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Energiewende: Gutachten mahnt großen Nachholbedarf bei der Energieeffizienz an

09.01.201316:56 UhrEnergie & Umwelt
Bild: Energiewende: Gutachten mahnt großen Nachholbedarf bei der Energieeffizienz an
EUWID Neue Energien 1-2/2013 ist am 9. Januar erschienen und umfasst 113 Nachrichten und Berichte
EUWID Neue Energien 1-2/2013 ist am 9. Januar erschienen und umfasst 113 Nachrichten und Berichte

(openPR) Die größte Baustelle der Energiewende besteht bei der effizienten Nutzung von Energie. Zu diesem Ergebnis kommt die unabhängige Expertenkommission, die die Bundesregierung bei der Erarbeitung des Monitoring-Konzepts zur Energiewende seit Oktober 2011 begleitet. Im Dezember 2012 hat die vierköpfige Kommission in Berlin ihre ersten Ergebnisse präsentiert – und dabei den zuständigen Ministern Peter Altmaier (CDU) und Philipp Rösler (FDP) einige Aufgaben mit auf den weiteren Weg gegeben. Um die Energieproduktivität zu erhöhen, „müssen Tempo und Intensität in Zukunft noch erheblich gesteigert werden“, heißt es in der Stellungsnahme der Experten.



Der Titelbericht der ersten Ausgabe von EUWID Neue Energien im Neuen Jahr widmet sich dem Monitoringbericht der Bundesregierung zur Energiewende und der zugehörigen Stellungnahme der Expertenkommission. Die Ausgabe ist am 9. Januar erschienen und umfasst insgesamt 117 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 32 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der aktuellen Ausgabe (zur kompakten Übersicht gelangen Sie hier: http://www.euwid-energie.de/printausgabe/aktuelle-ausgabe.html):

ÜBERGREIFENDE THEMEN

Die CSU will Betreiber großer Wind- oder Solarparks verpflichten, künftig eine bestimmte Menge an Strom zu garantieren. „Dies kann – ähnlich wie beim Emissionshandel – durch handelbare Zertifikate erreicht werden“, heißt es in einem Entwurf für die Klausur der CSU-Landesgruppe des Deutschen Bundestags in Wildbad Kreuth. Mit dem Kauf von Strom-Zertifikaten sollen moderne Gaskraftwerke finanziert oder Biogasproduzenten dazu motiviert werden, ihre Energie flexibel und ausgleichend einzuspeisen. Ziel sei es, eine sichere Energieversorgung zu stabilen und sozial wie wirtschaftlich tragbaren Kosten sicherzustellen.

Noch vor Weihnachten hat das Bundeskabinett den ersten Erfahrungsbericht zum Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) verabschiedet. Die Evaluation umfasst den Zeitraum 1. Januar 2009 (Inkrafttreten des Gesetzes) bis 31. Dezember 2011. Betrachtet werden insbesondere die Entwicklung der Kosten und Wirtschaftlichkeit des Einsatzes verschiedener Formen Erneuerbarer zur Wärmenutzung im Neubau, der aktuelle Stand der Markteinführung sowie technische Entwicklungen. Das Gesetz hat dem Bericht zufolge bereits in den ersten drei Jahren seines Bestehens den Ausbau erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kältenutzung weiter vorangetrieben.

Weniger Zuspruch hat in letzter Zeit das für die regenerative Stromerzeugung maßgebliche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten. Eine Musterklage des sächsischen Textilherstellers Vowalon Beschichtung GmbH aus Treuen im Vogtland gegen die EEG-Umlage kommt am 29. Januar in Chemnitz vor Gericht. Das teilte das Unternehmen mit. Allerdings rechnen die Vogtländer mit einer Abweisung der Klage. „Falls das Landgericht Chemnitz die Angelegenheit direkt an das dafür zuständige Bundesverfassungsgericht übergibt, hätten wir unser Ziel bereits erreicht“, sagte Vowalon- Geschäftsführer Gregor Götz.

