30.07.2010 - 17:18 - Politik, Recht & Gesellschaft
Für die Zukunft bereit - Schulabschlussfeier im Seehaus Leonberg
Pressemitteilung von: Prisma e.V. - Seehaus Leonberg
Die nächste Generation von Seehaus-Jugendlichen ist auf dem besten Weg, ihre Zukunft in Freiheit gut zu beginnen. Einen wesentlichen Grundstein haben sie durch ihre bestandene Prüfungen gelegt.
Dies wurde in feierlichem Rahmen in der Schulabschlussfeier gefeiert. Eingebettet in einem musikalischen Rahmen haben die Jugendlichen einen Einblick in die vielfältigen Arbeiten während des letzten Schuljahres gegeben und so ihre Leistungen gezeigt. Alle Jugendlichen haben die Prüfungen bestanden, neben den Abschlusszeugnissen konnten auch Preise und Belobigungen vergeben werden. In diesem Schuljahr gab es ein breites Spektrum an Abschlüssen: Fünf Jugendliche haben den Vorbereitungskurs zur gewerblichen Berufsschule besucht, weiteren fünf Jugendlichen wurde das Abschlusszeugnis des 1. Lehrjahrs Bau überreicht. Ein Jugendlicher hat sich im Fernstudium an der University of Maryland auf seinen Collegeabschluss vorbereitet und hat seinen „Associates in General Education“ bestanden, ein weiterer seinen Realschulabschluss. Ein Jugendlicher, der schon vorher eine Ausbildung als Maler hatte, bereitete sich auf seine Ausbildereignungsprüfung vor und nun den 1. Teil der Meisterprüfung bestanden. Die Jugendlichen können stolz auf ihre Leistungen sein. Viele haben in kurzer Zeit die Versäumnisse von Jahren nachgeholt und erstmals in ihrem Leben einen offiziellen Abschluss erzielt.
Eine besondere Freude ist die Tatsache, dass alle Schulabgänger eine Ausbildungs- bzw. Arbeitsstelle im Anschluss an ihre Seehauszeit haben! Der letzte Ausbildungsvertrag wurde während der Schulabschlussfeier unterzeichnet.
Mit einem von den Jugendlichen selbstgeschriebenen Theaterstück ging der offizielle Teil zu Ende. Familien, Freunde, zukünftige Arbeitgeber, Lehrer und Ehrenamtliche sind der Einladung gefolgt und haben mit zu einer gelungenen Feier beigetragen.
Die Jugendlichen haben nun ihre berufliche Zukunft vor sich und werden ihre Fähigkeiten als Industriemechaniker, Schreiner, Tiefbaufacharbeiter und Metallbauer unter Beweis stellen bzw. ihr Studium fortsetzen. Sie werden weiterhin von unseren Nachsorgemitarbeitern begleitet. Einige, die im Herbst entlassen werden, sind noch auf der Suche nach einer Wohnung, in der sie gemeinsam mit Mitarbeiter und Ehrenamtlichen einziehen können.
Ab Herbst wird die Seehaus-Schule neben dem bisher angebotenen 1. Lehrjahr für Bauberufe auch das 1. Lehrjahr Holz und das 1. Lehrjahr Metall anbieten können und so ein erweitertes Angebot für zukünftige Seehaus-Bewohner machen können. Gleichzeitig geht der Ausbau und die Renovierung im Seehaus voran. Zur Zeit wird der Mitteltrakt saniert und das Dach gedämmt und neu eingedeckt. Die Hilfsaktion Herzenssache vom SWR ermöglichte die Dachsanierung und die Ausbauarbeiten durch ihre Unterstützung.
Die Fortschritte im Seehaus Leonberg können beim Tag der offenen Tür am 25. September besichtigt werden.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Prisma e.V.
