(openPR) Der Deutsche Ethikrat hat sich grundsätzlich mit einem zugegebenermaßen schwierigen Thema befasst. Schwierig deshalb, weil es ausnahmslos jeden Bürger als Erkrankten oder als Angehörigen treffen und betreffen kann.
Das Thema Demenz macht Angst und verunsichert. Gerne rettet man sich da in neutrale Wissensvermittlungen durch professionelle Information.
Die Stellungnahme des Deutschen Ethikrates lässt sich nicht wirklich ein auf die emotionalen, sozialen und gesellschaftsrelevanten Aspekte von Demenz. Sie beschreibt die Erkrankung und stellt Sachverhalte fest.
Leider geht sie auch nur vage auf Zukunftserfordernisse ein.
Pflegende Angehörige werden als wichtig und wesentlich in der Begleitung und Betreuung von Demenzkranken hervorgehoben. Es werden dankenswerterweise auch bessere Rentenleistungen und ein besseres Pflegegeld angemahnt.
Pflegende Angehörige benötigen allerdings nicht nur Anerkennung und finanzielle Trostpflaster.
Sie müssen als der wichtigste private Pflegedienst auf gleicher Augenhöhe mit professioneller Pflege akzeptiert und anerkannt werden.
Sie müssen Mitsprach-und Entscheidungsrechte bekommen bei allen pflegerelevanten Themen und Entscheidungen, die die Betreuung und den Umgang mit Demenzerkrankten betreffen.
Sie gehören an runde Tische in allen Versorgungsebenen.
Ihre Erfahrungs-und Alltagskompetenz muss einfließen in zukünftige Konzepte zur Betreuung Demenzkranker.
Demenzkranke benötigen in erster Linie Menschen in ihrer Nähe, die sie akzepieren in ihrer eigenen Lebenswelt, die wertschätzend und emphatisch am besten aus einer biografischen Verbundenheit heraus mit ihnen umgehen.
Nur wenn Pflegende Zeit haben für Demenzkranke, wenn diese Zeitzuwendung auch finanziell angemessen honoriert wird, kann die Begleitung unter dem Aspekt der Selbstbestimmung von Demenzkranken auch zukünftig erbracht werden.
Pflegende Angehörige müssen unter Gender- und Berufstätigkeits- , sowie unter finanziellen und demografischen Aspekten gesehen werden. An der Verfügbarkeit begleitender Angehöriger wird sich die zukünftige Betreuungsqualität von Demenzerkrankten entscheiden
Die Umsetzung der Empfehlungen des Deutschen Ethikrates könnte ein Massstab für die Verwirklichung von ethischen Forderungen sein.
Dabei hat für Demenzerkrankte wie auch für pflegende Angehörige zu gelten:
„Nicht ohne uns über uns“





















