(openPR) Anlässlich des Welttages der Poesie am 21. März 2005 hat die Deutsche Presse-Agentur eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben, die für Deutschland den Bezug zur Lyrik in der Bevölkerung messen sollte. Das Meinungsforschungsinstitut „polis“ ermittelte:
- jeder zweite Deutsche hat mit Lyrik wenig im Sinn und schon länger kein Gedicht mehr gelesen;
- 58 Prozent der Männer waren lange nicht mehr mit Gedichten in Kontakt gekommen;
- 43 Prozent der Frauen sind Verächterinnen, 40 Prozent geben sich als aktuelle Leserinnen von Versen;
- in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen hatten 63 Prozent schon länger keine Lyrik mehr gelesen.
Unklar ist, ob die Beschäftigung mit Songtexten (englisch: lyrics) ausdrücklich in diese Ergebnisse eingeflossen ist. Denn nicht jedem Befragten ist auf Anhieb klar, dass Liedtexte eine Sonderform der Gedichte sind, deren Vertonung sie leichter zugänglich macht. Vielleicht ist auch Lyrik selbst alltäglich geworden und wird als solche nur wenig erkannt?
Hans Magnus Enzensberger hat vor einiger Zeit die Zahl von 1354 Lyriklesern im deutschsprachigen Raum zur Diskussion gestellt und damit auf pointierte Art und Weise deutlich gemacht, wo die deutschsprachige Lyrik im Vergleich zur Prosa heute steht. Von wenigen großen Verlagen abgesehen, die noch Lyriktitel im Programm haben, sind es in erster Linie die kleinen Verlage, die für rund 3.000 Neuerscheinungen pro Jahr sorgen. Typische Auflagenzahlen für nach 2000 publizierte Gedichtbücher sind 20, 50, 100 (beim Künstlerbuch), sowie 250, 500 und 1000 Exemplare bei den üblichen Taschenbuch- bzw. fest gebundenen Editionen.
Einigermassen aktuellen Zahlen zufolge macht die Lyrik gegenwärtig noch gerade 1,2 % vom Buchhandelsumsatz insgesamt aus. Zieht man die Schullektüren noch ab, dann ist der Markt für neue Lyrikveröffentlichungen wirklich minimal. Jugendliche interessieren sich nur dann noch für Lyrik anderer Autoren, wenn sie auch selbst schreiben. Internet und Handy verursachen eine völlig andere Kommunikationsstruktur, als sie noch in den 70er, 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts üblich war.
Mithin ist es nicht verwunderlich, dass die bisherigen Publikumsverlage Lyrikveröffentlichungen mehr als skeptisch gegenüberstehen.
Neue Publikationsformen, wie die „Books on Demand“, bilden zunehmend die eigentliche Veröffentlichungsplattform für Lyrik, denn auch die gelegentlich noch anzutreffenden Nischenanbieter (Kleinverlage) treffen auf einen kaum für Lyrik bereiten und aufnahmefähigen Markt.
Speziell die Books on Demand GmbH (BoD), mit Sitz in Norderstedt, ermöglicht es auch völlig unbekannten Autoren, zu ihrer ersten Lyrikveröffentlichung zu kommen.
Auch der Autor dieses Sammelbandes hat mit BoD bisher bereits gute Erfahrungen gesammelt. So beliefert BoD auch den Großhandel und Internethändler, wie www.amazon.de, welche insgesamt für eine ausreichende Verbreitung der Werke im Buchmarkt sorgen.
Diese hier vorliegende Sammlung von Texten (Lyrik und Prosa) vereint den Charme der 70er, 80er und 90er Jahre mit dem postmodernen literarischen Chic zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Eine gelungene Übersicht über das literarische - und vor allem - lyrische Gesamtwerk von Michael Heinen-Anders, bei der literarische Stationen, wie die Zeitschrift KLEXPRESS, die Zeitung für unveröffentlichte Texte HANDZEICHEN, ebenso wie die AKZENTE als stilbildend erkennbar werden.
Das Werk des Autors, eine wahrhafte lyrische Fundgrube, harrt bislang noch der Entdeckung.
Der Autor , Jahrgang 1960, ist gelernter Buchhändler. Er gab von 1978 – 1982 die Literaturzeitung HANDZEICHEN mit heraus, bevor er ab Sommer 1982 das Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal aufnahm, welches er im Jahre 1989 als Diplom-Ökonom abschloss.
Anschließend war der Autor überwiegend in den Bereichen Sozialwesen, Wirtschaftsförderung und Verwaltung berufstätig. Er wohnte seither überwiegend im Großraum Köln.
Der Autor freut sich über LeserInnen, quer durch die Republik und hofft so manchem Leser seiner Werke auf seinen Lesereisen auch einmal persönlich begegnen zu können.
Die nächste Lesestation ist am 02.07.2011, im Rahmen einer Gemeinschaftslesung von BoD-Autoren, im Unperfekthaus, Saal 222, Essen, Einlass ab 18 Uhr, Beginn der Lesung: 19 Uhr.
"DAS LITERARISCHE GESAMTWERK 1969 - 2011", 256 S., DIN A 4-Format, BOD, Norderstedt 2011, ISBN-13: 9783842354838, € 29,98.