Zum Jahresauftakt berichtet EUWID Neue Energien auch über die Bilanz des Ausbaus erneuerbarer Energien im Jahr 2012, die Einweihung der „Windsammelschiene“, die Pläne der Thüga zum Start eines virtuellen Kraftwerks und die Wirkungen der US-Beschlüsse zur Vermeidung des Fiscal Cliff auf die erneuerbaren Energien in den USA. Ökostromtarife, die Jahresbilanz des Renixx World und der Start des Grünstromhandels an der Wiener Strombörse zählen zu den weiteren Themen von EUWID Neue Energien 1-2/2013.

BIOENERGIE

Das Bundesumweltministerium (BMU) hat klargestellt, dass Mais nicht als Landschaftspflegematerial betrachtet werden kann. Wie der Deutsche Verband für Landschaftspflege mitteilte, wurde der Landschaftspflegebonus des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2009 im vergangenen Jahr in einigen Fällen für Mais mit Grasuntersaat vergeben. Der Verband hält diese Auslegung für falsch und begrüßt daher den Hinweis des BMU. „Wir sehen die Rechtssicherheit in der Begutachtung und die gute fachliche Praxis fast aller Umweltgutachter bestätigt“, kommentierte Thorsten Grantner, Umweltgutachter und Vorsitzender des Verbands unabhängiger Experten für Erneuerbare Energien, Recht und Technik (ERT)

Die Anbaufläche von Mais ist 2012 bei weitem nicht mehr so deutlich gewachsen wie noch im Vorjahr. Gemäß den endgültigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes blieb die Silomaisfläche nahezu unverändert. Sie stieg lediglich um 9.200 ha (+0,5 Prozent) auf 2,038 Mio. Hektar (ha). Das berichtet das Deutsche Maiskomitee (DMK). In Deutschland wuchsen 2,564 Mio. ha Mais. Das entspricht einer Wachstumsrate von 1,9 Prozent gegenüber 2011. Im vergangenen Jahr lag die Steigerung noch bei 9,6 Prozent. Die Zahlen fallen damit etwas geringer aus als bei der vorläufigen Einschätzung im Sommer. Damals wurde noch ein Wachstum von 2 Prozent erwartet.

Die Bioenergie-Berichterstattung in EUWID Neue Energien 1-2/2013 befasst sich auch mit dem neuen Kompetenznetzwerk Biogas Nordbayern, den Planungen des Mannheimer Versorgers MVV im Bioenergiebereich und einem 884-Mio.-€-Projekt für Biogasanlagen in der Ukraine. Die Marktberichterstattung beleuchtet die jüngsten Entwicklungen bei Biodiesel und Bioethanol in Deutschland und Sägerestholz in Österreich.

SOLARENERGIE

Der Neubau von Solaranlagen hat 2012 in Deutschland trotz Förderkürzungen erneut einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden im Dezember neue Anlagen mit einer Leistung von 360 MW gemeldet. Damit stieg die installierte Gesamtleistung im abgelaufenen Jahr auf rund 7.630 MW. Im Jahr 2011 lag der Zubau bei 7.500 MW. Das Ministerium betonte, seit Oktober greife die im Sommer beschlossene Förderkürzung, der zuvor unkontrollierte Photovoltaik-Ausbau gehe signifikant zurück. Der stärkste Monat war der Juni mit 1.790 MW an neu installierter Leistung. Wie die Bundesnetzagentur bekannt gab, wurden bis November neue Kapazitäten von rund 7.300 MW aufgebaut. Ende Januar will die Agentur die Dezember-Zahlen und damit auch den Zubau für das Gesamtjahr 2012 mitteilen.

Im vergangenen Jahr versorgten laut BSW-Solar etwa 1,3 Mio. Solaranlagen – vor allem auf Hausdächern – rechnerisch den Bedarf von acht Mio. Haushalten. Das entspreche einem Plus von 45 Prozent gegenüber 2011. „Deutschland erntet jetzt die Früchte seiner Anstrengungen bei der Solartechnik. Ihr Anteil an der Stromversorgung hat sich in nur drei Jahren vervierfacht. Gleichzeitig hat sich der Preis neuer Solarstromanlagen halbiert“, sagte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Neben 1,3 Mio. Photovoltaikanlagen sind in Deutschland auch 1,8 Mio. Solarwärmeanlagen in Betrieb. Jeder Fünfte heizt nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts bei Neubauprojekten bereits mit Solarthermie. Zudem nutze ein Drittel der neuen Büroimmobilien eine Solarwärme-Anlage zur Heizungsunterstützung, berichtet der BSW-Solar.

