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Zwei Frauen engagieren sich für eine neue Trauerkultur

06.09.201016:48 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Zwei Frauen engagieren sich für eine neue Trauerkultur

(openPR) Ravensburg – Immer mehr Frauen möchten ihre eigene Chefin sein. Branchen, in denen Frauen überwiegend ihre eigene Existenz gründen, sind Handel, Gastronomie und Medien. So wollten nach letzten Erhebungen rund 85 Prozent der Starterinnen zum Beispiel ein Café, ein Kosmetikstudio oder ein Schreib- und Übersetzungsbüro eröffnen. Nicht so Ulrike Hess (47) und Ursula Schensky (49) aus Ravensburg. Sie wollen den Tod wieder stärker ins Leben integrieren und Trauerrituale neu beseelen und haben dafür ihr Unternehmen „Lichtweg“ gegründet – ein Bestattungsunternehmen mit ganz individueller und ungewöhnlicher Trauerbegleitung.



Mit den Veränderungen in der Gesellschaft wandelt sich zunehmend auch die Bestattungskultur. Doch in dem Umbruch steckt auch eine Chance, auf individuelle Weise Abschied zu nehmen. „Für diesen letzten Abschied benötigen wir wieder mehr Zeit, Raum und vor allem auch die Erlaubnis, trauern zu dürfen,“ so Ursula Schensky, gelernte Krankenschwester und Familienbegleiterin mit langjähriger Erfahrung in den verschiedenen Bereichen. „So wie jedes Leben selbstbestimmt und individuell gelebt wird, soll auch der Abschied individuell und mit aktiver Beteiligung der Trauernden erlebt werden,“ meint sie. „Lichtweg“ will bei dieser Trauerbegleitung helfen, mit besonderen Abschiedsfeiern ebenso wie mit besonderen Ritualen.

„Wir gestalten den Sarg oder die Urne zusammen mit der Familie auch mit Kindern. Wir wollen den Tod im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“ machen, mit den Angehörigen als Ritual den Körper ein letztes Mal pflegen und ihn damit wertschätzen, und ihn auf Wunsch für den Abschied auch zu Hause aufbahren,“ so Ulrike Hess, Diplomsozialarbeiterin, Altenpflegekraft und Lehrerin an der Berufsfachschule für Altenpflege in Bad Saulgau.
Wichtig sei es auch, die Verstorbenen zu berühren und zu spüren, dass die tote Hand eine andere Intensität hat, sich anders anfühlt, als die lebende. „Wenn ich den Tod durch greifen auch begreifbar machen kann, dann verliert er das Trennende. Jede Begleitung von Trauernden ist ein ganz individuelles Ereignis und soll durch offene Kommunikation, Empathie und Zeithaben geprägt sein“, so Ulrike Hess. „Lichtweg“ möchte Mut machen, begleiten und gemeinsam nach Formen suchen, die dem zu Ende gehenden Leben einen würdevollen Weg des Übergangs ebnen, denn Trauer sei letztendlich nichts anderes als Liebe zu den Verstorbenen.

Natürlich helfen die beiden engagierten Bestatterinnen auch bei der Abwicklung aller Formalitäten, von der Meldung beim Standesamt und der Besorgung der Sterbeurkunde bis zur Kontaktaufnahme zu Behörden und Versicherung, Friedhofsverwaltung und Kirche, vermitteln Pfarrer und Trauerredner oder kümmern sich um die Musikwünsche für die Abschiedsfeier, das Trauermahl oder die Überführung.

Auch die Zeit nach der Bestattung ist wichtig. Deshalb bietet „Lichtweg“ besondere Feiern am 40. Tag nach dem Tod sowie am Jahrestag.

„Wenn wir es schaffen, dass wir das Altern, das Sterben und das richtige Abschied nehmen wieder gesellschaftsfähig machen und zurück in die Mitte des Lebens holen, dann haben wir ein wichtiges Ziel erreicht“, so Ulrike Hess und Ursula Schensky.


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