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Überschüsse bei den gesetzlichen Krankenkassen – wohin mit dem Geld?

16.02.201216:53 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Überschüsse bei den gesetzlichen Krankenkassen – wohin mit dem Geld?

(openPR) Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) forderte die gesetzlichen Kassen auf, den Versicherten Prämien aus ihren milliardenschweren Rücklagen zu zahlen. Ideen des Finanzministers, Steuerzuschüsse zum Gesundheitsfonds zu verringern, lehnte er ab. Leistungsverbesserungen für die Versicherten sind nicht im Gespräch. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin empfiehlt die Förderung des deutschen Gesundheitssystems durch Investitionen in die medizinische Infrastruktur und Telemedizin.



Berlin, 16.02.2012. Gegenwärtig verfügt der Gesundheitsfonds, in dem die Beiträge der Versicherten und die festgesetzten Steuerzuschüsse des Bundes gesammelt werden, über einen Überschuss von 8,6 Milliarden Euro. Als Gründe dafür werden die gute Konjunktur und Einsparungen bei den Arzneimittelausgaben genannt. Zusammen mit Rücklagen und Vermögen der Kassen sollen sich Reserven von 16 Milliarden Euro angesammelt haben, so ist es in diesen Tagen aus Medienberichten zu erfahren.
Am 14. und 15. Februar 2012 fand in Berlin eine Tagung statt, in deren Mittelpunkt die Präsentation der Ergebnisse des THESEUS-Forschungsprojektes stand. Dementsprechend groß war das Interesse bei den zahlreichen Teilnehmern. Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) spielen als Investitionstreiber für die gesamte deutsche Wirtschaft eine herausragende Rolle. Im internationalen Wettbewerb ist die Verfügbarkeit über modernste IKT standortentscheidend. Das Leuchtturmprojekt THESEUS wurde seit 2007 mit 100 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert. Die beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen investierten ebenfalls 100 Millionen Euro in das Projekt. Im THESEUS-Forschungsprogramm haben rund 60 Partner neue Technologien für ein künftiges Internet der Dienste entwickelt und erprobt. THESEUS-Technologien gelten als die Basis für neue Geschäftsmodelle und einen zukunftsweisenden Markt mit enormen Wachstumschancen.
Vor diesem Hintergrund wendet sich die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) sowohl an Bundesregierung als auch an die deutschen Krankenkassen, grundsätzliche Überlegungen zur Förderung und Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems anzustellen, standortfördernde Investitionen zu ermöglichen, hochwertige Innovationen schneller in die Fläche und Regelversorgung zu bringen und somit Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Modernisierung der Gesundheits- und Patientenversorgung und damit auch eine rasche Anwendung bereits geförderter Entwicklungsleistungen zu ermöglichen.
Medico – als ein Beispiel in diesem Zusammenhang genannt – ist ein computerbasiertes Assistenzsystem und war eines der Highlights bei der Präsentation der Ergebnisse des Forschungsprogramms THESEUS in Berlin. Medico könnte Ärzte künftig bei der Diagnose und Therapiefindung unterstützen. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur personalisierten Medizin. Bei Medico arbeiten Forscher von Siemens mit Partnern der Universitätsklinik Erlangen, des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität und der Fraunhofer Gesellschaft zusammen. Medico verknüpft medizinisches Wissen mit neuen Methoden der Bildverarbeitung, wissensbasierter Informationsverarbeitung und maschinellem Lernen.

Bei einem Investitionsvolumen von ca. 200 Millionen Euro in das Leuchtturmprojekt THESEUS sollte sich in Anbetracht eines solchen Überschussergebnisses der Krankenkassen – wie eingangs erwähnt - eine Finanzierungsalternative für ein intelligentes Informationsmanagement in der Medizin bei ernsthaftem Nachdenken aller Beteiligten ergeben. Eine bundesweite Telematikinfrastruktur – wie seit Jahren diskutiert und von Experten eingefordert - ist nicht vorhanden – Investitionen in die medizinische Infrastruktur unter Berücksichtigung der inzwischen nachgewiesenen Potenziale der Telemedizin wäre aus Sicht der DGTelemed ein Zeichen. Krankenhäuser, Medizintechnikunternehmen, Ärzte, Pflegende und Patienten werden es den politischen Akteuren danken, von möglichen internationalen Standortvorteilen ganz abgesehen.

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