openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Hermann Gröhe neuer Bundesgesundheitsminister

16.12.201315:26 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Hermann Gröhe: Der neue Bundesgesundheitsminister steht vor großen Herausforderungen - Es gilt vor allem, für die kranken, behinderten und pflegebedürftigen Menschen eine in die Zukunft tragende Pflegereform zu gestalten.

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk begrüßt die Ernennung des Neusser Bundestagsabgeordneten Hermann Gröhe zum Bundesgesundheitsminister und wünscht ihm für die politische Arbeit viel Erfolg. Herr Gröhe hat bei seiner Arbeit als CDU-Generalsekretär bewiesen, dass er in vielfältiger Weise sachlich und kompetent für die Gemeinschaftsbelange wirken kann. Die Erwartungen bezüglich der in den Gesundheits- und Pflegesystemen erforderlichen Reformmaßnahmen sind gewaltig.



Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat aber bereits im Zusammenhang mit den Koalitionsverhandlungen konkrete Vorschläge für Reformen im Gesundheits- und Pflegesystem vorgelegt und sieht dabei die Notwendigkeit, bestimmte Prioritäten zu setzen.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk erscheint es wichtig herauszustellen, dass der Hauptknackpunkt einer Pflegereform darin gesehen werden muss, neben der Veränderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes den Pflegenotstand aufzulösen. Dazu wurden wiederholt nähere Ausführungen vorgelegt.

Vereinfacht lässt sich sagen: Ohne deutlich mehr Personal wird es keine bessere Pflege geben! Grundlagen für verbesserte Personalausstattungen sollten Personalbemessungssysteme (möglichst als Rechtsverordnungen) sein, so dass eine bedarfsgerechte Personalzuordnung entsprechend den jeweiligen Pflegeanforderungen gewährleistet werden kann. Die zwischen den Verbänden ausgehandelten Stellenschlüssel sind völlig unzureichend (und weichen regional voneinander ab). Der § 75 SGB XI sollte dieserhalb grundlegend überarbeitet werden. - Im Übrigen gibt es für die Krankenhäuser überhaupt keine verbindlichen Stellenvorgaben (ähnlich der 1995 abgeschafften PPR). Einer Stellenausweitung zur Gewährleistung einer verbesserten Zuwendung für pflegebedürftige Menschen und Patienten müssen natürlich auf Länderebene entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen folgen. Die Tarifvertragsparteien sind ergänzend aufgerufen, schnellstmöglich verbesserte Arbeitsbedingungen, vor allem höhere Vergütungen, zu vereinbaren. – So kann auch die massive Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland, meist ohne ausreichende Sprachkompetenz (für Demenzkranke mit verheerenden Auswirkungen), vermieden werden.

Die erst kürzlich vorgelegte Veröffentlichung von Susanne Moritz „Staatliche Schutzpflichten gegenüber pflegebedürftigen Menschen“ stützt die hiesige Argumentation.

Weitere Reformerfordernisse werden darin gesehen, dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ mehr Geltung zu verschaffen und durch eine bessere solidarische Finanzierung die Hilfe- und Unterstützungsstrukturen nachhaltig zu sichern, ergänzt durch kommunale Quartierskonzepte. Geeigneten Vorgaben für neue kommunale Strukturen von Quartierskonzepten (im Rahmen der örtlichen Daseinsvorsorge) sollten daher besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Offensichtlich erkennen die Kommunen nur vereinzelt und völlig unzureichend, was es angesichts der demografischen Entwicklung jetzt zu tun gilt.

In einer Erklärung vom 22.10.2013 wurde bereits ausgeführt:

> Die BRD hat sich bereits in ihren Anfängen zur Marktwirtschaft bekannt. Im Gefolge dieser marktwirtschaftlichen Ausrichtung ist auch das Gesundheits- und Pflegesystem ökonomisch ausgerichtet worden. Diese ökonomische Ausrichtung ist wohl grundsätzlich richtig, darf aber nicht zum Selbstzweck werden. Vielfältige soziale Aspekte müssen Berücksichtigung finden (-> Art. 1, 2 und 20 Grundgesetz).
Leider sind aber die einschlägigen Lobbyisten seit vielen Jahren dabei, allein der ökonomischen Ausrichtung des Gesundheits- und Pflegesystems stets mehr Raum zu geben. Die Interessen der Patienten und pflegebedürftigen Menschen kommen dabei immer weniger zur Geltung. Es gelingt z.B. seit Jahren nicht einmal, die "Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Personen" in subjektiv-öffentliche Rechte umzuwandeln und damit einen verbindlichen Rahmen zu geben.
So hat sich auch in den Krankenhäusern das Prinzip breit gemacht, dass Umsätze mittels Fallpauschalen (DRG) höchste Priorität haben (siehe z.B. die große Zahl unnötiger Operationen). Folglich bleiben auch die Interessen der Pflegekräfte auf der Strecke nach dem Motto: "Ärzte bringen Geld, Pflegekräfte kosten Geld." - Das ist eine Entwicklung, hier nur in Kürze skizziert, der in einer Gesundheits- und Pflegereform entschieden entgegen getreten werden muss. <

