(openPR) Prinzipiell sollten alle Venen eines potentiellen Dialysepatienten geschont werden - also ab Niereninsuffizienz Stadium III und mit zusätzlichen Progressionsfaktoren (Hypertonie, Proteinurie, sonographisch erkennbar verkleinerten Nieren), rät Professor Dr. Markus Hollenbeck (Bottrop) in seinem Beitrag zum aktuellen Jahrbuch der "Akademie Niere".
"Zur Venenschonung ist in erster Linie wichtig, dass an den Unterarm- und Ellenbogenvenen keine Thrompophlebitis entsteht. Venenverweilkanülen in diesem Bereich sollten nicht länger als zwei Tage liegen, weil nach drei Tagen das Risiko einer Thrombophlebitis deutlich ansteigt. Sollten Venenverweilkanülen notwendig sein, sollten sie primär im Bereich des Handrückens gelegt werden.
Eine weitere Gefährdung einer Thrombophlebitis oder einer chronisch venösen Schädigung ergibt sich durch perivenöse Hämatome bei Fehlpunktionen. Sichere Blutentnahmen können auch im Bereich der Ellenbeuge bei guten venösen Verhältnissen durchgeführt werden...
Neben der dringlichen Unterweisung der Patienten, Venenverweilkatheter an den Unterarmen anderen Ärzten gegenüber zu verweigern, ist es wichtig, die Patienten zu instruieren, möglichst keine zentral venösen Katheter zu akzeptieren, insbesondere keine Subclaviakatheter.
Da diese Katheter aber in der Regel bei lebensbedrohlichen Situationen gelegt werden, ist es hier doch eher unsere Aufgabe, unsere ärztlichen Kollegen auf diesen Umstand hinzuweisen.
Der Wert eines Venentrainings für den Erfolg einer Shuntanlage ist bislang durch Studien nicht gut belegt. Es macht m.E. keinen Sinn, die Patienten jahrelang zum Venentraining zu motivieren. Bei elektiv geplanter Fistelanlage ist es aber sicher über einige Wochen zu empfehlen ..."
Markus Hollenbeck:
Wahl des Gefäßzugangs, Prävention und Therapie von Shuntstenosen. in: VI. Intensivkurs Nieren- und Hochdruckkrankheiten. Pabst, Lengerich/Berlin 2011, 332 Seiten, ISBN 978-3-89967-709-6












