(openPR) Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) rät, neben Ambrosia auch Beifußpflanzen zu entfernen
Berlin, 29. Juli 2010. Ab Ende Juli bekommen viele Pollenallergiker wieder Probleme mit dem nordamerikanischen Unkraut Ambrosia, das sich immer stärker in Europa ausbreitet. Die hochallergenen Pollen können schweren Heuschnupfen und Asthma bei Allergikern auslösen, und zu Neuerkrankungen führen. In vielen Ländern geht man deshalb mit großem Aufwand gegen Ambrosia vor und reißt sie aus dem Boden. So sollen die volkswirtschaftlichen Schäden, die durch die Gesundheitskosten entstehen, in Grenzen gehalten werden. Dabei wird aber oft vergessen, dass Ambrosia nur einen Teil des alljährlichen Problems für Heuschnupfenallergiker darstellt:
„Wer vor Ambrosia warnt, sollte zugleich auch gegen den nah verwandten Beifuß vorgehen“, sagt Prof. Dr. med. Torsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF). „Beifußpollen lösen nicht nur klinisch dieselben Heuschnupfensymptome aus wie Ambrosia, sie kommen in unseren Breiten auch rund neunmal so oft vor. Außerdem haben Beifuß-Allergiker sehr häufig eine Kreuzallergie mit Ambrosia, d.h. sie reagieren auf Ambrosia und Beifußpollen. Deshalb ist es zur Allergieprävention sinnvoll, neben Ambrosia auch Beifußpflanzen zu entfernen.“
Ambrosia und ihr europäischer Verwandter
Ambrosia ist in ganz Europa auf dem Vormarsch, die Klimaerwärmung und der internationale Warenverkehr begünstigen die Ausbreitung. Etwa 15 Prozent aller europäischen Pollenallergiker sind bereits auf Ambrosia sensibilisiert. Eine einzelne Ambrosiapflanze bildet bis zu 60.0000 Samen, die bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben, und emittiert bis zu 1 Milliarde Pollenkörner. Neben der eingewanderten Ambrosia artemisiifolia gibt es den in Europa schon immer heimischen gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris), der aus derselben Familie stammt und dessen Pollenallergene zu 80% denen der Ambrosiapollen ähnlich sind. Das hat zur Folge, dass Beifußpollenallergiker auch auf Ambrosiapollen reagieren und umgekehrt. In Deutschland sind rund 25 Prozent der Pollenallergiker auf Beifuß sensibilisiert. Die Pflanze sieht der Ambrosia zum Verwechseln ähnlich, die Stängel sind jedoch nicht behaart und die Blätter auf der Unterseite nicht grün sondern durch dichte Behaarung silbrig weiß. Nach Berechnungen des Deutschen Polleninformationsdienstes (PID) sind die Konzentrationen an Beifußpollen in Deutschland fast zehnmal so häufig wie die von Ambrosia. So wurden im Jahr 2009 an insgesamt 33 Messstationen 5645 Beifußpollen und 630 Ambrosiapollen gezählt. Dennoch geht man häufig nur gegen Ambrosiapflanzen vor. Die deutsche Hauptstadt Berlin möchte zum Beispiel die erste Hauptstadt Europas werden, die ambrosiafrei ist und versucht, die Pflanze mit Hilfe von sogenannten „Ambrosia-Scouts“ entfernen zu lassen.
Mehr zum Thema erfahren Sie hier: www.pollenstiftung.de (Der Beifuß-Ambrosia-Komplex)
Weitere Informationen zum Thema Allergien finden Sie unter: www.ecarf.org













