(openPR) Nach einem schweren Unfall mit entsprechenden gesundheitlichen Folgen, z.B. einer Behinderung, geraten Unfallopfer in eine völlig neue Lebenssituation. Nach der Reha-Phase ist dies nicht anders. Während ihrer „Auszeit“ hat sich die Welt weitergedreht und man steht vielen Fragen und Problemstellungen gegenüber, auch beruflich.
Wie geht es weiter? Ist das Berufsleben für immer vorbei?
Die beruflichen Chancen sowie die üblichen einigermaßen adäquaten beruflichen Angebote sind erst einmal ernüchternd. Man hat da schnell das Gefühl, gesellschaftlich eine Nebenrolle einzunehmen. Das besonders Schlimme: Wer sich erst einmal Zeit lässt und abwartet, rutscht auf ein Abstellgleis.
Wir fragen Andreas Köhler, Inhaber und Gründer der Agentur IB die image berater in Solingen, der Unfallgeschädigten in beruflichen Fragen hilft. Andreas Köhler blickt neben seiner ersten Laufbahn bei der Agentur für Arbeit und seinem nachfolgenden Berufsweg als Job Coach mit psychologischem Background auf unzählige Beratungs- und Vermittlungserfolge zurück. Dies führte im Jahre 2003 zur Gründung einer völlig neuen, innovativen und erfolgreichen Agentur, die sich u.a. mit dem Thema Beruf und Karriere befasst und sich dem Reha-Management widmet.
Köhler: „Es gilt das Ziel, sich auch in beruflicher Hinsicht nicht „hängen“ zu lassen, sondern so früh wie möglich geeignete Maßnahmen zu treffen, die zu mittelfristigen Perspektiven und langfristigen Chancen führen. Wichtig ist dabei, sich nicht nur auf die pauschalen Dienste großer öffentlich-sozialer Trägerverbände für Menschen mit Behinderung zu verlassen, sondern sich selbstständig und eigeninitiativ Chancen zu erarbeiten. Dazu gehören auch mögliche Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt, unabhängig von öffentlich geförderten Beschäftigungsangeboten für Menschen mit Behinderung. Verlässt man sich nur auf Behinderten-Organisationen, wird man in eine bestimmte Richtung sozialisiert und es wird nachfolgend besonders schwer bis unmöglich, mit der realistischen Außenwelt und ihren steigenden Anforderungen zu konkurrieren.“
Herr Köhler, wer kennt sich denn in solchen Fällen aus? Wer wäre geeigneter Ansprechpartner für
berufliche Perspektiven von Menschen mit Handicap?
„Die geeignetsten Hilfen um mittel- und kurzfristige berufliche Nachteile zu vermeiden, wären Dienste von Institutionen, die sich nicht nur ausschließlich damit beschäftigen, behinderte Menschen in einen
Job zu verhelfen, sondern auch alle anderen. Aber auch hier fehlen zumeist entsprechende Erfahrungen. Zumeist bestehen behinderten Menschen gegenüber entsprechende Vorurteile. Während die Vermittlung behinderter Menschen mit grundsätzlichen Hemmschwellen und Ängsten behaftet ist und teilweise Sozialarbeit oder Bittstellertum gleichkommt, fehlen entsprechende Erfahrungen, Menschen mit Handicaps werbetechnisch entsprechend zu kommunizieren bzw. bei ihrer Selbstvermarktung zu unterstützen.“
Herr Köhler, es gibt doch viele Dienste, die Jobsuchenden bei ihrer Bewerbung helfen, auch behinderten Jobsuchenden.
„Das ist richtig.“, sagt Andreas Köhler und erklärt: „Menschen mit bestimmten Einschränkungen müssen sich aber, sofern sie nicht die Förderschiene hinsichtlich klassischer Behinderten-Jobs fahren wollen, tatsächlich besser vermarkten als Bewerber, bei denen alles im grünen Bereich ist. Sie müssen Werbung machen, Arbeitgebern die Ängste nehmen. Die klassischen Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräche reichen hier nicht aus.“
Dazu bräuchte man eigentlich die Dienste einer geschickten Werbe- und Marketingagentur,
die sich dazu noch bestens auf dem Arbeitsmarkt auskennt und bezahlbar ist. Gibt es so etwas überhaupt?
