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Dunkle Wolken über der deutschen Solarbranche: Siemens steigt aus, SMA Solar mit düsterem Ausblick

24.10.201213:33 UhrEnergie & Umwelt
Bild: Dunkle Wolken über der deutschen Solarbranche: Siemens steigt aus, SMA Solar mit düsterem Ausblick
EUWID Neue Energien 43/2012 ist am 24. Oktober 2012 erschienen
EUWID Neue Energien 43/2012 ist am 24. Oktober 2012 erschienen

(openPR) Viele Experten sagen der Solarenergie nach Erreichen der Netzparität in immer mehr Regionen einen internationalen Siegeszug voraus. Allerdings bleiben dabei zentrale Fragen offen: Wer überlebt die aktuelle Konsolidierung am Solarmarkt und kann dann von wachsenden Marktanteilen profitieren? Und welche Rolle werden die einstigen Pioniere der deutschen Solarbranche künftig am globalen Markt spielen? Die aktuellen Nachrichten verheißen mit Blick auf die zweite Frage nichts Positives: Nachdem unlängst Bosch sein Engagement im Solargeschäft in Frage gestellt hat, zieht Siemens bereits die Reißleine und verabschiedet sich von seinen Aktivitäten im Bereich der Sonnenenergie. Mit SMA Solar muss zudem ein weiteres Vorzeigeunternehmen aus Deutschland der Solarkrise Tribut zollen: Der hessische Weltmarktführer im Bereich von Solarwechselrichtern geht für das kommende Jahr von einem massiven Rückgang der Umsätze und einem „bestenfalls“ ausgeglichenen operativen Ergebnis aus. Bislang zählte SMA Solar zu den ganz wenigen Solarunternehmen, die profitabel durch die Krise gekommen sind.



Ausgabe 43/2012 von EUWID Neue Energien befasst sich auf dem Titel mit dem Ausstieg von Siemens aus dem Solargeschäft. Die Ausgabe ist am 24. Oktober erschienen und umfasst insgesamt 91 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 32 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der Ausgabe (zur kompakten Übersicht gelangen Sie hier: http://www.euwid-energie.de/printausgabe/aktuelle-ausgabe.html):

ÜBERGREIFENDE THEMEN

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Einsatz gegen zu hohe Strompreise in Deutschland zur Chefsache erklärt. „Ich sehe dringenden Reformbedarf für das EEG“, sagte sie vergangene Woche in Berlin. Merkel kündigte beim Arbeitgebertag eine Überprüfung der Industrie-Rabatte bei der Förderung erneuerbarer Energien an. Allein diese Ausnahmen machten 0,5 Cent des aktuellen Anstiegs der EEG-Umlage aus, ihr Anteil sei damit genauso groß wie Mehrkosten bei der Solarenergie, sagte Merkel. „Diesen Teil müssen wir uns noch einmal anschauen, ob das jetzt eigentlich richtig war, dass wir so viele Unternehmen herausgenommen haben. Denn es sind jetzt mehr als die, die im internationalen Wettbewerb stehen.“ Wenn deshalb alle anderen einen höheren Strompreis zahlten, werde es schwierig.

Verschärft wird die Strompreisdebatte durch die anstehende Erhöhung der Netzentgelte. „Im Windschatten der EEG-Debatte drehen die Netzbetreiber kräftig an der Preisschraube. Dabei könnte ein effizienterer Netzbetrieb die Verbraucher jährlich um mehrere Mrd. € entlasten und die Energiewende beschleunigen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Ökostromanbieters LichtBlick, Heiko von Tschischwitz. Nach Informationen von LichtBlick werden die Netzentgelte 2013 auf etwa sieben ct/kWh bzw. jährlich 280 € pro Haushalt erhöht. Sie machen rund ein Viertel des Strompreises aus und belasten die Stromkunden damit stärker als die EEG-Umlage von 5,3 Cent pro Kilowattstunde.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) bat um Verständnis für den Anstieg der Netzentgelte. Genaue Zahlen zur Höhe des Anstiegs lägen zwar noch nicht vor, Energiewende und Netzausbau seien aber „nicht zum Nulltarif“ zu haben, sagte Altmaier den „Ruhr Nachrichten“. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) verlangte von der Politik mehr Engagement bei der Kommunikation. „Es reicht nicht, Privilegien zu beschließen, sich dann aber bei der Erklärung notwendiger Preiserhöhungen vornehm zurückzuhalten und dies den Energieversorgern allein zu überlassen.“ Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) betonte, dass die Politik die Weichen für die Entwicklung der Netzentgelte gestellt habe.

Die übergreifende Berichterstattung befasst sich in EUWID Neue Energien 43/2012 auch mit dem Abschaltverbot für konventionelle Kraftwerke, den jüngsten Analysen von Bloomberg New Energy Finance zu weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien und der Debatte über Sofortmaßnahmen zur Begrenzung der Strompreise. Ergänzt werden die Analysen mit aktuellen Strom- und Heizölpreisen, Rohstoffnotierungen und der Entwicklung des Erneuerbaren-Aktienindexes Renixx World.

