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Jobkrake schwimmt nach Koblenz

(openPR) Koblenz/Kreis MYK - „Amazon liefert bis zu 3000 Jobs nach Koblenz“, so titelte die Rhein-Zeitung (RZ) am 5.2.2012 (Quelle: tinyurl.com/7lfk452). Frau Anita Baljewic. ihres Zeichens Chefin der Agentur für Arbeit in Koblenz traute wohl ihren Augen kaum, als diese Nachricht sie erreichte. So hieß es 3000 Menschen mit Arbeit versorgen zu können.



Die RZ beschrieb, dass innerhalb von 3 Jahren „rund 1000 feste und unbefristete Stellen geschaffen werden“. Bereits jetzt inseriert der Internetriese seine Jobs im Bereich „Human Ressources“ oder menschliche Ressourcen. Über den Sinn oder Unsinn dieses Bereichsnamens mag man geteilter Meinung sein. Die ARD berichtete in ihrem YouTube-Kanal (Quelle: http://tinyurl.com/7ayb5dr), dass die Verteilung von befristeten zu unbefristeten Stellen in der Hauptstelle Herford 2/3 betragen. Dies bedeutet, dass das dortige Logistikzentrum nur aus einem drittel fest angestellter Mitarbeiter getragen wird. Der Bereich „Human Ressources“ dürfte dabei die geringste Arbeit haben, da sie durch eine Kooperation mit Anita Baljewic und ihrer Agentur quasi Arbeitskräfte 'en masse' erhalten.

2000 Stellen für Saisonarbeiter, für Menschen ohne Berufsausbildung, sowie ältere oder Menschen mit Behinderung. Auch das hört sich im ersten Moment gut an. Jedoch bedeutet dies, das 2/3 des Logistikzentrums von eben solchen Mitarbeitern getragen werden. Menschen, die jederzeit entlassen werden können, oder sich von einem befristeten Vertrag zum nächsten hangeln. Die finanzielle Lage ist dabei kein Deut besser. Amazon berichtet gegenüber der RZ, dass es keine Bindung an Tarifverträge gibt, da Gehälter „wettbewerbsfähig“ sein müssen.

Natürlich müssen Unternehmen wirtschaften, was auch die Grundlage des Kapitalismus ist. Wenn wir uns das letzte Jahr ansehen, dann jammert Amazon über Gewinnrückgänge. Und ja, es gab sie. Aber die Umsatzsteigerung lag bei im zweiten Quartal 2011 bei 51%. In dieser Zeit listeten sie 9,9 Milliarden US-Dollar, und davon wurden 4,5 Milliarden alleine über die Märkte in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, China und Italien eingefahren (Quelle: http://tinyurl.com/82ruzj2). Im gleichen Zeitraum des Jahres 2010 gab es 6,6 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen.

Man darf natürlich nicht den Umsatz mit dem Gewinn verwechseln. Der Umsatz ist das Geld, das ein Händler im Tausch für eine Ware erhält. Der Betrag ist dabei einen gewissen Prozentsatz höher, als der Einkaufspreis. Dieser Prozentsatz stellt somit den Gewinn dar. Die RZ schreibt, dass die Schuld im geringeren Ertrag, hohen Investitionskosten, und kräftig gestiegenen Umsatzkosten zu suchen ist. Die höheren Umsatzkosten sind die Kosten für die Beschaffung einer Ware.

Dennoch kann sich der Gewinn sehen lassen. In den Zeiten von 4/2011 bis 7/2011 machte Amazon einen Reingewinn von 191 Millionen Dollar. Im Jahr 2010 waren es hingegen 207 Millionen Dollar. Dem Unternehmen machte der recht plötzlich auftauchende TabletPC Markt zu schaffen, und versuchte den Einstieg mittels dem eigenen Kindleprodukt. Leider blieben viele Erwartungen unerfüllt. 16 Millionen Dollar Verlust mag durchaus ein Argument sein, seine Arbeitspolitik „flexibel“ zu gestalten.

Den Arbeitssuchenden, die Kunden der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern sind, bringt dies gar nichts. Sie haben keine Wahl und müssen sich dort bewerben. Tun sie es nicht, drohen Sanktionen drakonischen Ausmaßes. Somit bleibt den betroffenen Arbeitssuchenden, als zweifellos schwächstes Glied in der kapitalistischen Produktions- und Konsumtionskette, nichts

weiter übrig, als sich dort zu bewerben und dort zu „wettbewerbsfähigen“ untertariflichen Entlohnungen zu arbeiten. Somit haben zwei Parteien gewonnen: Die Agenturen für Arbeit haben

einen Arbeitssuchenden aus ihrer Liste entfernt und der Staat muss diese gesetzlich garantierte Sicherheit nicht mehr leisten, auf der anderen Seite stehen die Unternehmen (in diesem Fall Amazon) und haben günstige Arbeitskräfte.

