(openPR) Keine Zahlung von Prämien an niedergelassene Ärzte
Der Klinikverbund Hessen äußert erhebliche Zweifel an den Ergebnissen einer Umfrage des GKV-Spitzenverbandes, wonach angeblich jede vierte Klinik in Deutschland sogenannte „Fangprämien“ für die Überweisung von Patienten an niedergelassene Ärzte zahlt.
„Wenn es in Einzelfällen so sein sollte, wäre eine solche Praxis rechtlich fragwürdig. Sie wäre allerdings zugleich ein Beleg für die schwierige finanzielle Situation im Gesundheitswesen, wenn sich dessen Leistungserbringer womöglich gezwungen sehen, zu einem solch fragwürdigen Verhalten zu greifen“, erklärte Arist Hartjes, Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen. Hartjes mutmaßte, dass das Finanzierungssystem für die Leistungserbringer nach wie vor „massiv falsche Anreize setzt“. Dies müsse dringend geändert werden.
Kritik auch am Marburger Bund
In diesem Zusammenhang gehe eine Forderung des Marburger Bundes völlig in die falsche Richtung, so Hartjes weiter. Der Marburger Bund hatte kürzlich eine strengere Fusionskontrolle für Krankenhäuser gefordert. „Es geht nicht an, dass Krankenhäuser von der Politik immer wieder aufgefordert werden, sich zu spezialisieren, effizienter zu arbeiten, mehr Kosten einzusparen und stärker mit dem ambulanten Sektor zu kooperieren - und wenn dies zum Beispiel durch eine engere Zusammenarbeit von Krankenhäusern geschehe, dann sollten diese Ansätze durch das Bundeskartellamt nicht eingeschränkt werden“, argumentiert Hartjes. Er bezog sich dabei unter anderem auf aktuelle Entwicklungen im Klinikbereich, bei dem das Bundeskartellamt Fusionen von Kliniken abgelehnt hatte.
„Im Grundsatz stimmen wir der Forderung des Marburger Bundes nach Trägervielfalt aber voll und ganz zu“, so Hartjes weiter. Patienten müssten auch künftig die Wahl haben, sich für Krankenhäuser in kommunaler, privater oder freigemeinnütziger Trägerschaft zu entscheiden. „Dafür muss aber die Krankenhausfinanzierung endlich auf solide Füße gestellt werden“, forderte Arist Hartjes. Der Klinikverbund Hessen habe mit einem Fünf-Punkte-Papier bereits neue Wege dafür aufgezeigt.
Gerade die Krankenhäuser hätten in den vergangenen Jahren viel getan, um Kosten zu sparen. „Wir brauchen ein auf Dauer solides und tragfähiges Finanzierungskonzept“, erneuerte der Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen seine Forderung aus dem im April vorgelegten Fünf-Punkte-Papier. Konkret erfordere dies: eine Beteiligung der Krankenhäuser an den Einnahmezuwächsen der Krankenkassen, einen finanziellen Ausgleich für wachsende Sozialabgaben und die Koppelung der Preise für Krankenhausleistungen an die Kostensteigerung und die Tarifentwicklung. „Jetzt ist hier vor allem der Gesetzgeber gefragt“, so Hartjes abschließend.













