09.08.2010 - 08:35 - Freizeit, Buntes, Vermischtes
Ein Gedenkfeld für die Opfer der Loveparade
Pressemitteilung von: Rudolf Kley - Apotheker, Maler und AktionskünstlerPR Agentur: Echo-Duisburg
Wie so oft äußert sich der Duisburger Apotheker, Maler, Aktionskünstler und Ex-OB Kandidat der Bürger Union Duisburg,Rudolf Kley, ungefragt zu Vorgängen in seiner Stadt. So befürchtet er, dass eine Gedenktafel am Ort der Loveparade - Katastrophe und eine Vitrine mit Kerzen, Kränzen und sonstigen gesammelten Trauergaben im Innenhafen weder die Betroffenheit der Duisburger Bürger umfassend wiedergeben noch die Erinnerung an die Verstorbenen und Verletzten ausreichend wach halten.
Sicher, aus seiner Sicht enthält diese öffentliche Trauer ein tröstendes Moment für die Angehörigen. Die Trauer bewältigen muss jeder aber für sich oder im Kreis der Familie. Und dazu braucht es Zeit. Das kann Rudolf Kley durch diverse Trauerfälle in der Familie– mit 9 Jahren verlor er seinen Vater – nachempfinden. „Jeder Schmerz ist einzigartig und für Außenstehende nicht zu beschreiben. Und auch das Mitgefühl hat viele Facetten.“ Der Künstler zweifelt daran, dass die vom „Bürgerkreis Gedenken“ beabsichtigten Maßnahmen dem gerecht werden. Allerdings hält er die Überlegungen des Besitzers des Loveparade-Geländes, auf dem ehemaligen Güterbahnhof eine Gedenkkapelle zu errichten, als Ergänzung für besonders lobenswert. „Es muss einen Ort der Stille und Erinnerung geben, an dem man als Angehöriger einkehren kann, wenn sich die Wut auf die Ungerechtigkeit des Schicksals und beteiligte oder scheinbar oder tatsächlich verantwortliche Personen gelegt hat.“
Rudolf Kley will seit über 30 Jahren seine Mitbürger zur Kreativität befreien: „Jeder kann den Pinsel schwingen!“ und „Malen ist gesund!“ Anlässlich des Stadtjubiläum 1983 wartet er mit einem Guinnessrekordbild auf, das meterweise für die ARD –Fernsehlotterie “Ein Platz an der Sonne“ verkauft wird. Rudolf Kley ist kein persönlich Betroffener. Er hat bei der Loveparade keinen Angehörigen verloren und es wurde auch keiner verletzt. Er hat auch keine Genehmigung unterschrieben. Gleichwohl trifft es ihn gefühlsmäßig besonders, weil er sich mit einer Aktion in die Loveparade hatte einklinken wollen, an der er schon seit 24 Jahren arbeitet. „Mein Luftpumpenfeld hätte ich ursprünglich gerne in die Loveparade integriert und habe alles dafür unternommen. Heute bin ich froh, dass dies nicht geklappt hat. Was ist ein solches Event wert, wenn Tod oder Leben dagegen stehen? Soll ich es überhaupt noch durchführen? Dies schoss mir als erstes durch den Kopf. Man wird sehen.“ So schreibt er es auf seiner Internetseite.
Man wird sehen. Was Rudolf Kley in den Sinn gekommen ist, ist ein Gedenkfeld für die Opfer. „Jeder Bürger kann doch für sich seine Fantasie benutzen, um seine Trauer, seinen Gefühlen Form zu geben. Er kann einzeln agieren oder sich mit anderen Bürgern zusammenzuschließen. Dafür kann der „Bürgerkreis Gedenken“ sinnvoll sein. Der Bürger kann aber auch selbst Hand anlegen und tätig werden, nicht indem er in die Tasche greift und einen Geldschein zückt. Nein, indem er Wege geht, sich gewisse Dinge besorgt und nach einem leichten Bauplan selber einen Teil eines Kunstwerkes schafft, dass in seiner Gesamtheit Denkmal und Mahnmal ist.“ Rudolf Kley ist wieder bei seinem Luftpumpenfeld angekommen. Still und leise. „Ein Gedenkfeld für die Toten“ formuliert er auf seiner Webseite www.deapo.de und stellt es zur Diskussion. Dieses Vorgehen soll die Mitbürger zu Beteiligung anregen. Es ist ein Angebot. „Sie können sich beteiligen, aber sie können und sollten vielleicht auch eigene Ideen entwickeln und diese in die Öffentlichkeit tragen um auf diese Weise aktiv ihren Seelenfrieden zu finden. Es wird Zeit, bevor die Zeit den Mantel des Vergessens über alles geworfen hat und die unbewältigten Gefühle erstickt.“
Über seine Grafik zur Loveparade hat Rudolf Kley selbst einen Mantel geworfen. Kreuze weisen auf die Katastrophe und das Leiden hin. Beim genauen Hinsehen erkennt man: die Grafik weint. Stellvertretend.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Rudolf Kley
Bahnhofstr. 134
47137 Duisburg
Tel 0203/442999
Zur Person