„Ja, es gibt eine solche Agentur und zwar meine. Die Agentur IB die image berater ist eine Werbe- und Marketing-Agentur auf Basis modernster Wahrnehmungs- und Kommunikationspsychologie mit Schwerpunkt Beruf und Karriere. Es gibt noch andere Bereiche, die das Unternehmen abdeckt, z.B. Problemlösung, Zielerreichung und Geschäftsoptimierung. Die berufliche Zielerreichung für Menschen mit Handicap ist aber eine unserer besonders erfolgreichen Schwerpunkte.“
Herr Köhler, wir wissen, dass Sie bei der strategischen und bewerbungstechnischen Selbstvermarktung von Jobsuchenden und Karrierestrebenden helfen, Bewerbungsmappen erstellen und Stellen vermitteln.
Was machen Sie denn für Menschen mit Behinderung?
„Als starker professioneller Partner von Unfallopfern und Menschen mit Behinderung engagieren wir uns von A–Z und begleiten die Menschen auf dem Weg in einen neuen Job. Wir nennen das „Berufliches Reha-Coaching“ bzw. „Berufliches Reintegrationscoaching“. Wir leisten professionelle Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung, erarbeiten neue berufliche Perspektiven und schaffen dafür ideale Voraussetzungen: Optimale Bewerbungsfähigkeit durch radikal aussagekräftige Bewerbungsunterlagen, Argumentation und Selbstdarstellung. Der Bereich Eigenwerbung wird unterstützt durch intelligentes Marketing und Selbstmarketing. Wir sind eben eine Werbe- und Marketing-Agentur für Menschen mit bestimmten Problemstellungen.“
Unserer Erfahrung nach setzen aber die meisten behinderten Menschen auf klassische Wege, z.B. typische Jobs für Behinderte bzw. staatliche Förderung!
“Das hängt davon ab, wie viel man sich wert ist und was man vom Leben möchte. Manche sind schon froh, beruflich einfach nur irgendetwas machen zu können. Aber sind diese Menschen glücklich? Können Sie sich etwa vorstellen, dass der schwerbehinderte Physiker und Astrophysiker Stephen Hawking in einer Behinderteneinrichtung glücklich geworden wäre oder auf Fördermittel gesetzt hätte. Die Frage ist doch, ob ich mich selbst verwirklichen möchte. Unser Job ist es nicht, Menschen irgendwo unterzubringen, sondern sie bei Ihrer Selbstverwirklichung zu unterstützen. Meine Mandanten wollen keine Almosen – sie möchten trotz ihrer schweren Behinderung noch etwas aus ihrem Leben machen, so gut das halt geht.“
Andreas Köhler ist seit vielen Jahren der Auffassung, dass Unabhängigkeit wichtiger sei als „Almosen“.
Köhler vertritt die Einstellung, dass es notwendig sei, die Fesseln kompletter Abhängigkeit zu durchtrennen und mit neuem Selbstvertrauen neue Wege voller Perspektiven zu gehen. Er hat dazu ein Reintegrations-Coaching-Programm entwickelt, um auch Menschen mit Handicap erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren und ihnen eine entsprechende Selbstverwirklichung zu ermöglichen. Wir fragen Andreas Köhler nach den Erfolgschancen:
„Bei Menschen mit ausgeprägtem Charakter und entsprechender Eigenmotivation und Selbstdisziplin
ist die Erfolgsquote durchweg positiv. Auch langjährig Berufsunfähige stehen nach einiger Zeit und etwas Geduld wieder ihren Mann / ihre Frau im regulären Berufsleben und verdienen ihr eigenes Geld.“
Wie sind denn die Job-Perspektiven auf dem regulären Arbeitsmarkt?
„Der reguläre Arbeitsmarkt ist erst einmal hart und oft mit viel Frustration verbunden. Um ihre beruflichen Ziele zu erreichen, müssen sich Menschen mit Handicap sowohl bei der Job-Suche, als auch bei Bewerbungen mehr anstrengen als andere Bewerber. Exakt hier setzen wir an.“
Was leisten Sie denn konkret?
