(openPR) Aktionsbündnis menschenwürdige Pflege jetzt - Auftakt beim Neusser Pflegetreff am 16.11.2010 geplant
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat alle privaten und öffentlichen Institutionen (Vereine, Verbände, Körperschaften) und Einzelpersonen (-initiativen), die sich für menschenwürdige Pflegebedingungen einsetzen und entsprechende Reformen für erforderlich halten, zu einem „Aktionsbündnis menschenwürdige Pflege jetzt“ eingeladen nach dem Motto: Einigkeit macht stark.
Anhand der in jüngster Zeit geführten Diskussionen zu Pflegemängeln ist nochmals deutlich geworden, dass die beklagten Pflegesituationen fast ausschließlich mit den unzulänglichen Pflegerahmenbedingungen zu tun haben. Unzureichende Personalausstattungen in den Pflegeeinrichtungen (und Krankenhäusern) führen zwangsläufig zu Leistungseinschränkungen, die dann in unterschiedlicher Ausprägung zu Zurücknahmen bei der Zuwendung und auch zu nicht immer ausreichend sorgfältigen Verrichtungen führen. Und diese Situation ist nicht auf eine Stadt, eine Region, beschränkt, sie ist, weil systemisch bedingt, wohl bundesweit gegeben. Dabei können sich natürlich Unterschiedlichkeiten in der Ausprägung ergeben. Dort, wo z.B. die Führungskräfte ausreichend qualifiziert und hoch motiviert arbeiten, vielleicht auch eine große Zahl ehrenamtliche HelferInnen mobilisieren können, mag es besser funktionieren. Aber alles in allem können wirklich gute oder gar sehr gute Pflegesituationen eigentlich nirgendwo garantiert werden. Deshalb sind auch entsprechende Pflegenoten wenig hilfreich, sondern eher zur Irritation geeignet.
In einer Pflegeeinrichtung in Mönchengladbach war noch im Juni 2010 (trotz seit längerer Zeit vorliegender Beschwerden) vom MDK die Gesamtnote 1,4 vergeben worden, die Angehörigenbenotung lag sogar bei 1,2. Gleichzeitig gab es massive Kontrollen durch Heimaufsicht, Polizei und Staatsanwaltschaft (die weiter andauern). Dies zeigt ebenfalls auf, dass auch der Pflege-TÜV in seiner jetzigen Ausprägung nicht wirklich hilfreich ist. Auf Befragen erklärte mir ein Vertreter des MDK Nordrhein, die Überprüfung mit Vergabe einer Note sei ohnehin immer nur eine Leistungsbilanz für die Stunden oder Tage der Prüfung. Mehr könne man daraus eigentlich kaum ableiten.
Da „Mönchengladbach überall ist“ (oder sein kann) wird die dringende Notwendigkeit gesehen, auf die politisch Verantwortlichen einzuwirken, unser Pflegesystem grundlegend zu reformieren, vor allem an einigen entscheidenden Eckpunkten Veränderungen per Gesetz vorzugeben, z.B. Stärkung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ (finanzielle Dotierung anheben), Aufstockung der Stellenschlüssel zur Überwindung des Pflegenotstandes (Schaffung eines Personalbemessungssystems). Dass der Pflegebedürftigkeitsbegriff umfassend korrigiert werden muss, ist mittlerweile weitgehend anerkannt, kaum noch umstritten. Umstritten wird aber sicherlich sein müssen, wenn Politiker behaupten, die Umsetzung müsse kostenneutral erfolgen.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk wird sich für die dringend notwendigen Reformmaßnahmen mit aller Macht einsetzen und darüber in einem größeren Pflegetreff am 16.11.2010 diskutieren, um dann anschließend noch einmal entsprechende Forderungen an die politisch Verantwortlichen zu formulieren. Es gibt zu den Reformnotwendigen bereits von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ein Statement, das im Netz abrufbar ist.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk möchte nun hiermit all diejenigen, die (seit Jahren) in der Bundesrepublik Deutschland pflegekritisch und mit guten Vorsätzen versuchen, für unsere hilfe- und pflegebedürftigen Menschen bessere Pflegebedingungen mit gestalten zu helfen, aufrufen, ein „Aktionsbündnis –menschenwürdige Pflege jetzt“ mit anschieben zu helfen. Damit könnte zunächst ohne größere organisatorische Vorbereitungen und Vereinsgründung eine Agitationsbasis geschaffen werden nach dem Motto: Einigkeit macht stark!
Um nun mit diesbezüglichen Vorstellungen schnell voran zu kommen, hat Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk alle interessierten Einzelpersonen, Initiativen und Vereine zu einer Auftaktveranstaltung für den 16.11.2010, 14.00 Uhr, nach Neuss-Erfttal eingeladen. Es könnten bei diesem Zusammentreffen erste Gespräche geführt und eine gemeinsame Absichtserklärung formuliert werden. Für all diejenigen, die das zeitlich einrichten können, wäre die Möglichkeit gegeben, am 16.11.2010 mit Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk im nachfolgenden für 18.00 – 20.00 Uhr geplanten Pflegetreff mit unseren Gästen zu diskutieren und erste Eindrücke vermitteln zu helfen.
Werner Schell – Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk





