(openPR) Es scheint paradox zu sein: Ausgerechnet der Skandal um die Billig-Implantate der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP) zur Brustvergrößerung, der sich mittlerweile ausgeweitet hat, füllt die Wartezimmer bei Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. Der Grund liegt auf der Hand: Schönheitschirurgen, die mit Qualitäts-Implantaten zur Brustvergrößerung werben, können sich vor Anfragen besorgter Patientinnen kaum mehr retten.
Im Hinblick auf dubiose Implantate zur Brustvergrößerung der Marken PIP, der niederländischen ROFIL sowie TiBREEZE des Herstellers Gfe Medizintechnik rät der Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), Prof. Dr. Peter M. Vogt, zu "einer Entfernung ohne Eile, wie es bereits die französische Expertenkommission empfohlen hat." Oder, im Umkehrschluss: Frauen, die keine vorsorgliche Entfernung durchführen lassen, müssen zukünftig mit einer Riss-Gefahr, der Gefahr einer falschen Sicherheit beim Bildgebungsverfahren sowie mit dem Risiko eines komplizierten erneuten Eingriffs leben. Genau diese Sorge treibt die Patientinnen in die Wartezimmer.
Von dem Skandal um mit billigem Industriesilikongel gefüllte Implantate sollen nach Schätzungen bis zu 300.000 Frauen weltweit betroffen sein - was Professor Vogt dazu veranlasst, scharfe Konsequenzen zu fordern: Der Verband schlägt unter anderem verschärfte und unangemeldete Kontrollen beim Hersteller selbst vor. „Vorbild könnten die laufenden Qualitätskontrollen der US-amerikanischen „Food and Drug Administration“ (FDA) vor Ort sein, die eine fortwährende Risikoeinschätzung und damit erhöhte Patientensicherheit gewährleisten“, erläutert Prof. Vogt.
Mediziner wie der Münchner Facharzt für Ästhetisch-Plastische Chirurgie, Dr. Wolfgang Hörl, müssen sich nicht nur mit dem Zulauf an besorgten Patientinnen auseinandersetzen. "Die Telefone stehen nicht mehr still. Viele fragen sich: Ist auch mein Implantat rissgefährdet?" Hörl sieht sich zugleich in seiner Praxis bestätigt: "Medizin darf sich nicht um jeden Preis vermarkten", so Hörl. Die Praxisklinik setzt bei der Brustvergrößerung auf hochwertige Implantate des Marktführers Mentor, der in den USA von der FDA zugelassen wird. "Natürlich sind diese hochwertigen Implantate teurer", sagt Hörl. Doch da jede Patientin vor einer Brustvergrößerung umfassend fachberaten wird, "kann ich den Aufpreis auch plausibel darlegen". Eine gute Seite kann Dr. Hörl dem aktuellen PIP-Skandal abgewinnen: "Die Nachfrage nach billigen Schönheitsoperationen im osteuropäischen Ausland ist regelrecht weggebrochen."