Seit 1951 lebt Rudolf Kley, geb. 1946 in Wolfenbüttel, in Duisburg-Meiderich. 1976 übernahm er dort die Leitung der Löwen-Apotheke. Seine Liebe gehört von Jugend an der Malerei. Ihr therapeutischer Aspekt interessiert den Apotheker besonders. Er gründet 1977 in Meiderich die Galerie 77 und ein Jahr später die Kulturwerkstatt Meiderich und einen alljährlich stattfindenden Kunstmarkt. Der Freizeitmaler will seinen Mitbürgern Berührungsängste mit der Kunst nehmen und sie zu eigenem schöpferischen Handeln animieren. Mit seiner Aktion „Kunst ist Kohl“ macht Rudolf Kley 1981 bundesweit Furore und lernt dabei Josef Beuys und Wolf Vostell kennen. 1985 kommt er mit der längsten abstrakten Bildfolge ins Guinnessbuch der Rekorde und mit ihren Einzelbildern in viele öffentliche und private Kunstsammlungen. Seit seinem 40. Geburtstag sammelt er Luftpumpen, um die Luftpumpe als Qualitätsmaßstab für Kunst einzuführen und den Vereinbarungscharakter von Kunst und Qualität von Kunst offen zulegen. „Es gibt keinen verbindlichen Qualitätsmaßstab außer dem der Authentizität.“ Er färbt die Luftpumpen gelb, um aus ihnen das Weizenfeld zu rekonstruieren, in dem sich van Gogh erschossen hat. Die Aktion zieht sich bis heute hin. Trotz großer Resonanz in den Medien ist bisher nur einen Teil der benötigten 30000 Luftpumpen zusammengekommen. 2010 unternimmt er alles, um die benötigten Pumpen im Zuge der Loveparade zu erhalten und engagiert sich für deren Durchführung. Natürlich trägt er, wie viele andere Duisburger auch, deshalb keine Verantwortung für die Katastrophe. Aber die Lust an dem Luftpumpenfeld ist ihm vergangen. Seine Botschaft erscheint ihm im Verhältnis zu den entstandenen Leid nicht mehr so wichtig. Im Augenblick kann er sich ein solches Feld nur als Gedenkfeld für die Toten und Verletzten vorstellen. Er fordert unbürokratische Hilfe für die Opfer. Diese muss nicht sofort einem Schuldeingeständnis gleichkommen. Aber auch die Stadt Duisburg, der Oberbürgermeister, der Stadtrat, die Verwaltung, die Bürger der Stadt tragen nach seiner Ansicht eine moralische Verantwortung. „Es ist unmoralisch, sich dieser dadurch entledigen zu wollen, dass man sie an einer einzigen Person, nämlich dem Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, festmacht. Auch die jetzige Landesregierung wollte die Loveparade.“
Sicher, aus seiner Sicht enthält diese öffentliche Trauer ein tröstendes Moment für die Angehörigen. Die Trauer bewältigen muss jeder aber für sich oder im Kreis der Familie. Und dazu braucht es Zeit. Das kann Rudolf Kley durch diverse Trauerfälle in der Familie– mit 9 Jahren verlor er seinen Vater – nachempfinden. „Jeder Schmerz ist einzigartig und für Außenstehende nicht zu beschreiben. Und auch das Mitgefühl hat viele Facetten.“ Der Künstler zweifelt daran, dass die vom „Bürgerkreis Gedenken“ beabsichtigten Maßnahmen dem gerecht werden. Allerdings hält er die Überlegungen des Besitzers des Loveparade-Geländes, auf dem ehemaligen Güterbahnhof eine Gedenkkapelle zu errichten, als Ergänzung für besonders lobenswert. „Es muss einen Ort der Stille und Erinnerung geben, an dem man als Angehöriger einkehren kann, wenn sich die Wut auf die Ungerechtigkeit des Schicksals und beteiligte oder scheinbar oder tatsächlich verantwortliche Personen gelegt hat.“
Rudolf Kley will seit über 30 Jahren seine Mitbürger zur Kreativität befreien: „Jeder kann den Pinsel schwingen!“ und „Malen ist gesund!“ Anlässlich des Stadtjubiläum 1983 wartet er mit einem Guinnessrekordbild auf, das meterweise für die ARD –Fernsehlotterie “Ein Platz an der Sonne“ verkauft wird. Rudolf Kley ist kein persönlich Betroffener. Er hat bei der Loveparade keinen Angehörigen verloren und es wurde auch keiner verletzt. Er hat auch keine Genehmigung unterschrieben. Gleichwohl trifft es ihn gefühlsmäßig besonders, weil er sich mit einer Aktion in die Loveparade hatte einklinken wollen, an der er schon seit 24 Jahren arbeitet. „Mein Luftpumpenfeld hätte ich ursprünglich gerne in die Loveparade integriert und habe alles dafür unternommen. Heute bin ich froh, dass dies nicht geklappt hat. Was ist ein solches Event wert, wenn Tod oder Leben dagegen stehen? Soll ich es überhaupt noch durchführen? Dies schoss mir als erstes durch den Kopf. Man wird sehen.“ So schreibt er es auf seiner Internetseite.