Tobias Merckle
Seehaus Leonberg
Seehaus 1
71229 Leonberg
Tel: 0 71 52 / 33 123-300
Fax: 0 71 52 / 33 123-301
www.prisma-jugendhilfe.de
Jugendstrafvollzug in freien Formen – Das Seehaus Leonberg
Seit 1953 bietet § 91 Abs. 3 JGG (Jugendstrafvollzug in freien Formen) einen Weg für einen innovativen Jugendstrafvollzug zwischen geschlossenem und offenem Jugendstrafvollzug. Diesen Weg ist erstmals das Justizministerium Baden-Württemberg unter Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll gegangen. Seit 2003 gibt es 2 solcher Einrichtungen in Deutschland: Das Projekt Chance in Creglingen und das Seehaus Leonberg. Jugendliche und Heranwachsende, die bereit sind an sich zu arbeiten, können sich vom Jugendstrafvollzug aus für das Projekt bewerben. Nach Zustimmung des Anstaltsleiters verbringen sie ihre gesamte Haftzeit im Projekt. Dort erwartet sie ein durchstrukturierter und harter Arbeitsalltag. Um 5:45 Uhr beginnt der Tagesablauf mit Frühsport. Bis 22:00 Uhr sind die Jugendlichen in ein konsequent durchgeplantes Erziehungsprogramm eingebunden. Hausputz, Schule, Arbeit, Berufsvorbereitung, Sport, gemeinnützige Arbeit, Täter-Opfer-Ausgleich, soziales Training und die Vermittlung christlicher Werte und Normen sind fester Bestandteil des Konzepts. Sie dienen dazu, dass die Jugendlichen lernen, Verantwortung zu übernehmen und sich als gesetzestreue Bürger in die Gesellschaft einzugliedern. Seit 2007 ist Jugendstrafvollzug in freien Formen in Baden-Württemberg als dritte Vollzugsform etabliert.
Das Projekt in Stichworten:
Kriminalprävention
Die Rückfalldelinquenz nach dem Jugendstrafvollzug ist sehr hoch. Um konsequenten Opferschutz zu gewährleisten und neue Straftaten zu verhindern, muss alles getan werden, damit Jugendliche zur Verantwortung gezogen werden und auf ein selbstständiges Leben in Freiheit vorbereitet werden. Abseits von negativen Einflüssen durch andere Straftäter im Gefängnis werden die Jugendlichen darauf vorbereitet, ihren Teil für die Gesellschaft beizutragen und sich positiv darin einzubringen.
Wiedergutmachung
Im Seehaus Leonberg müssen die Jugendlichen beginnen, den von ihnen angerichteten Schaden wiedergutzumachen. In Seminaren und Gruppengesprächen werden sie mit der Opferperspektive konfrontiert und werden aufgefordert, einen Täter-Opfer-Ausgleich durchzuführen. Durch gemeinnützige Arbeit leisten sie einen symbolischen Ausgleich der Gesellschaft gegenüber.
Das Prinzip Familie
Eine Mitarbeiterfamilie wohnt mit jeweils 5-7 Jugendlichen familienähnlich zusammen. Auf diese Weise wird Familienleben, das die meisten der Jugendlichen nicht kennen, vorgelebt und vermittelt. Die Jugendlichen werden in eine Lebensgemeinschaft hineingenommen und haben einen engen pädagogische Bezug zu den Mitarbeitern.
Positive Gruppenkultur
Die Jugendlichen übernehmen Verantwortung füreinander und leiten einander an. Sie lernen, für andere da zu sein und sich gegenseitig zu helfen.
Konsequentes Erziehungs- und Trainingsprogramm
In einem durchstrukturierten Tagesablauf werden die Jugendlichen konsequent gefordert. Sie müssen Leistung erbringen. Gleichzeitig werden sie in allen Bereichen (Schule, Arbeit, Sport, Musik, ...) gefördert und können sich so später in allen Bereichen in der Gesellschaft einbringen.
Schule und Ausbildung
In der Seehaus-Schule bereiten sich die Jugendlichen auf den Hauptschulabschluss vor und besuchen hausintern ein Berufsvorbereitungsjahr (Bau und Holz) oder absolvieren das 1. Lehrjahr in den Bauberufen. Sie renovieren das 1609 von Schickhardt erbaute Seehaus, arbeiten auf verschiedenen internen und externen Baustellen und bereiten sich auf eine Berufsausbildung außerhalb vor.
Vermittlung von Werten und Tugenden
Im Seehaus Leonberg vermitteln die Mitarbeiter christliche Normen und Werte. Auf dieser Grundlage aufbauend, werden Grundtugenden wie Fleiß, Ehrgeiz, Ordnung, Disziplin, Höflichkeit, Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Pflichtbewusstsein und Selbstbeherrschung abverlangt und eingeübt.
Bürgerschaftliches Engagement
Mit dem Seehaus Leonberg wird ein neuer Weg im Strafvollzug beschritten. Durch eine enge Kooperation von Landesregierung, einem gemeinnützigen Verein der Jugendhilfe, der freien Wirtschaft, der Kirchen und vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen entstand ein innovatives Konzept für einen modernen Jugendstrafvollzug. Auch viele Einzelpersonen und Gruppen setzen sich ehrenamtlich im Seehaus Leonberg ein.
