26.01.2012 - 20:10 - Energie & Umwelt
Neckarausbau für Großschiffe darf nur bis Heilbronn erfolgen
Pressemitteilung von: Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Landesverband Baden-Württemberg
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt Ausbau des Neckar bis Plochingen ab – vordringlich ist ökologische Aufwertung der Wasserstraße
Heilbronn/Stuttgart. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, wendet sich gegen die Forderung der Regionalverbände Heilbronn-Franken und Rhein-Neckar-Odenwald, den Neckar über Heilbronn hinaus bis Plochingen als Großschifffahrtsstraße auszubauen. „Wir akzeptieren einen Ausbau nur bis Heilbronn – und auch hier sind die ökologischen Hausaufgaben noch nicht erledigt“, sagte BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender. Mit der Verlängerung der Neckarschleusen bis Heilbronn müssten auch die ökologischen Verbesserungen nach EU-Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden. „Nur, wenn der Neckar in Zukunft nicht nur für große Schiffe, sondern auch für Fische durchgängig sein wird, stellt die volkswirtschaftlich zweifelhafte Verlängerung der Schleusen auch eine Verbesserung für den Lebensraum Neckar dar und ist gegenüber den Steuerzahlern zu rechtfertigen“, betont Dahlbender.
Gegen einen Ausbau des Neckar zwischen Heilbronn und Plochingen sprechen nach Ansicht des BUND sowohl ökologische als auch ökonomische Gründe. „Nach den bisher vorgelegten Plänen sind die schwersten Eingriffe in das Ökosystem im Bereich unterhalb der Lauffener Schleuse vorgesehen. Ein Ausbau, der den Schleppkurven von 135-m-Schiffen genügt, lässt sich ohne empfindliche Eingriffe in die Uferbereiche der Vogel- und der Nachtigalleninsel kaum realisieren“, erläutert Dahlbender, „dies hätte extrem schädliche Auswirkungen auf Natur und Landschaft und ist abzulehnen.“ Auch bei einem Ausbau nur bis Heilbronn seien flankierende ökologische Maßnahmen unerlässlich.
Die wirtschaftlichen Argumente für den Ausbau bis Plochingen lässt der BUND nicht gelten. „In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Menge der auf dem Neckar transportierten Güter seit dem Höhepunkt Ende der 1970er Jahre fast halbiert hat, wirken Prognosen mit bis zu 70% Zunahme in den nächsten 15 Jahren wie reine Traumtänzerei“ kommentiert Brigitte Dahlbender. Die Bedeutung von Massengütern, für deren Transport Frachtschiffe erste Wahl sind, nimmt für die Wirtschaft ab. Insofern sei der Ausbau des Neckar sowohl ökologisch als auch ökonomisch nur bis Heilbronn sinnvoll.
Hintergrund: Grundlegende Forderungen des BUND zum Ausbau des Neckar
• Bau von Fischaufstiegshilfen an allen Querbauwerken, an denen dies ökologisch notwendig ist, sowie Abstiegshilfen für die Fische nach aktuellem Stand der Technik.
• Sicherstellung einer bislang fehlenden, ausreichenden Mindestwasserabgabe in die Altneckarabschnitte von in der Regel 10 m³/Sekunde.
• Einrichtung eines ökologischen Sonderfonds „Neckar-Einzugsgebiet Nord“, in den ein Anteil von 0,01 Euro pro kWh erzeugten Stroms aus Wasserkraft eingezahlt wird. Mit den Mitteln sollen weitere Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands vom Neckar und seinen Zuflüssen finanziert werden.
• Verzicht auf weitere Ausbaumaßnahmen des Neckar wie etwa eine weitere Vertiefung der Fahrrinne und auf intensivere Unterhaltungsmaßnahmen als Folge der Schleusenverlängerung.