BIOENERGIE

Die EU-Kommission hat in der vergangenen Woche ihren umstrittenen Vorschlag vorgelegt, durch den die globalen Landnutzungsänderungen für die Herstellung von Biokraftstoffen begrenzt und die Klimaverträglichkeit der in der EU verwendeten Biokraftstoffe verbessert werden sollen. Biokraftstoffe, die aus Nahrungsmittelpflanzen gewonnen werden, sollen demnach bei der Erreichung des in der Richtlinie über erneuerbare Energien vorgesehenen Anteils der erneuerbaren Energien von zehn Prozent auf fünf Prozent begrenzt werden, wie die Kommission mitteilte. (Vgl auch http://www.euwid-energie.de/news/bioenergie/einzelansicht/Artikel/eu-kommission-legt-umstrittenen-vorschlag-zur-begrenzung-von-biokraftstoffen-der-ersten-generation-v.html)

Die Biokraftstoffbranche reagierte mit Enttäuschung auf die Pläne der EU-Kommission. Statt mit den Vorschlägen den Weg für eine zukunftsgerichtete Biokraftstoffpolitik in der Europäischen Union frei zu machen, bleibe die Kommission bei ihrer Strategie der Mengendeckelung und Befristung der Verwendung traditioneller Biomasserohstoffe wie Raps und Sonnenblumen, kritisierte der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), Klaus Kliem. Durch nicht sachgerechte Anrechnungsfaktoren von Biokraftstoffen aus Abfällen, werde die EU diese Stoffe weltweit „regelrecht aufsaugen“, kritisiert Kliem die Kommissionsvorschläge. Positiv wertet die Branche, dass die Kommission zunächst nicht an der Einführung rohstoffspezifischer ILUC-Faktoren zur Begrenzung indirekter Landnutzungsänderungen festhält. Das Thema ist aber nicht endgültig vom Tisch und soll 2017 wieder auf der Tagesordnung erscheinen.

Im Bereich der energetischen Nutzung fester Biomasse sehen Marktforscher ein starkes Wachstum in den kommenden Jahren voraus. Weltweit werden nach Analysen des Kölner Beratungsunternehmens ecoprog in den kommenden fünf Jahren 820 zusätzliche Biomassekraftwerke mit einer Leistung von 12.500 MW entstehen. In Deutschland sei der Biomasse-Boom indes vorbei. In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Neuanlagen stetig gesunken, berichtet ecoprog.

Weitere Bioenergie-Meldungen in EUWID Neue Energien 43/2012 befassen sich mit der Diskussion um den Anbau von Energiepflanzen auf Überschussflächen, der Nutzung von Stroh und Naturschutzgras in Baden-Württemberg und dem geplanten Aufbau eines europaweiten Netzwerks von Bioenergiedörfern. Die Marktberichterstattung umfasst den EUWID-Bericht zum Pelletmarkt, die Wochenpreise für Biodiesel und die Großhandelspreise für Getreide und Ölsaaten. Ergänzt wird die Bioenergieberichterstattung mit Unternehmensmeldungen zu Bockelmann Holz, Sonnenpellet Nord und German Pellets.

SOLARENERGIE

Bei der Conergy AG ist ein Verlust in Höhe der Hälfte des Eigenkapitals eingetreten. Das teilte das Unternehmen jetzt mit. Das Eigenkapital der Conergy AG liege zum Stichtag 30. September 2012 bei 72 Mio. €. Aus diesem Grund werde der Vorstand gemäß § 92 Abs. 1 Aktiengesetz unverzüglich eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Ursächlich hierfür seien der aktuelle Geschäftsverlauf sowie die einmalige Ergebnisbelastung aus der Vertragsauflösung mit dem amerikanischen Waferhersteller MEMC Electronic Materials, Inc. (MEMC), heißt es in der Conergy-Mitteilung. (vgl. http://www.euwid-energie.de/news/solarenergie/einzelansicht/Artikel/verlust-in-hoehe-des-halben-grundkapitals-conergy-beruft-ausserordentliche-hauptversammlung-ein.html)

Einen Schlussstrich können die Unternehmen Q-Cells und Solarwatt unter ihre Insolvenzverfahren ziehen. Der Insolvenzverwalter der Q-Cells SE, Henning Schorisch, hat am vergangenen Freitag den einstigen Weltmarktführer an den neuen Eigentümer Hanwha Solar übertragen. Trotz des Insolvenzverfahrens blieben dabei mehr als 80 Prozent der Arbeitsplätze erhalten, betonte Schorisch. Q-Cells gewinne einen „starken, langfristig orientierten Partner“ und erhalte Zugang zu neuen Technologien und damit zu neuen Märkten. Q-Cells hatte am 3. April 2012 Insolvenz angemeldet.