Nachsorge
Die Jugendlichen werden auch über ihren Aufenthalt im Seehaus Leonberg hinaus begleitet, z.B. durch Betreuung durch ehrenamtliche Paten, betreutes Jugendwohnen und eine Verselbständigungs-Wohngemeinschaft.
Dies wurde in feierlichem Rahmen in der Schulabschlussfeier gefeiert. Eingebettet in einem musikalischen Rahmen haben die Jugendlichen einen Einblick in die vielfältigen Arbeiten während des letzten Schuljahres gegeben und so ihre Leistungen gezeigt. Alle Jugendlichen haben die Prüfungen bestanden, neben den Abschlusszeugnissen konnten auch Preise und Belobigungen vergeben werden. In diesem Schuljahr gab es ein breites Spektrum an Abschlüssen: Fünf Jugendliche haben den Vorbereitungskurs zur gewerblichen Berufsschule besucht, weiteren fünf Jugendlichen wurde das Abschlusszeugnis des 1. Lehrjahrs Bau überreicht. Ein Jugendlicher hat sich im Fernstudium an der University of Maryland auf seinen Collegeabschluss vorbereitet und hat seinen „Associates in General Education“ bestanden, ein weiterer seinen Realschulabschluss. Ein Jugendlicher, der schon vorher eine Ausbildung als Maler hatte, bereitete sich auf seine Ausbildereignungsprüfung vor und nun den 1. Teil der Meisterprüfung bestanden. Die Jugendlichen können stolz auf ihre Leistungen sein. Viele haben in kurzer Zeit die Versäumnisse von Jahren nachgeholt und erstmals in ihrem Leben einen offiziellen Abschluss erzielt.
Eine besondere Freude ist die Tatsache, dass alle Schulabgänger eine Ausbildungs- bzw. Arbeitsstelle im Anschluss an ihre Seehauszeit haben! Der letzte Ausbildungsvertrag wurde während der Schulabschlussfeier unterzeichnet.
Mit einem von den Jugendlichen selbstgeschriebenen Theaterstück ging der offizielle Teil zu Ende. Familien, Freunde, zukünftige Arbeitgeber, Lehrer und Ehrenamtliche sind der Einladung gefolgt und haben mit zu einer gelungenen Feier beigetragen.
Die Jugendlichen haben nun ihre berufliche Zukunft vor sich und werden ihre Fähigkeiten als Industriemechaniker, Schreiner, Tiefbaufacharbeiter und Metallbauer unter Beweis stellen bzw. ihr Studium fortsetzen. Sie werden weiterhin von unseren Nachsorgemitarbeitern begleitet. Einige, die im Herbst entlassen werden, sind noch auf der Suche nach einer Wohnung, in der sie gemeinsam mit Mitarbeiter und Ehrenamtlichen einziehen können.
Ab Herbst wird die Seehaus-Schule neben dem bisher angebotenen 1. Lehrjahr für Bauberufe auch das 1. Lehrjahr Holz und das 1. Lehrjahr Metall anbieten können und so ein erweitertes Angebot für zukünftige Seehaus-Bewohner machen können. Gleichzeitig geht der Ausbau und die Renovierung im Seehaus voran. Zur Zeit wird der Mitteltrakt saniert und das Dach gedämmt und neu eingedeckt. Die Hilfsaktion Herzenssache vom SWR ermöglichte die Dachsanierung und die Ausbauarbeiten durch ihre Unterstützung.
Die Fortschritte im Seehaus Leonberg können beim Tag der offenen Tür am 25. September besichtigt werden.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Prisma e.V.
Tobias Merckle
Seehaus Leonberg
Seehaus 1
71229 Leonberg
Tel: 0 71 52 / 33 123-300
Fax: 0 71 52 / 33 123-301
www.prisma-jugendhilfe.de
Jugendstrafvollzug in freien Formen – Das Seehaus Leonberg
Seit 1953 bietet § 91 Abs. 3 JGG (Jugendstrafvollzug in freien Formen) einen Weg für einen innovativen Jugendstrafvollzug zwischen geschlossenem und offenem Jugendstrafvollzug. Diesen Weg ist erstmals das Justizministerium Baden-Württemberg unter Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll gegangen. Seit 2003 gibt es 2 solcher Einrichtungen in Deutschland: Das Projekt Chance in Creglingen und das Seehaus Leonberg. Jugendliche und Heranwachsende, die bereit sind an sich zu arbeiten, können sich vom Jugendstrafvollzug aus für das Projekt bewerben. Nach Zustimmung des Anstaltsleiters verbringen sie ihre gesamte Haftzeit im Projekt. Dort erwartet sie ein durchstrukturierter und harter Arbeitsalltag. Um 5:45 Uhr beginnt der Tagesablauf mit Frühsport. Bis 22:00 Uhr sind die Jugendlichen in ein konsequent durchgeplantes Erziehungsprogramm eingebunden. Hausputz, Schule, Arbeit, Berufsvorbereitung, Sport, gemeinnützige Arbeit, Täter-Opfer-Ausgleich, soziales Training und die Vermittlung christlicher Werte und Normen sind fester Bestandteil des Konzepts. Sie dienen dazu, dass die Jugendlichen lernen, Verantwortung zu übernehmen und sich als gesetzestreue Bürger in die Gesellschaft einzugliedern. Seit 2007 ist Jugendstrafvollzug in freien Formen in Baden-Württemberg als dritte Vollzugsform etabliert.