Bei allen Reformschritten ist sicherlich den Geboten der „Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit“ gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Aber bei allen Ökonomisierungserwägungen gehören die Interessen der kranken, behinderten und pflegebedürftigen Menschen klar in den Mittelpunkt der anstehenden Entscheidungen.

Werner Schell,
Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 767413
 1172

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Hermann Gröhe neuer Bundesgesundheitsminister“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

Kommunale Quartiershilfen, generationenübergreifend gestaltet, müssen das Pflegeversicherungssystem ergänzen
Kommunale Quartiershilfen, generationenübergreifend gestaltet, müssen das Pflegeversicherungssystem ergänzen
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat sich in einem Brief vom 29.08.2016 an den Deutschen Bundestag gewandt und Korrekturen des vorgelegten Gesetzentwurfs für ein Pflegestärkungsgesetz (PSG) III gefordert. Mit dieser Zuschrift wird verdeutlicht, dass mehr Pflegeberatung im Sinne des vorliegenden Gesetzentwurfes für ein PSG III nicht erforderlich ist. Pflegeberatung ist bereits jetzt den Pflegekassen als Pflichtleistung auferlegt und bedarf keiner kommunalen Ergänzung. Pflegestützpunkte brauchen wir schon mal überhaupt nicht. Das sind eher beh…
Gesundheitsbewusste Lebensführung kann Demenz vermeiden helfen
Gesundheitsbewusste Lebensführung kann Demenz vermeiden helfen
Es muss darum gehen, mehr auf Prävention und größte Sorgfalt bei Diagnostik und Therapie zu setzen! Demenz – „… mit Schreckensmeldungen werden nicht nur Ängste geschürt und Geschäfte gemacht, sondern auch Millionen von Menschen in die Irre geführt.“ So das Urteil von Cornelia Stolze in ihrem Buch "Verdacht Demenz - Fehldiagnosen verhindern, Ursachen klären und wieder gesund werden" (Herder, 2016). In einer Pressemitteilung vom 29.01.2016 haben Leipziger Demenzforscher der Öffentlichkeit ähnlich lautende Studienergebnisse zur Prävention vor…

Das könnte Sie auch interessieren:

