02.09.2010 - 14:56 - Politik, Recht & Gesellschaft
Öffentliche Kritik an Sarrazin kam enttäuschend spät
Pressemitteilung von: Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V.
Sarrazins "Gen-Äußerungen" haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Dabei setzt er damit nur fort, was er immer wieder mit diskriminierenden Äußerungen vor allem gegenüber Muslimen lanciert. Dass der öffentliche Aufschrei nicht schon vor Jahren anlässlich von "Kopftuchmädchen" und "unproduktiven Gemüsehändlern" erklang, ist insbesondere für binationale Familien und Paare enttäuschend und verletzend.
Binationale Familien praktizieren "im Kleinen", womit sich unsere Gesellschaft "im Großen" so schwer tut: Die Integration unterschiedlicher Denk- und Verhaltens¬weisen in einen lebendigen, interkulturellen Alltag.
Sarrazins Einteilung der Gesellschaft in "Wir" und "die Anderen" polarisiert. In diesem Denken kann Integration nur über einseitige Anpassung gelingen. Dieser Forderung verweigern sich Einwander/innen zu Recht. Integration setzt ein „Wir-Konzept“ voraus, das Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt stellt, ohne Unterschiede zu ignorieren. Dabei ist der Blick auf Ressourcen zu richten und der Diskurs auf Augenhöhe zu führen. Auch dafür stehen binationale Familien, die dies in ihrem persönlichen Bereich – manchmal schmerzhaft, manchmal lustvoll – leben. Doch solange Menschen als Problemgruppe und "integrationsunwillig" beschrieben werden, bleibt es schwierig, gesellschaftlich ein „Wir" -Gefühl und -Denken zu entwickeln.
Es muss daher offen und offensiv gegen die Sarrazins in diesem Land Position bezogen werden. Dies gilt insbesondere gegenüber öffentlichen Personen mit politischer Verantwortung.
Es ist deshalb untragbar, dass eine solche Person nach wie vor Mitglied in einer sozialdemokratischen Partei ist, die an anderen Stellen integrationspolitisch neue Wege geht und endlich abrückt von einer „Wir und die Anderen“ -Mentalität.
Wir fordern die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Medien auf, Herrn Sarrazin keine weiteren Möglichkeiten zu bieten, seine Polemiken in ihren Reihen zu verbreiten.
Ihr Kontakt für Rückfragen und weitere Informationen:
Hiltrud Stöcker-Zafari, Bundesgeschäftsführerin,
Tel.: 069 / 713756 -12, Mail:
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V.
Ludolfusstraße 2 - 4
60487 Frankfurt am Main
Fon: +49 (0) 69 / 713 756 - 0
Fax: +49 (0) 69 / 707 50 92
www.verband-binationaler.de
Jede neunte Eheschließung in Deutschland ist heute eine binationale Verbindung. Jedes dritte Kind, das hier geboren wird, hat Eltern unterschiedlicher Nationalitäten. Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften, setzt sich seit 1972 ein für die Interessen binationaler/bikultureller Paare und Familien sowie von Menschen, die in interkulturellen Zusammenhängen in Deutschland leben. Ziel des Verbandes ist es, das interkulturelle Zusammenleben in Deutschland gleichberechtigt und zukunftsweisend zu gestalten. In 24 Regionalstellen berät der Verband jährlich rund 16 000 Menschen in allen Fragen des binationalen/bikulturellen Alltags. Der Verband ist unter anderem Mitglied im Bundesforum Familie, im Paritätischen Wohlfahrtsverband, im Deutschen Frauenrat, in der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF e.V), im Forum Menschenrechte, im Forum gegen Rassismus des Bundesministeriums des Inneren sowie im Netz gegen Rechts des DGB. Er vertritt Deutschland in der Coordination Europèenne pour le droit des étrangers à vivre en famille.
Binationale Familien praktizieren "im Kleinen", womit sich unsere Gesellschaft "im Großen" so schwer tut: Die Integration unterschiedlicher Denk- und Verhaltens¬weisen in einen lebendigen, interkulturellen Alltag.
Sarrazins Einteilung der Gesellschaft in "Wir" und "die Anderen" polarisiert. In diesem Denken kann Integration nur über einseitige Anpassung gelingen. Dieser Forderung verweigern sich Einwander/innen zu Recht. Integration setzt ein „Wir-Konzept“ voraus, das Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt stellt, ohne Unterschiede zu ignorieren. Dabei ist der Blick auf Ressourcen zu richten und der Diskurs auf Augenhöhe zu führen. Auch dafür stehen binationale Familien, die dies in ihrem persönlichen Bereich – manchmal schmerzhaft, manchmal lustvoll – leben. Doch solange Menschen als Problemgruppe und "integrationsunwillig" beschrieben werden, bleibt es schwierig, gesellschaftlich ein „Wir" -Gefühl und -Denken zu entwickeln.
Es ist deshalb untragbar, dass eine solche Person nach wie vor Mitglied in einer sozialdemokratischen Partei ist, die an anderen Stellen integrationspolitisch neue Wege geht und endlich abrückt von einer „Wir und die Anderen“ -Mentalität.
Wir fordern die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Medien auf, Herrn Sarrazin keine weiteren Möglichkeiten zu bieten, seine Polemiken in ihren Reihen zu verbreiten.
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Jede neunte Eheschließung in Deutschland ist heute eine binationale Verbindung. Jedes dritte Kind, das hier geboren wird, hat Eltern unterschiedlicher Nationalitäten. Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften, setzt sich seit 1972 ein für die Interessen binationaler/bikultureller Paare und Familien sowie von Menschen, die in interkulturellen Zusammenhängen in Deutschland leben. Ziel des Verbandes ist es, das interkulturelle Zusammenleben in Deutschland gleichberechtigt und zukunftsweisend zu gestalten. In 24 Regionalstellen berät der Verband jährlich rund 16 000 Menschen in allen Fragen des binationalen/bikulturellen Alltags. Der Verband ist unter anderem Mitglied im Bundesforum Familie, im Paritätischen Wohlfahrtsverband, im Deutschen Frauenrat, in der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF e.V), im Forum Menschenrechte, im Forum gegen Rassismus des Bundesministeriums des Inneren sowie im Netz gegen Rechts des DGB. Er vertritt Deutschland in der Coordination Europèenne pour le droit des étrangers à vivre en famille.
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