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Implantatgesundheit entscheidet sich am Abutment

07.02.201219:06 UhrGesundheit & Medizin
Optimales Wachstum von Gingivafibroblasten auf ZrN
Optimales Wachstum von Gingivafibroblasten auf ZrN

(openPR) Zahnmediziner haben bei Implantatsystemen die Qual der Wahl. Über 100 verschiedene Systeme sind in Deutschland erhältlich. In den letzten Jahren haben sich die Herstellerfirmen oraler Implantate fast ausschließlich auf eine Optimierung der Osseointegration beschränkt, um die Einheilzeiten zu verkürzen. Mittlerweile scheint das Problem der dauerhaften Verankerung enossaler Implantate im Knochen weitgehend gelöst. Zunehmend im Fokus steht hingegen die Verbesserung der Weichgewebsanlagerung im transmukosalen Teil des Implantats. Eine entscheidende Rolle kommt dabei dem Material des Abutments zu.



Die periimplantäre Gingivamanschette ist für die Lebensdauer von oralen Implantaten von großer Bedeutung. Der effektive Abschluss zwischen dem Mundhölenniveau und dem enossalen Teil des Implantatkörpers durch eine dichte Weichgewebsmanschette verhindert den Eintritt von Bakterien ins Körperinnere. Die Anlagerung von gesundem Zahnfleisch und die Vermeidung einer Plaqueanlagerung am Abutment sind entscheidend für die Prävention eines Implantatverlustes durch Periimplantitis.
Die ausschlaggebenden Prozesse für die Lebensdauer eines Implantates spielen sich demnach am Übergang vom Implantat zum Abutment ab, das in der Regel aus Titanlegierungen, Zirkonoxid oder Edelmetalllegierungen besteht. Implantataufbauten sollten eine konstante Retentionskraft vorweisen, biokompatibel sein, präzise passen, resistent gegen Korrosion sein und eine minimale Plaqueadhäsion aufweisen. Besonders die minimale Plaqueadhäsion spielt bei der Prävention einer Periimplantitis eine entscheidende Rolle. Plaqueakkumulation am Implantat führt wie beim natürlichen Zahn zu einer Mukositits, die wiederrum die Hauptursache für Spätkomplikationen und Periimplantitis ist. Periimplantäre Mukositis tritt an über 50 Prozent, Periimplantitis an 12 bis 40 Prozent der Implantate auf. Abutment-Oberflächen, die an der Prävention dieser Entzündung ansetzen, haben daher einen positiven Einfluss auf eine lange Lebensdauer von Implantaten.

Vielversprechende Abutment-Oberfläche erforscht

Der Schweizer Implantatentwickler Clinical House Europe hat in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut Braunschweig für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) und der Universität Düsseldorf eine intensive Grundlagenforschung im Bereich moderne Oberflächentechnologie betrieben und verschiedene Beschichtungsverfahren untersucht.
Im Ergebnis hat sich Zirkoniumnitrid (ZrN) als Material der Wahl für das Abutment des PerioType X-Pert-Implantats erwiesen. Mit Schichtstärken von einigen Mikrometern findet Zirkoniumnitrid bereits Anwendung in der Medizintechnik, z.B. zur Verbesserung des Verschleißschutzes hoch belasteter Endoprothesen (z. B. Knie- und Hüftimplantate) oder für chirurgische Werkzeuge.
Verschiedene Studien belegen das ausgezeichnete Verhalten des Weichgewebes im Bereich der Zirkoniumnitrid-Oberfläche und zeigen, dass dieses Material sehr gut für die Verwendung an prothetischen Aufbauten für orale Implantate geeignet ist. Die Anhaftung eines Biofilms aus parodontal-pathogenen Keimen wird vermieden und die Anlagerung der Gingiva zu einem dicht anliegenden Saumepithel gefördert . Groessner-Schreiber stellte schon 2004 fest, dass die Bakterienanheftung durch die Beschichtung mit Zirkoniumnitrid signifikant reduziert wird. Für die Weichgewebeanlagerung und die Vermeidung von Plaqueakkumulation weist Zirkoniumnitrid bessere Werte aus als poliertes Reintitan oder Zirkoniumoxid. Zirkoniumnitrid ist damit eine Oberfläche mit besserer Biokompatibilität als beim bisherigen Goldstandard Reintitan.

Feste Bindungsverhältnisse zwischen Oberfläche und Titan

Die prothetischen Komponenten des PerioType X-Pert-Implantats werden mittels Plasma mit Zirkoniumnitrid beschichtet. Auf die aktivierte Titanoberfläche wird unter Stickstoffzufuhr eine dichte und glatte Hartstoffschicht aus Zirkoniumnitrid aufgetragen. Es entstehen dabei feste Bindungsverhältnisse wie in metallischen Festkörpern. Die Nachteile des Klebeverbunds wie bei Abutments aus Zirkonoxid konnten damit verhindert werden. Zudem ist dieses Verfahren einfacher als das Herstellungsverfahren gesinterter Vollkeramiken.
Die fest mit dem Abutment verbundene Schicht ist sechs mal härter als Reintitan . Ein Zerkratzen mit zahnärztlichen Instrumenten ist praktisch nicht möglich. Gerade an solchen Kratzern kann sich schnell Plaque anlagern, was im weiteren Verlauf zu Mukositis oder Periimplantitis führt. Die mit Zirkoniumnitrid beschichteten Abutments des PerioType X-Pert Implantats können bei der Prophylaxe wie ein natürlicher Zahn uneingeschränkt auch mit Metallinstrumenten gereinigt werden.

Das Ziel: Periointegration

Mit diesen spezifischen Eigenschaften soll Zirkoniumnitrid die Periointegration von oralen Implantaten ermöglichen. Periointegration ermöglicht die langfristige und entzündungsfreie Erhaltung von unterstützendem Knochen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei im Bereich des periimplantären Weichgewebskomplexes. Ziel ist die langfristig stabile Anhaftung der Weichgewebsmanschette an Implantatschulter und Abutment, verbunden mit nachhaltig reduzierter Plaque-Akkumulation und Biofilmbildung auf den Implantat- und Suprastrukturen durch moderne Materialien und Oberflächen. Der Begriff der Periointegration wurde von Clinical House Europe entwickelt.

Produktdesign fördert Periointegration

Gemeinsam mit den Experten der Academy of Periointegration hat Clinical House Europe das periointegrative Implantat PerioType X-Pert zur Prävention von Periimplantitis entwickelt. Das Abutment des PerioType X-Pert Implantats ist mit ZircoSeal™, einer Hartstoffschicht aus Zirkoniumnitrid, beschichtet. Implantat und Abutment sind beim PerioType X-Pert durch die Stegförmige Implantat-Schulter mit Platform-Switch verbunden. Durch diesen konusförmigen, metallischen Dichtsitz nach dem Konstruktionsprinzip Schweizer Uhren gelangen keine Bakterien ins Innere des Implantats. Die Stegförmige Implantat-Schulter gewährleistet in Kombination mit einer stabilen oktagonalen Innenverbindung eine optimale Kraftübertragung. Das haben Dauerlastversuche mit über fünf Millionen Zyklen gezeigt.

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