Pflegemissstände - Was ist zu tun ? ... Lösungsansätze ...
Pflegemissstände - Was ist zu tun ? ... Lösungsansätze ...
… hilft niemandem. Beim Pflegetreff am 13.05.2014, der sich schwerpunktmäßig mit dem Pflegenotstand befasst hat, wurden entsprechende Anforderungen vorgetragen und dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Schriftform zur Berücksichtigung bei den anstehenden Gesetzesinitiativen übergeben. Siehe dazu: Pflegenotstand - Thema beim Pflegetreff in Neuss …
Bild: Rheuma - Ich zeig’s Dir beim BundesgesundheitsministerBild: Rheuma - Ich zeig’s Dir beim Bundesgesundheitsminister
Rheuma - Ich zeig’s Dir beim Bundesgesundheitsminister
Wie fühlt es sich an, Rheuma zu haben? Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat nun einen kleinen Eindruck davon bekommen: Vertreter der Deutschen Rheuma-Liga statteten dem Minister am 8. April 2014 einen ersten Besuch ab und brachten dabei „Rheuma-Simulationshandschuhe“ zum Ausprobieren mit. Bonn, 10. April 2014. Eine Wasserflasche öffnen, …
Bild: Bundesgesundheitsminister Gröhe: „Patientennahe und ideenreiche Gesundheitsversorgung in der MHH“Bild: Bundesgesundheitsminister Gröhe: „Patientennahe und ideenreiche Gesundheitsversorgung in der MHH“
Bundesgesundheitsminister Gröhe: „Patientennahe und ideenreiche Gesundheitsversorgung in der MHH“
Patientenuniversität und Transplantations-Nachsorgemodell NTx360° stellen Arbeit vor --- Gleich zwei Bereiche der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei seiner alljährlichen Gesundheitsinformationsreise quer durch Deutschland am 24. August 2017 besucht: die Patientenuniversität und das bundesweit einmalige …
Rehabilitation in der Pflege aufwerten
Rehabilitation in der Pflege aufwerten
Eine Aufwertung der Rehabilition in der Pflege hat der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe angekündigt. Die Rehabilitation sei bisher auf Wiedereingliederung fokussiert. Das müsse sich ändern, fordert Gröhe. Die aktuelle Pflegereform soll dazu beitragen, dem Prinzip Rehabilitation vor Pflege in Deutschland mehr Gewicht zu verleihen. Dazu ist aus …
Bild: Gesundheitsminister lobt Praxisklinik Dr. SchlotmannBild: Gesundheitsminister lobt Praxisklinik Dr. Schlotmann
Gesundheitsminister lobt Praxisklinik Dr. Schlotmann
Hermann Gröhe auf besonderem Zahnarzt-Termin in Dorsten. Sein Fazit: "Echter Innovationsmotor im Ruhrgebiet". ------------------------------ Dorsten, 10.8.2016 - Der Bundesgesundheitsminister auf der Suche nach "Innovationsmotoren im Gesundheitswesen". Und da informiert er sich ausgerechnet in einer Zahnarztpraxis? Früher schwer vorstellbar, heute ein …
„Pflege gemeinsam gestalten – aktuelle Herausforderungen der Pflegepolitik“
„Pflege gemeinsam gestalten – aktuelle Herausforderungen der Pflegepolitik“
Fast 300 Gäste kamen zum Vortrag von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe an der PTHV --- Am 15.08.2017 besuchte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar (PTHV), um die Universität mit der einzigen Pflegewissenschaftlichen Fakultät in Deutschland kennenzulernen und sich über Lehre und Forschung an …
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe im Vinzentius-Krankenhaus Landau
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe im Vinzentius-Krankenhaus Landau
Podiumsdiskussion zu gesundheitspolitischen Fragen Landau, 1. März 2016 Den Vormittag des heutigen Tages verbrachte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Landau. In den Räumlichkeiten des Vinzentius-Krankenhauses nahm er Stellung zu aktuellen Aufgaben und künftigen Herausforderungen der Gesundheitspolitik und stellte sich den Fragen und Kommentaren …
Bild: Gesundheitsminister Gröhe zu Besuch bei der pronova BKKBild: Gesundheitsminister Gröhe zu Besuch bei der pronova BKK
Gesundheitsminister Gröhe zu Besuch bei der pronova BKK
Leverkusen, 6. Mai 2014: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat am vergangenen Freitag (02.05.) die pronova BKK am Standort Leverkusen besucht. In einem rund einstündigen Gespräch diskutierten Lutz Kaiser, Vorstandsvorsitzender der pronova BKK, und der alternierende Verwaltungsratsvorsitzende Karl-Josef Ellrich mit dem Minister die aktuellen Gesetzesvorlagen …
Termineinladung: World Health Summit 2017
Termineinladung: World Health Summit 2017
… Health Summit Präsident, Deutschland) Opening Ceremony Sonntag, 15. Oktober, 17:00-18:30 Kosmos, Saal 1 „Rudolf Virchow“ Sprecher: • Hermann Gröhe (Bundesgesundheitsminister, Deutschland) • Adalberto Campos Fernandes (Gesundheitsminister, Portugal) • Joanne Liu (Internationale Präsidentin, Ärzte ohne Grenzen, Schweiz) • Werner Baumann (Vorstandsvorsitzender, …
Mehr Personal = bessere Pflege - Pflegereform muss Schwerpunkte setzen
Mehr Personal = bessere Pflege - Pflegereform muss Schwerpunkte setzen
Pflegetreff am 13.05.2014 in Neuss-Erfttal mit dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe Bei der Veranstaltung geht es mit einem hochkarätig besetzten Podium um grundsätzliche Fragen der aktuellen Pflegepolitik und die Auflösung des Pflegenotstandes nach dem Motto "Mehr Personal = bessere Pflege" Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk lädt zum (20.) Pflegetreff, …
Sie lesen gerade: Hermann Gröhe neuer Bundesgesundheitsminister