Zu Beginn besprechen wir mit unseren Mandanten deren Ziele und Möglichkeiten. Wir erarbeiten ein
Kompetenz- und Erfahrungsprofil mit Stärken und möglichen Defiziten und zeigen dann die individuellen Möglichkeiten und Perspektiven auf. Wir besprechen die Rahmenbedingungen des neuen Zieles, der Branche sowie die Eigenschaften, Anforderungen und Bedürfnisse des angestrebten Jobs. Wir legen die von außen zu erwartenden Anforderungen fest, definieren die jobspezifischen Anforderungen und erarbeiten eine dazu präzise passende Präsentation in schriftlicher Form (Bewerbungsmappe, Imagefotos, Kompetenz- und Erfahrungsprofil, Zeugnisse, Imagevideo etc.) und persönlicher Form (Telefonische Kontaktaufnahme, E-Mail Korrespondenz, Vorstellungsgespräch etc.).
Das hört sich aber aufwändig an.
„Ja, das ist es auch. Von nichts kommt aber nichts“, sagt Köhler und ergänzt: „Wir kümmern uns um die Optimierung der gesamten schriftlichen und persönlichen Präsentation. Dazu gehört auch das Aussehen (inklusive Styling und Outfit) und die Zeugnisse (inkl. Teilnahmebescheinigungen, Einholung von Referenzen etc.). Insbesondere Letzteres wurde zumeist vernachlässigt, da Zeugnisse nicht wichtig schienen. Oft müssen wir erst Zeugnisse vorbereiten und beantragen. Auch müssen wir wissen, mit wem wir es zu tun haben und was wir Arbeitgebern bieten können. Dazu müssen wir erst die Potentiale und Defizite entdecken und an denen gemeinsam arbeiten. Wir nennen das Profiling. Dann erst erarbeiten wir alle Wirkungsmittel, die zur Verbesserung des gesamten Auftritts beitragen: Schriftliche und persönliche Präsentation, Argumentation, Ausstrahlung, Attraktivität, Körperverhalten, Stimme und Sprachausdruck. Dies alles wird mit konkreten Anforderungen des Jobs abgeglichen und präzise darauf ausgerichtet.“
Geht es nur um Bewerbungsunterlagen und Hilfen bei Vorstellungsgesprächen?
„Nein. Das Ziel ist eine vernünftige und möglichst langfristige Job-Perspektive. Das wichtigste ist aber eine gute Vorbereitung. Sonst läuft das nicht. Wenn alles optimal vorbereitet ist, unsere Mandanten echt gut da stehen und es mit ihren Mitbewerbern aufnehmen können, klappern wir für unsere Mandanten oder zusammen mit ihnen den regulären Arbeitsmarkt ab, telefonieren uns die Finger Wund und sorgen dafür, dass die richtige, optimal passende Stelle gefunden wird. Dort sorgen wir dann bei den Arbeitgebern für entsprechende Aufmerksamkeit und bahnen erste Kontakte an. Zusammen versenden wir Bewerbungen, verfolgen individuelle Strategien und bereiten Kontaktaufnahmen und Vorstellungsgespräche vor. Wir kommunizieren, räumen Steine aus dem Weg und suchen optimale Lösungen. Alles mit dem Ziel eines neuen passenden Jobs und dem zweiten Ziel, diesen dann auch zu erhalten.
Wem nützt denn eine perfekte Strategie und tolle Bewerbungsunterlagen, wenn man dann doch aufgrund seiner Behinderung nicht eingeladen wird?
„Das nützt eine ganze Menge. Von der Behinderung erfahren die Arbeitgeber oft erst vor Ort im Vorstellungsgespräch, nachdem der erste positive Eindruck bereits zu einer Vorentscheidung geführt hat.
Warum sollte man sich denn umentscheiden? Weil Menschen mit Behinderung Angst machen? Unsere Mandanten machen sicher keinem Angst, vielmehr sieht der Arbeitgeber in ihnen eine Bereicherung.“
Spielt sich das alles wirklich auf dem regulären Arbeitsmarkt ab?
„Wo sonst. Unsere Mandanten sind doch genauso Idealkandidaten für bestimmte Stellen wie andere.
