(openPR) Laut einer Presseinformation der Max-Planck-Gesellschaft (v. 07.05.2010) ist es Forschern des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie gelungen, das Genom des „Neandertalers“ erstmalig zu sequenzieren. In einer solchen Sequenzierung werden kurze Bruchstücke des Erbguts mit einer speziellen Reaktion künstlich vervielfältigt und die Basenzusammensetzung durch Fluoreszenzmarkierung sichtbar gemacht. Die Sequenzen vieler solcher Bruchstücke werden computergestützt analysiert und nach überlappenden Bereichen gesucht. Mit Hilfe dieser überlappenden Bereiche kann man sich quasi durch das komplette Genom „hangeln“ und aus den vielen kurzen Sequenzen der Bruchstücke eine Gesamtsequenz des Genoms erhalten.
Da bei der Untersuchung einer vor Zehntausenden von Jahren ausgestorbenen Art dementsprechend auch nur stark gealtertes genetisches Material zur Verfügung steht, mussten die Forscher vielfältige Herausforderungen meistern. Dazu gehörte etwa ein hoher Degradationsgrad der DNA-Proben und auch eine Verunreinigung der DNA-Proben durch Bakterienbefall oder menschlicher DNA.
Trotz dieser und weiterer Probleme haben es die Forscher nach vier Jahren geschafft, indem sie mehr als eine Milliarde DNA-Fragmente aus Funden aus Kroatien, Spanien, Russland und Deutschland analysierten und genügend echte Neandertaler-Sequenzen fanden, um 60% des Neandertaler-Gesamtgenoms abzudecken.
Ein Sequenzvergleich mit Sequenzen des (modernen) Menschen ergab, dass es, abweichend zur gängigen Meinung, eine Vermischung der frühen Menschen und des Neandertalers gab. Nach Berechnungen der Forscher enthält die DNA einiger heutiger lebenden Menschen etwa 1-4 % Neandertaler-DNA.

