EUWID Neue Energien 1-2/2013 informiert auch über die Eignung von Deponieflächen für PV-Projekte, die landesweit größte PV-Freiflächenanlage in Mecklenburg-Vorpommern und die Entscheidungen der chinesischen Regierung im Zusammenhang mit der Konsolidierung der Branche. Unternehmensmeldungen befassen sich mit Entwicklungen bei Conergy, SMA Solar, PV Crystalox, First Solar und S.A.G. Solarstrom. Die Daten zur Solarstromeinspeisung in den Regelzonen der ÜNB ergänzen die Solar-Berichterstattung in der aktuellen Ausgabe.

WINDENERGIE

Die Kosten für Verbraucher durch die Offshore-Haftung könnten bis 2015 auf 2,2 bis 2,7 Mrd. € steigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von den Grünen in Auftrag gegebene Studie. Im kürzlich verabschiedeten Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) werden Kosten von 1 Mrd. € veranschlagt. Es sei zu erwarten, dass der Ausbau der Offshore- Windparks deutlich schneller vollzogen wird als deren Anschluss an das Stromnetz, lautet die Begründung für die Mehrkosten. In diesem Fall müssen die Betreiber der Windparks für die fehlenden Umsätze entschädigt werden.

Erst kürzlich hatte die Bundesregierung die Umwälzung der Ausfallkosten auf die Verbraucher beschlossen. „Für die Versäumnisse des Netzbetreibers und der Bundesregierung dürfen jetzt die Stromkunden geradestehen“, kommentierte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn, in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Statt der Stromkunden solle der Bund die finanzielle Verantwortung übernehmen, heißt es aus den Reihen der Grünen.

Derweil freut sich der Energieversorger EnBW in Karlsruhe über eine positive Bilanz des Ostsee-Windparks „Baltic 1“. „Die Verfügbarkeit der Anlagen lag über unseren Erwartungen und die für 2012 geplante Jahresproduktion wurde überschritten“, sagte eine EnBW-Sprecherin der dpa. Genaue Produktionszahlen wollte sie aus Wettbewerbsgründen jedoch nicht nennen. Das Frühjahr habe bei sehr guten Windverhältnissen überdurchschnittliche Erträge geliefert, im Herbst sei der Offshore-Windpark dagegen eher unterdurchschnittlich gelaufen.

Die Finanzierung des Schwerlast-Piers in Brunsbüttel, der Sozialplan bei Fuhrländer und der neue Windkrafterlass in Schleswig-Holstein ergänzen zum Jahresstart die Berichterstattung in EUWID Neue Energien.

GEOTHERMIE UND WASSERKRAFT

Die niedersächsische Landesregierung hat kurz vor Weihnachten eine weitere Förderzusage für eine tiefengeothermische Machbarkeitsstudie gegeben. Nach dem Projekt am Flughafen Hannover hat das Projekt der Stadtwerke Emden einen Zuwendungsbescheid von 250.000 € bekommen. Eine erste Vorstudie und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung hätten die geologischen und verfahrenstechnischen Möglichkeiten einer Erdwärmenutzung im Stadtgebiet von Emden untersucht und im Ergebnis als positiv bewertet, sagte Energie-Staatssekretärin Ulla Ihnen.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Schweizer Stromkonzern Repower das geplante, mehrere hundert Millionen Franken teure Wasserkraftwerk-Projekt Chlus im Kanton Graubünden weiterentwickelt hat. Das überarbeitete Projekt im vorderen Prättigau weise ein besseres Kosten-/Nutzenverhältnis auf, teilte der Konzern mit. Es nutze das Gefälle zwischen dem bestehenden Kraftwerk Küblis und dem Rhein.

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