Man wird sehen. Was Rudolf Kley in den Sinn gekommen ist, ist ein Gedenkfeld für die Opfer. „Jeder Bürger kann doch für sich seine Fantasie benutzen, um seine Trauer, seinen Gefühlen Form zu geben. Er kann einzeln agieren oder sich mit anderen Bürgern zusammenzuschließen. Dafür kann der „Bürgerkreis Gedenken“ sinnvoll sein. Der Bürger kann aber auch selbst Hand anlegen und tätig werden, nicht indem er in die Tasche greift und einen Geldschein zückt. Nein, indem er Wege geht, sich gewisse Dinge besorgt und nach einem leichten Bauplan selber einen Teil eines Kunstwerkes schafft, dass in seiner Gesamtheit Denkmal und Mahnmal ist.“ Rudolf Kley ist wieder bei seinem Luftpumpenfeld angekommen. Still und leise. „Ein Gedenkfeld für die Toten“ formuliert er auf seiner Webseite www.deapo.de und stellt es zur Diskussion. Dieses Vorgehen soll die Mitbürger zu Beteiligung anregen. Es ist ein Angebot. „Sie können sich beteiligen, aber sie können und sollten vielleicht auch eigene Ideen entwickeln und diese in die Öffentlichkeit tragen um auf diese Weise aktiv ihren Seelenfrieden zu finden. Es wird Zeit, bevor die Zeit den Mantel des Vergessens über alles geworfen hat und die unbewältigten Gefühle erstickt.“
Über seine Grafik zur Loveparade hat Rudolf Kley selbst einen Mantel geworfen. Kreuze weisen auf die Katastrophe und das Leiden hin. Beim genauen Hinsehen erkennt man: die Grafik weint. Stellvertretend.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Rudolf Kley
Bahnhofstr. 134
47137 Duisburg
Tel 0203/442999
Zur Person
Seit 1951 lebt Rudolf Kley, geb. 1946 in Wolfenbüttel, in Duisburg-Meiderich. 1976 übernahm er dort die Leitung der Löwen-Apotheke. Seine Liebe gehört von Jugend an der Malerei. Ihr therapeutischer Aspekt interessiert den Apotheker besonders. Er gründet 1977 in Meiderich die Galerie 77 und ein Jahr später die Kulturwerkstatt Meiderich und einen alljährlich stattfindenden Kunstmarkt. Der Freizeitmaler will seinen Mitbürgern Berührungsängste mit der Kunst nehmen und sie zu eigenem schöpferischen Handeln animieren. Mit seiner Aktion „Kunst ist Kohl“ macht Rudolf Kley 1981 bundesweit Furore und lernt dabei Josef Beuys und Wolf Vostell kennen. 1985 kommt er mit der längsten abstrakten Bildfolge ins Guinnessbuch der Rekorde und mit ihren Einzelbildern in viele öffentliche und private Kunstsammlungen. Seit seinem 40. Geburtstag sammelt er Luftpumpen, um die Luftpumpe als Qualitätsmaßstab für Kunst einzuführen und den Vereinbarungscharakter von Kunst und Qualität von Kunst offen zulegen. „Es gibt keinen verbindlichen Qualitätsmaßstab außer dem der Authentizität.“ Er färbt die Luftpumpen gelb, um aus ihnen das Weizenfeld zu rekonstruieren, in dem sich van Gogh erschossen hat. Die Aktion zieht sich bis heute hin. Trotz großer Resonanz in den Medien ist bisher nur einen Teil der benötigten 30000 Luftpumpen zusammengekommen. 2010 unternimmt er alles, um die benötigten Pumpen im Zuge der Loveparade zu erhalten und engagiert sich für deren Durchführung. Natürlich trägt er, wie viele andere Duisburger auch, deshalb keine Verantwortung für die Katastrophe. Aber die Lust an dem Luftpumpenfeld ist ihm vergangen. Seine Botschaft erscheint ihm im Verhältnis zu den entstandenen Leid nicht mehr so wichtig. Im Augenblick kann er sich ein solches Feld nur als Gedenkfeld für die Toten und Verletzten vorstellen. Er fordert unbürokratische Hilfe für die Opfer. Diese muss nicht sofort einem Schuldeingeständnis gleichkommen. Aber auch die Stadt Duisburg, der Oberbürgermeister, der Stadtrat, die Verwaltung, die Bürger der Stadt tragen nach seiner Ansicht eine moralische Verantwortung. „Es ist unmoralisch, sich dieser dadurch entledigen zu wollen, dass man sie an einer einzigen Person, nämlich dem Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, festmacht. Auch die jetzige Landesregierung wollte die Loveparade.“
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