstieg aus Kernenergie und Kohleenergie - schaden dem Industriestandort Deutschland. Energieintensive Industrien wandern ab. Die Versorgungssicherheit schwindet. Die deutschen Verbrauchspreise für Strom steigen auf das höchste Niveau in Europa. Ärmere Haushalte kommen in finanzielle Bedrängnis.
Die selbstgesteckten CO2-Ziele werden nicht mal im Ansatz erreicht. Ohne den Atomstrom aus Frankreich und der Zuschaltung österreichischer Gaskraftwerke wäre dieses System bereits im ersten Blackout geendet.
Hinter der gesamten Energiewende steckt das, was der große Ökonom Friedrich Hayek als „Anmaßung von Wissen“ bezeichnet hat. Bei dieser „Energiewende“ maßt sich eine politische Elite an, zu wissen, welche Energieversorgung, welcher Energiemix genau der „richtige“ für das Land sei – in diesem Fall ganz viel Wind- und Sonnenenergie und keinerlei Kern- und Kohleenergie.
Mehr noch: Nicht nur, dass man sich dieses Wissen anmaßt, man glaubt auch noch Vorbild für die ganze Welt zu sein, die – ginge es nach schwarz-rot-grünen Politikern – gefälligst dem deutschen Beispiel zu folgen habe. Geht es nach Schwarz-Rot-Grün, soll am deutschen Wesen mal wieder die Welt genesen.
Das Ganze wird begleitet mit der in diesem Land inzwischen geradezu neurotischen Technologie- und Forschungsfeindlichkeit. Wenn es nicht Forschung betrifft, die von grünen Hohepriestern der Moral als „gut & nützlich“ kategorisiert wird, hat sie in Deutschland zu unterbleiben. Forschung auf Feldern wie Kernkraft oder Gentechnik soll daher verhindert werden, soweit nur irgend möglich.
Deutschland ist auf dem Weg in eine sozialistische, moralisch aufgeblasene Energie-Planwirtschaft. Dies muss dringend gestoppt werden.
Das effizienteste Entdeckungsverfahren, um einen zuverlässigen Energiemix zu bekommen, ist der freie Markt. Der Staat möge die Rahmenbedingungen schaffen, aber Vorgaben, Subventionen und alle sonstigen Markteingriffe tunlichst unterlassen. Welche Energieversorgung, welchen Energiemix wir dann am Ende bekommen, muss das Ergebnis eines fortwährenden Marktprozesses sein.
Ebenso muss die Forschungsfeindlichkeit in Deutschland dringend überwunden werden. Freie Forschung muss auf allen naturwissenschaftlichen Gebieten, auch der Kern- und der Gentechnik, möglich sein.
Denn eines ist ja ohnehin klar: Nur weil deutsche Haltungspolitiker diese Forschung in Deutschland verhindern, heisst das nicht, dass diese nicht stattfindet – im Gegenteil: Es wird fleissig geforscht, nur halt nicht mehr in Deutschland. So verliert man den Anschluss an Schlüsseltechnologien im Heute und stärkt die Industrienationen von Morgen.
Und wie irrig der Glaube unserer Eliten ist, Deutschland nähme mit seinem Ausstieg aus Kern- und Kohleenergie eine Vorbildfunktion für andere Nationen ein, widerlegt die mächtigste Lehrmeisterin überhaupt: Die Realität. Ein nüchterner Blick auf die Übersicht der in Bau oder in Planung befindlichen Kernkraftwerke - es sind weltweit 150(!) - ergibt, dass alle führenden und alle aufstrebenden Industrienationen dieser Erde neue Kernkraftwerke planen und bauen.
Deutschland war und ist mit seinen Sonderwegen schon immer schlecht beraten. Das müssen wir ändern. Kehren wir zur Vernunft zurück und stoppen die „Energiewende“ so schnell es geht. Deutschland braucht freie Forschung. Und Deutschland braucht einen vernünftigen Energiemix, bei dem Kernkraft und Kohleenergie auch weiterhin eine tragende Rolle übernehmen können.
Dr. Peter Reich
Stv. Landesvorsitzender
LKR BAYERN