• Eine Verankerung der aktiven Verlagerung des Güterverkehrs weg von der Straße hin zu Schiff und Bahn im Generalverkehrsplan des Landes . Das bedeutet z. B. den Verzicht auf alle Straßenneu- und Straßenausbaumaßnahmen parallel zum schiffbaren Neckar.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)
Landesverband Baden-Württemberg
Marienstraße 28
70178 Stuttgart

Telefon 0711-620306-17
Telefax 0711-620306-77
Der BUND-Landesverband Baden-Württemberg, gegründet 1973, zählt inzwischen rund 80000 Mitglieder und Förderer. Er ist mit 250 BUND-Gruppen im Land präsent. In den beiden Landesgeschäftsstellen in Stuttgart und Radolfzell und in unseren 25 BUND-Geschäftsstellen in den Regionen begleiten rund 70 hauptamtliche Mitarbeiter sachkundig die Arbeit der 5000 ehrenamtlich Aktiven. Bundesweit unterstützen fast 480000 Menschen den BUND.
Heilbronn/Stuttgart. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, wendet sich gegen die Forderung der Regionalverbände Heilbronn-Franken und Rhein-Neckar-Odenwald, den Neckar über Heilbronn hinaus bis Plochingen als Großschifffahrtsstraße auszubauen. „Wir akzeptieren einen Ausbau nur bis Heilbronn – und auch hier sind die ökologischen Hausaufgaben noch nicht erledigt“, sagte BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender. Mit der Verlängerung der Neckarschleusen bis Heilbronn müssten auch die ökologischen Verbesserungen nach EU-Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden. „Nur, wenn der Neckar in Zukunft nicht nur für große Schiffe, sondern auch für Fische durchgängig sein wird, stellt die volkswirtschaftlich zweifelhafte Verlängerung der Schleusen auch eine Verbesserung für den Lebensraum Neckar dar und ist gegenüber den Steuerzahlern zu rechtfertigen“, betont Dahlbender.
Gegen einen Ausbau des Neckar zwischen Heilbronn und Plochingen sprechen nach Ansicht des BUND sowohl ökologische als auch ökonomische Gründe. „Nach den bisher vorgelegten Plänen sind die schwersten Eingriffe in das Ökosystem im Bereich unterhalb der Lauffener Schleuse vorgesehen. Ein Ausbau, der den Schleppkurven von 135-m-Schiffen genügt, lässt sich ohne empfindliche Eingriffe in die Uferbereiche der Vogel- und der Nachtigalleninsel kaum realisieren“, erläutert Dahlbender, „dies hätte extrem schädliche Auswirkungen auf Natur und Landschaft und ist abzulehnen.“ Auch bei einem Ausbau nur bis Heilbronn seien flankierende ökologische Maßnahmen unerlässlich.
Die wirtschaftlichen Argumente für den Ausbau bis Plochingen lässt der BUND nicht gelten. „In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Menge der auf dem Neckar transportierten Güter seit dem Höhepunkt Ende der 1970er Jahre fast halbiert hat, wirken Prognosen mit bis zu 70% Zunahme in den nächsten 15 Jahren wie reine Traumtänzerei“ kommentiert Brigitte Dahlbender. Die Bedeutung von Massengütern, für deren Transport Frachtschiffe erste Wahl sind, nimmt für die Wirtschaft ab. Insofern sei der Ausbau des Neckar sowohl ökologisch als auch ökonomisch nur bis Heilbronn sinnvoll.
Hintergrund: Grundlegende Forderungen des BUND zum Ausbau des Neckar
• Bau von Fischaufstiegshilfen an allen Querbauwerken, an denen dies ökologisch notwendig ist, sowie Abstiegshilfen für die Fische nach aktuellem Stand der Technik.
• Sicherstellung einer bislang fehlenden, ausreichenden Mindestwasserabgabe in die Altneckarabschnitte von in der Regel 10 m³/Sekunde.
• Einrichtung eines ökologischen Sonderfonds „Neckar-Einzugsgebiet Nord“, in den ein Anteil von 0,01 Euro pro kWh erzeugten Stroms aus Wasserkraft eingezahlt wird. Mit den Mitteln sollen weitere Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands vom Neckar und seinen Zuflüssen finanziert werden.
• Verzicht auf weitere Ausbaumaßnahmen des Neckar wie etwa eine weitere Vertiefung der Fahrrinne und auf intensivere Unterhaltungsmaßnahmen als Folge der Schleusenverlängerung.
• Eine Verankerung der aktiven Verlagerung des Güterverkehrs weg von der Straße hin zu Schiff und Bahn im Generalverkehrsplan des Landes . Das bedeutet z. B. den Verzicht auf alle Straßenneu- und Straßenausbaumaßnahmen parallel zum schiffbaren Neckar.
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