Das Amtsgericht Dresden hat derweil das Insolvenzverfahren über die Solarwatt AG aufgehoben. Der vom Management erarbeitete Restrukturierungsplan ist seit Mitte Oktober rechtskräftig. „Mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens hat das Unternehmen die größte Herausforderung seiner fast 20-jährigen Geschichte erfolgreich gemeistert und agiert wieder als vollständig saniertes Unternehmen am Markt“, sagte Detlef Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der Solarwatt AG. Jetzt könne man sich wieder zu 100 Prozent auf das Geschäft konzentrieren.

Die Solarberichterstattung in EUWID Neue Energien 43/2012 wird ergänzt mit Nachrichten zu Belectric, Mainova, Decker, Sunways und First Solar. Auch die aktuellen Daten zur Solarstromeinspeisung in den ÜNB-Regelzonen finden sich im jüngsten Heft.

WINDENERGIE

Bis auf das Saarland ist bisher kein Bundesland konkret bereit, über die von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) geforderten festen Zubauquoten für neue Windräder zu reden. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Energie- und Umweltministerien ergab, dass solche Vorgaben des Bundes fast überall auf Skepsis stoßen und weiterhin eigene Energieziele verfolgt werden sollen. Damit verdüstern sich die Chancen für eine rasche Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Nach Angaben der European Wind Energy Association (EWEA) hat die EU bei der Errichtung von Windenergieanlagen die Marke von 100 Gigawatt überschritten. Wie der Verband Ende September weiter mitteilte, habe die europäische Windenergiebranche über zwanzig Jahre gebraucht, um das erste 10-GW-Netz aufzubauen. Für die weiteren 90 GW sind lediglich dreizehn Jahre vergangenen. Die Hälfte der gesamten Kapazität im europäischen Windenergiebereich wurde in den vergangenen sechs Jahren errichtet. Zu den kürzlich errichteten Windenergieanlagen, die zum Überschreiten der 100-GW-Marke beigetragen haben, gehören der Offshore-Windpark Anholt mit 400 MW, der vom dänischen Versorger Dong Energy vor der dänischen Küste projektiert wurde, und der Windparks Linowo mit 48 MW von EDF Energies Nouvelles Polska.

Die Windberichterstattung in EUWID Neue Energien 43/2012 thematisiert auch die Insolvenz der Siag Nordseewerke in Emden, die Pläne der FDP zum Ausbau der Windkraft an Autobahnen und die Position der Schweiz zum Ausbau der Windkraft in Waldgebieten. Unternehmensnachrichten zeichnen aktuelle Entwicklungen bei SSVAB, Siemens, Vattenfall, Nordex, wpd, TimberTower, SKF, Tennet und Energiekontor nach.

GEOTHERMIE UND WASSERKRAFT

Der Themenbereich Geothermie fokussiert sich in dieser Ausgabe in erster Linie auf Unternehmensnachrichten. So wurde bekannt, dass der Bohrdienstleister Daldrup & Söhne das erste Geothermieprojekt der Bundeswehr in Pfullendorf realisieren wird. Die Arbeiten werden voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres beginnen, teilte das Unternehmen mit. Auch für das Geothermie-Heizkraftwerk Unterhaching im Landkreis München und das Fernwärmenetz der Gemeinde wurde die Betriebsführung festgelegt. Hier wird künftig die Energiecontracting Heidelberg AG (ECH) nach eigenen Angaben verantwortlich zeichnen. Ein vorangegangenes EU-weites Ausschreibungsverfahren hatte ECH für sich entscheiden können. Darüber hinaus wurde bekannt, dass die Viessmann Group 51 Prozent der Geschäftsanteile der isocal HeizKühlsysteme GmbH übernommen hat. Damit könnten ab sofort effiziente Wärmepumpen und innovative Eisspeicher aus einer Hand geliefert werden, teilte Viessmann mit. Das Know-how von isocal und das internationale Vertriebsnetz der Viessmann Group sollen nun zu einer weiteren Steigerung des Umsatzes im Wärmepumpenmarkt beitragen.

Im Bereich Wasserkraft berichtet EUWID unter anderem über Bundesumweltminister Peter Altmaier, der sich gegen eine flächendeckende Subventionierung von Pumpspeicherwerken ausgesprochen hat. Vielmehr seien die Beteiligten aufgefordert, neue Konzepte zu entwickeln, die einen wirtschaftlichen Betrieb solcher Speicherkraftwerke möglich machen. In diesem Zusammenhang wird der Energiekonzern Vattenfall erwähnt, der aktuell die Stilllegung älterer Pumpspeicherwerke prüft. Das größte Hindernis im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit seien die Netznutzungsentgelte, hieß es seitens des Energieversorgers.

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