Wenn man sich nun die Frage stellt, welche Aufgabe die Wirtschaft hat, kommt man nicht an der Landesverfassung RLP vorbei. Dort heißt es: „Die Wirtschaft hat die Aufgabe, durch Nutzung der natürlichen Hilfsquellen und durch Entwicklung der Produktionstechnik für alle Glieder des Volkes die zur Befriedigung der Lebensbedürfnisse erforderlichen Sachgüter zur Verfügung zu stellen. Die Ordnung des Wirtschaftslebens muss den Grundsätzen der sozialen Gerechtigkeit mit dem Ziel der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle entsprechen.

Der Staat hat die Aufgabe, die Existenzgrundlage der heimischen Wirtschaft zu schützen, die Wirtschaft zu beaufsichtigen, für eine gesunde Mischung großer, mittlerer und kleiner Unternehmen zu sorgen und die Erzielung höchstmöglicher Erträge für das Volksganze sicherzustellen. (LV RLP VI. Artikel 51).“

Was bedeutet das? Es bedeutet, das es verschiedene Faktoren zu berücksichtigen gibt:

Sachgüter zur Befriedigung der Lebensbedürfnisse des Volkes
soziale Gerechtigkeit und menschenwürdiges Dasein
höchstmöglicher Ertrag und Mischung verschiedener Unternehmensgrößen.

Also hat der Ertrag eines Unternehmens einen natürlichen Gegenspieler: das menschenwürdige Dasein. Dies betrifft natürlich in erster Linie die eigenen Angestellten, die auch Teil des Volkes sind.

Der Artikel 52 wird da etwas klarer: „Die wirtschaftliche Freiheit des einzelnen findet ihre Grenzen in der Rücksicht auf die Rechte des Nächsten und die Erfordernisse des Gemeinwohls“.

In der Osterzeit fällt einem vielleicht jemand ein, der die Frage stellte: „Wer ist in Wirklichkeit mein Nächster?“ (Lukas 10,29). Der „Nächste“ ist tatsächlich nicht zwingend unter den Topmanagern zu finden. Der „Nächste“ eines Unternehmens sind die eigenen Angestellten.

Es ist wichtig ein Gleichgewicht zu schaffen zwischen allen Unternehmensgrößen. Je mehr „große“ Unternehmen in einer Region vorhanden sind, desto mächtiger werden sie.

Nun mag man sich fragen, warum der Staat nichts dagegen tut, oder diese Haltung sogar fördert.

Diese Antwort gab mir einmal ein Unternehmer, der in seinem Unternehmen keinen Betriebsrat duldete, und jeden neu gewählten Betriebsrat entließ. Er sagte: „Wenn dem Staat das nicht gefällt, mache ich die Firma zu. Ich hab genug verdient“.

Das was wir in dieser Region benötigen ist mehr Ausgeglichenheit zwischen allen Interessen. Jeder Unternehmer kann Mitarbeiter weiter schulen und qualifizieren statt ihn zu entlassen. Gerade die von Frau Anita Baljewic angedeuteten älteren Bewerbern oder Menschen mit Behinderungen täte dies gut. Wenn wir mittel- bis langfristig mehr Menschen weiter qualifizieren, können wir die Arbeits- und Geschäftsprozesse anspruchsvoller gestalten, und so der Region langfristig dienen.

Eines sollte man weder als Angestellter, noch als Unternehmer vergessen: Alle Ressourcen sind begrenzt, auch menschliche. Die Frage ist, wie man sie nutzt, und ob sie schonend genutzt werden. Wir stellen das wahre Kapital dieses Bundes und des Landes dar: die Arbeiter.

Warum kaufen wir unsere Bücher nicht mal wieder in der Buchhandlung unseres Vertrauens vor Ort? Man sieht direkt, wem man etwas gutes tut. Und wir schwächen die Macht der großen Unternehmen.

Jobkrake schwimmt nach Koblenz von Sascha Manns steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.
Beruht auf einem Inhalt unter www.rhein-zeitung.de et al.
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