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Hebammen für Deutschland fordern Taten: Hebammen"sterben" geht ungebremst weiter

05.11.201008:29 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Köln, 4. November 2010 - Wer geglaubt hat, dass sich nach einer der erfolgreichsten Petitionen der Bundesrepublik Deutschland in Sachen freie Hebammenhilfe politisch etwas ändern würde, wird dieser Tage bitter enttäuscht. Die Initiative Hebammen für Deutschland weist darauf hin, dass die Zahl der Hebammen, die freie Geburtshilfe anbieten, in Deutschland weiterhin dramatisch sinkt. Eine Entwicklung, die Hebamme Nitya Runte mit großer Sorge verfolgt. Sie hält die aktuelle Entwicklung für höchst bedenklich, und, was schlimmer ist, für nahezu unumkehrbar. Was fatale Folgen für die nachfolgenden Generationen haben könnte.



„Petition war wirkungslos“
Massiv gestiegene Versicherungsbeiträge hatten die Hebammen im Frühjahr bundesweit auf die Straße getrieben. Ihre Proteste fanden einen derart großen Widerhall in der Bevölkerung, dass die darauf folgende Petition zur Sicherung der Hebammenhilfe mit gutem Gewissen als eine der erfolgreichsten in der Geschichte der Bundesrepublik bezeichnet werden kann. Es drängte sich sogar zwischenzeitlich der Eindruck auf, man habe mit der „selbstbestimmten Geburt“ einen Nerv der Zeit getroffen. Doch die Euphorie war nur von kurzer Dauer.

Situation weiterhin dramatisch
Denn allzu leicht konnte nach der erfolgreichen Petition der Eindruck entstehen, die freie Geburtshilfe sei gerettet. Doch die politische Realität sieht leider anders aus. Geburtshäuser schließen noch immer reihenweise ihre Pforten oder stellen die freie Geburtshilfe ein. Auch die Zahl der freien Hebammen, die sich die horrenden Haftpflichtprämien weiterhin leisten können – und wollen, vermindert sich kontinuierlich.

Zukunftsweisende Familienpolitik?
Immerhin hatte die Petition ein gemeinsames Gespräch mit Gesundheitsminister Phillip Rösler im Mai nach sich gezogen. Doch auf irgendwelche politische Aktivitäten warten die Hebammen bislang vergeblich.
Was ist nun von einer Familien- und Gesundheitspolitik zu halten, die das Votum von rund 180.000 Unterzeichnern, darunter nicht nur betroffene Mütter und Väter, sang- und klanglos im politischen Alltag untergehen lässt? Umso mehr, als auch das Ärzteblatt bereits im vergangenen Jahr von einer kanadischen Studie zu berichten wusste, die der geplanten Hausgeburt eine ebenso hohe Sicherheit bescheint wie der Entbindung in der Klinik. Die Krankenkassen würden unverändert geschont, selbst die Ärzte hätten kürzlich eine Anhebung ihrer Honorare durchgesetzt. Für die Hebammen bleibe da wenig übrig, so Runte.

Haftstrafe bei Hausgeburt?
Auch die internationale Entwicklung bereitet Nitya Runte und ihren Kolleginnen Kopfschmerzen. Während in den USA laut Ärzteblatt im Jahr 2007 32 Prozent aller Neugeborenen per Kaiserschnitt entbunden wurden, doppelt so viele wie ein Jahrzehnt zuvor, bringen es einige Regionen Lateinamerikas auf einen Schnitt von mehr als vierzig, wohlhabende Chinesen gar auf annähernd fünfzig Prozent. Auch in Deutschland werden bereits rund ein Drittel aller Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gebracht.
Den Vogel schießt gleichwohl Irland ab. Dort wird dieser Tage ein Gesetz verabschiedet, nach dem sowohl der Mutter als auch der Hebamme eine zehnjährige Gefängnisstrafe droht, sofern sie eine Hausgeburt macht. Wird gleiches irgendwann auch für eine spontane Geburt im Taxi gelten?

Breite Unterstützung weiterhin vonnöten
Nitya Runte betont, dass die deutschen Hebammen auch weiterhin Unterstützung, nicht nur von angehenden Eltern, benötigen. Gerade auch Menschen, die ihre Familienplanung abgeschlossen hätten, sollten im Interesse der nachfolgenden Generationen die aktuelle Entwicklung anprangern und ihr nach Kräften entgegenwirken. Nur so sei es möglich, dem Thema zu dem entscheidenden Gewicht im öffentlichen Bewusstsein zu verhelfen und die freie Wahl des Geburtsortes zu erhalten.

Gemeinnützigkeit im Visier
Untätig waren die nach wie vor ehrenamtlich arbeitenden Hebammen aus Köln in der Zwischenzeit wahrlich nicht. So wird ihre Initiative derzeit auf Gemeinnützigkeit überprüft. Auch die Homepage www.hebammenfürdeutschland.de wird in Kürze komplett überarbeitet ans Netz gehen. Unterstützer werden dort neben ausführlichen Hintergrundinformationen auch vorgefertigte Elternprotestbriefe zum Versand an Krankenkassen und Politiker finden. Wer Hebammen für Deutschland finanziell unterstützen will, kann dies über eine Spende tun: Hebammen für Deutschland, Sparkasse Köln Bonn, BLZ 370 501 98, Kontonummer 19 297 602 78.

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