Das Projekt in Stichworten:
Kriminalprävention
Die Rückfalldelinquenz nach dem Jugendstrafvollzug ist sehr hoch. Um konsequenten Opferschutz zu gewährleisten und neue Straftaten zu verhindern, muss alles getan werden, damit Jugendliche zur Verantwortung gezogen werden und auf ein selbstständiges Leben in Freiheit vorbereitet werden. Abseits von negativen Einflüssen durch andere Straftäter im Gefängnis werden die Jugendlichen darauf vorbereitet, ihren Teil für die Gesellschaft beizutragen und sich positiv darin einzubringen.
Wiedergutmachung
Im Seehaus Leonberg müssen die Jugendlichen beginnen, den von ihnen angerichteten Schaden wiedergutzumachen. In Seminaren und Gruppengesprächen werden sie mit der Opferperspektive konfrontiert und werden aufgefordert, einen Täter-Opfer-Ausgleich durchzuführen. Durch gemeinnützige Arbeit leisten sie einen symbolischen Ausgleich der Gesellschaft gegenüber.
Das Prinzip Familie
Eine Mitarbeiterfamilie wohnt mit jeweils 5-7 Jugendlichen familienähnlich zusammen. Auf diese Weise wird Familienleben, das die meisten der Jugendlichen nicht kennen, vorgelebt und vermittelt. Die Jugendlichen werden in eine Lebensgemeinschaft hineingenommen und haben einen engen pädagogische Bezug zu den Mitarbeitern.
Positive Gruppenkultur
Die Jugendlichen übernehmen Verantwortung füreinander und leiten einander an. Sie lernen, für andere da zu sein und sich gegenseitig zu helfen.
Konsequentes Erziehungs- und Trainingsprogramm
In einem durchstrukturierten Tagesablauf werden die Jugendlichen konsequent gefordert. Sie müssen Leistung erbringen. Gleichzeitig werden sie in allen Bereichen (Schule, Arbeit, Sport, Musik, ...) gefördert und können sich so später in allen Bereichen in der Gesellschaft einbringen.
Schule und Ausbildung
In der Seehaus-Schule bereiten sich die Jugendlichen auf den Hauptschulabschluss vor und besuchen hausintern ein Berufsvorbereitungsjahr (Bau und Holz) oder absolvieren das 1. Lehrjahr in den Bauberufen. Sie renovieren das 1609 von Schickhardt erbaute Seehaus, arbeiten auf verschiedenen internen und externen Baustellen und bereiten sich auf eine Berufsausbildung außerhalb vor.
Vermittlung von Werten und Tugenden
Im Seehaus Leonberg vermitteln die Mitarbeiter christliche Normen und Werte. Auf dieser Grundlage aufbauend, werden Grundtugenden wie Fleiß, Ehrgeiz, Ordnung, Disziplin, Höflichkeit, Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Pflichtbewusstsein und Selbstbeherrschung abverlangt und eingeübt.
Bürgerschaftliches Engagement
Mit dem Seehaus Leonberg wird ein neuer Weg im Strafvollzug beschritten. Durch eine enge Kooperation von Landesregierung, einem gemeinnützigen Verein der Jugendhilfe, der freien Wirtschaft, der Kirchen und vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen entstand ein innovatives Konzept für einen modernen Jugendstrafvollzug. Auch viele Einzelpersonen und Gruppen setzen sich ehrenamtlich im Seehaus Leonberg ein.
Nachsorge
Die Jugendlichen werden auch über ihren Aufenthalt im Seehaus Leonberg hinaus begleitet, z.B. durch Betreuung durch ehrenamtliche Paten, betreutes Jugendwohnen und eine Verselbständigungs-Wohngemeinschaft.
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