Nur mit der Ausnahme, dass sich unsere Mandanten auch als solche verkaufen. Man muss die Vorurteile und Ängste der Arbeitgeber im Vorfeld werbetechnisch, bildlich wie argumentatorisch widerlegen und sich optimal verkaufen, eben besser, als andere! Den Erfolg erreichen wir nicht mit der Arbeitsweise von Sozialarbeitern, sondern mit erfolgsorientierten Strategien und engagierten Services.“ sagt Köhler. Und ergänzt:
„Mit uns sind Menschen mit Handicap bei der Job-Suche und Bewerbung nicht mehr auf sich allein gestellt oder auf Sozialorganisationen mit praktikumsähnlichen Förderjobs angewiesen. Wer natürlich – wie in vergangenen Tagen – nur Bewerbungen mit Anschreiben und Lebenslauf verschickt, hat auf dem ersten Arbeitsmarkt quasi keine Chance. Das muss man dann eben ganz anders, besser, professioneller angehen.“,
so Köhler.
Wer bezahlt denn das?
„Abgerechnet wird mit der jeweiligen Versicherung, der Arbeitsagentur oder ggf. mit dem Mandanten selbst. Man darf nicht vergessen, dass sich unser Angebot ebenfalls an Versicherer richtet, die ein Interesse daran haben, nicht nur finanzielle Schadenersatzansprüche zu bedienen, sondern auch einen fairen Beitrag zur Schadenbehebung und Schadenbegrenzung zu leisten. Aus diesem Grund können die Kosten auch von der Versicherung des Unfallgegners übernommen werden. Dies trifft natürlich nur auf Versicherer zu, die ein wirkliches Interesse daran haben, Unfallgeschädigten in Sachen Ihres weiteren Berufsweges zu helfen.
Kann man Ihr Programm nur in Ihrer Solinger Agentur durchführen?
„Das Programm kann deutschlandweit komplett oder in Einzel-Modulen gebucht werden. Einige wenige Module werden gemeinsam in unserer Agentur in Solingen, die meisten hingegen in Kreativarbeit ohne Erfordernis persönlicher Anwesenheit durchgeführt. Das meiste machen wir telefonisch oder elektronisch. Sehr Praktisch. Einige Module werden im Einzelcoaching stundenweise oder im Tages- oder Wochenblock durchgeführt, einige bedürfen der persönlichen Anwesenheit, bei anderen Modulen konferiert der Jobsuchende mit seinem Vermittler / Job-Coach überwiegend via Telefon und E-Mail, je nachdem, wie es für die Mandanten individuell am besten ist.
Was sagen Ihre Kunden dazu?
„Die sind nach oft langer Arbeitslosigkeit und den unterschiedlichsten erfolglos absolvierten üblichen Maßnahmen zumeist geschockt von dem, was wir hier alles leisten. Die meisten finden es schade,
dass sie von uns erst relativ spät erfahren haben. Dass unser Einsatz dann auch noch zu einem ernsthaften Ergebnis führt, stellt dann für viele einen zweiten Schock dar, zumal ein passender Job gedanklich vorab noch in ganz weiter Ferne war. Ich denke aber, dass der sich positiv auszahlt und für viele ein erster Schritt zur Selbstverwirklichung bzw. neuen Lebensabschnitt darstellt.“
Vielen Dank Herr Köhler für diesen interessanten Einblick mit wichtigen Informationen zum Thema „Berufliche Chancen für Menschen mit Handicap“.
Ich für meinen Teil habe auf jeden Fall sehr gut verstanden, dass es für Menschen mit Handicap auch andere Lösungen gibt als die herkömmlichen Lösungswege. Neben den positiven Angeboten der klassischen Behinderteneinrichtungen und dem Einsatz in Behindertenwerkstätten gibt es auf jeden Fall schon mal Alternativen, die zumindest denen weiterhelfen, die sich auch eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt vorstellen können. Sicher werden einige darunter sein, die auf dem ersten Arbeitsmarkt tatsächlich weniger Chancen haben; es gibt aber, wie wir jetzt wissen, Möglichkeiten, dies für sich zu prüfen und etwas in Bewegung zu setzen. In diesem Zusammenhang fällt mir zum Abschluss noch ein Zitat von Hans Scholl (dt. Widerstandskämpfer, 1918-1943) ein: „Nicht: Es muss etwas geschehen, sondern: Ich muss etwas tun.“












