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Medizinische Versorgung in Pflegeeinrichtungen

15.10.201015:28 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Neuss, den 15.09.2010 - Seit Jahren wird bundesweit darüber informiert, dass vor allem die ärztliche Versorgung in den Heimen mangelhaft ist. Ergänzend gibt es beträchtliche Mängel in der Arzneimittelversorgung. Eine neue Studie der Universität Witten / Herdecke informiert über Durchliegegeschwüre und Mangelernährung. Die medizinische Versorgung der Demenzkranken wird ebenfalls als katastrophal schlecht beschrieben. Und so könnte man mit einschlägigen Erkenntnissen fortfahren.



Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist daher seit Jahren bemüht, den hier nur kurz angedeuteten Missständen entgegen zu treten und für angemessene Versorgungsstrukturen einzutreten. Bedauerlicherweise haben sich aber bisher keine entscheidenden Verbesserungen bewirken lassen. Trotz immer wieder aufkeimender Hoffnungen mit Rücksicht auf Projektbeschreibungen, Versuche mit Heimarztmodellen usw. ist die Versorgungssituation in zahlreichen Pflegeeinrichtungen anhaltend beklagenswert. Bedauerlicherweise werden solche Unzulänglichkeiten von manchen Verantwortlichen aus Marketingerwägungen in Abrede gestellt.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk begrüßt, dass nunmehr die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) zu einer „Initiative Pflegeheim“ aufgerufen haben und einen Beitrag leisten wollen, „gemeinsam für eine gute medizinische Versorgung“ tätig werden zu wollen. Die entsprechenden programmatischen Hinweise dazu sind u.a. auf der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und im Forum Werner Schell abrufbar.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat in einem Statement vom 24.09.2010 zur Initiative u.a. jedoch kritisch auch angemerkt:

„Die Initiative hat u.a. einen "Schönheitsfehler": Die pflegebedürftigen Menschen bzw. ihre Interessenvertretung, v.a. Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, wurden bei der Initiative wohl nicht beteiligt. Dies, obwohl wir seit Anfang 2006 bundesweit für eine bessere Versorgung der HeimbewohnerInnen durch Ärzte eintreten. Hier vor Ort gibt es diesbezüglich sogar einen von mir initiierten Arbeitskreis der Gesundheitskonferenz, in dem u.a. mit Ärzten und Krankenkassenvertretern über eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung diskutiert wurde.
Was bei der jetzigen KV-Initiative auf den ersten Blick fehlt, ist die Vorgabe, dass zwischen den Heimträgern und Ärzten Kooperationsvereinbarungen geboten sind. Ärzte, die in die Heime gehen, sind z.B. keine weisungsberechtigten Vorgesetzte der Pflegekräfte. Das Zusammenwirken zwischen Pflegekräften und Arztpraxen muss daher aus Rechtsgründen (Sorgfaltsgebot, Haftung) abgeklärt sein. Ärzte müssen ihre Verordnungen immer schriftlich hinterlassen oder in Eilfällen später abzeichnen. Bislang sind solche Zeichnungen vielfach verweigert worden nach dem Motto: Das wird nicht honoriert.“

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk fordert die Krankenkassen auf, die Initiative der Kassenärztlichen Bundesvereinigung aufzugreifen und gemeinsam mit der Ärzteschaft die seit Jahren überfälligen Strukturen zu schaffen, damit endlich die medizinische Versorgung der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen in allen Regionen ausreichend gewährleistet werden kann. Damit bietet Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk seine Mitwirkung im Sinne des o.a. Statements an.

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat vorgesehen, die KV-Initiative beim Pflegetreff am 16.11.2010 durch einen Vertreter der Kassenärztlichen Nordrhein vorstellen zu lassen. Vertiefend wird das Thema aber beim nachfolgenden Pflegetreff Anfang 2011 aufgegriffen, und zwar zusammen mit den Themen Arzneimittelversorgung (siehe PRISCUS-Liste, „weniger ist oft mehr“), Durchliegegeschwüre und Mangelernährung (siehe u.a. neue Studie der Universität Witten/Herdecke vom 13.10.2010), Mangelversorgung der Demenzkranken. Diese Themen werden, wie immer, auch im Zusammenhang mit dem Pflegenotstand zu beleuchten sein.

Werner Schell - Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

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