(openPR) Die Hertie-Stiftung hat gestern den Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2011 an Wilfried Scholl verliehen. Der Hertie-Preis zeichnet modellhafte Aktivitäten von Selbsthilfegruppen und besonders engagierte Menschen im Bereich der Multiplen Sklerose und der neurodegenerativen Erkrankungen, wie z.B. Alzheimer- oder Parkinson-Erkrankung, aus. Für seinen herausragenden Einsatz zugunsten junger Parkinson-Betroffener erhielt Herr Scholl ein Preisgeld von 10.000 Euro.
Zum 20. Mal hat die Gemeinnützige Hertie-Stiftung den Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe verliehen, der mit insgesamt 25.000 Euro dotiert ist. Wilfried Scholl gehört zu den drei diesjährigen Preisträgern, deren vorbildliche und Mut machende Aktivitäten durch den Preis gewürdigt werden. Der 44-jährige erhielt vor 12 Jahren selbst die Diagnose Parkinson: „Als junger Mensch fühlt man sich plötzlich wie aus dem Leben gerissen und schämt sich für die Erkrankung“. Heute gibt der bereits mehrfach für seine Bemühungen ausgezeichnete Schneckenhausener seine Erfahrungen weiter. Im Jahr 2005 gründete er die Selbsthilfegruppe „Club U40 Pfalz“, die sich vor allem an junge Menschen richtet. Mit Ausstellungen, Vorträgen und Filmen sorgen er und seine Gruppe seitdem für ein besseres Verständnis der Krankheit in der Öffentlichkeit und machen jungen Betroffenen und Angehörigen Mut. Sein Engagement wird seitens der Hertie-Stiftung mit einem Preisgeld von 10.000 Euro honoriert.
Die Preisverleihung fand am Abend zur Eröffnung einer Fotoausstellung zum Thema Parkinson statt, die noch bis zum 17. Februar in der Kreissparkasse Kaiserslautern zu sehen ist. Dr. Eva Koch, Leiterin der Multiple Sklerose-Projekte bei der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, sagte in ihrer Laudatio: „Wir freuen uns sehr, Herrn Scholl im Rahmen dieser ungewöhnlichen Ausstellung für seine beispielhafte Arbeit auszuzeichnen. „Jetzt erst Recht“ lautet der Titel dieser Vernissage, die damit auch den Kern von Herrn Scholls Handeln trifft: nicht aufgeben und anderen Betroffenen Mut machen.“
Den Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2011 erhalten außerdem:
Konfetti im Kopf e. V., Hamburg
Der Verein Konfetti im Kopf klärt mit dem Projekt „Demenz berührt mit vielen Gesichtern“ über die Erkrankung selbst und ihre gesellschaftliche Relevanz auf. Im Mittelpunkt der bundesweit angelegten Maßnahme steht eine ungewöhnliche Foto-Wanderausstellung, die zum Mitfühlen und Mitdenken einlädt und von zahlreichen Einzelaktionen umrahmt wird. Die Hertie-Stiftung ehrt das herausragende Engagement des Vereins verbunden mit einem Preisgeld von 10.000 Euro.
Brigitte Hagedorn, Berlin
Um Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit über die Multiple Sklerose zu schaffen und Betroffenen ein Sprachrohr zu bieten, rief Brigitte Hagedorn 2010 einen Audio-Podcast (www.der-ms-podcast.de) ins Leben. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht die Journalistin neue Episoden, in denen sie MS-Betroffene zu den Herausforderungen und zum Umgang mit der Krankheit interviewt. Für ihren Einsatz erhielt Frau Hagedorn ein Preisgeld von 5.000 Euro.










