(openPR) „Ein gutes neues Jahr“ heißt auf Esperanto „Bonan novan jaron“. Für die rund 1 Million Esperanto-Sprecher in aller Welt ist das neue Jahr 2012 ein besonderes Jahr, denn die Sprache wird 125 Jahre alt. 1887 veröffentlichte der der Warschauer Augenarzt Dr. Ludwig Zamenhof seine „Internacia Lingvo“, um die Begegnung und Verständigung über Grenzen hinweg zu erleichtern.
Die Grammatik gestaltete Zamenhof so einfach wie möglich. Die Wortstämme entnahm er den bedeutendsten europäischen Sprachen, und dank eines Systems von Vor- und Nachsilben kann man verwandte Wörter ganz regelmäßig voneinander ableiten, ohne sie explizit lernen zu müssen. Esperanto ist daher nicht nur für Europäer, sondern auch für Asiaten um ein Vielfaches schneller erlernbar als andere Fremdsprachen.
Im Laufe von 125 Jahren hat sich Esperanto zu einer lebendigen Kultursprache entwickelt. Es gibt heute etwa 40.000 Bücher in dieser Sprache, und zahlreiche Musik- und Theatergruppen präsentieren Vorstellungen auf Esperanto, z.B. auf internationalen Kongressen wie dem Esperanto-Weltkongress, der Ende Juli 2012 in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi stattfindet.
Für den Vorsitzenden der Esperanto-Gruppe Wiesbaden, Dr. Ulrich Matthias, hat Esperanto das Leben verändert, vor allem seit er im Jahr 2000 auf einem Esperanto-Weltjugendkongress in Hongkong seine chinesische Ehefrau Nan kennen lernte. „Esperanto baut Brücken zwischen den Kulturen“, erklärt Matthias, „es ermöglicht Verständigung auf Augenhöhe, und Esperanto-Sprecher begegnen einander oft mit einem Vorschuss an Sympathie“.
Für viele Menschen ist Esperanto heute ein faszinierendes Hobby, das ihnen freundschaftliche Kontakte in alle Welt verschafft. Matthias möchte jedoch auch explizit die Idee hinter der Sprache verbreiten. Zamenhof schwebte eine Welt vor Augen, in der die Menschen trotz unterschiedlicher Muttersprachen, Religionen und Weltanschauungen einander verstehen und friedlich zusammenarbeiten. Im Jahr 2010 initiierte Matthias mit einigen Freunden aus der Esperanto-Bewegung die Gründung der Eine-Welt-Partei, die sich (als wohl einzige der 112 beim Bundeswahlleiter registrierten Parteien) in ihrem Grundsatzprogramm explizit für die Verbreitung des Esperanto einsetzt, zugleich aber auch verwandte Ideen wie transnationale Demokratie, ein Weltethos und den Global Marshall Plan entschieden unterstützt.
Ob das ursprüngliche Ziel Zamenhofs, Esperanto solle zweite Sprache für alle Menschen werden, noch erreicht werden kann, ist laut Matthias ziemlich unsicher. Anzustreben sei dieses Ziel aber in jedem Fall, denn nicht zuletzt bei seinen Aufenthalten in China spüre er immer wieder, dass Esperanto eine großartige Chance darstellt, die Verständigung in der Welt entscheidend zu verbessern.










