13.07.2010 - 12:50 - Gesundheit & Medizin

Der SPIEGEL und die Homöopathie

Pressemitteilung von: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte

Berlin – Der SPIEGEL behauptet in der Titelgeschichte vom 12.7.2010, dass der Nutzen von Homöopathie nicht belegt sei, und dass es sich um eine Scheintherapie handele.

Wir stellen dazu fest, dass
- die ganz überwiegende Zahl von Doppelblindstudien zu diesem Thema eine Wirkung der Homöopathie belegt
- die Metaanalyse von Shang et al diesen Befund nicht widerlegt. Dahinter steckt ein grundsätzlicher Denkfehler: Wenn homöopathische Mittel bei Diarrhoen wirksam sind in einer Doppelblindstudie, wird das nicht dadurch widerlegt, dass das Mittel Arnica bei der Behandlung von Muskelkater bei Marathonläufern statistisch nicht signifikant wirksam ist. Metaanalysen sind dann sinnvoll, wenn Studien mit vergleichbarer Indikation und Methodik verglichen werden. Abgesehen davon hat diese Metaanalyse selbst methodische Fehler; konkret wurde ihr unter anderem vorgeworfen, dass die Auswahlkriterien für Studien im Nachhinein festgelegt wurden, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.
- die Versorgungsforschung zeigt, dass die Homöopathie in der Praxis effektiv und kostengünstig ist. (Charité-Studie, PEK Schweiz)
- demnach der Vorwurf einer Placebobehandlung nicht haltbar ist.

Weitere Informationen zur Studienlage finden Sie auf unserer Website: www.welt-der-homoeopathie.de >Presse>Forschung

Dass homöopathische Mittel in ihrer Wirkung deutlich über Placebo hinausgehen, zeigt sich auch bei der Behandlung schwerer, akuter Erkrankungen; wie z. B. Lungenentzündung und eitrige Mandelentzündungen. Homöopathische Ärzte behandeln diese ebenfalls. Im Vergleich zu konventionellen Kollegen haben sie dabei zwischen 0,1 und 1% der Antibiotikaverschreibungen. Auch homöopathische Ärzte geben Antibiotika, wenn sie kein passendes homöopathisches Mittel finden. Entweder sind also 99% der Antibiotikagaben in der konventionellen Praxis überflüssig – oder wir haben es hier doch mit einem sehr wirksamen „Placebo“ zu tun.

Ihren großen Durchbruch hatte die Homöopathie im 19. Jahrhundert als sich zeigte, dass die Mortalität bei der Behandlung der Cholera unter konventioneller Behandlung über 50% lag – unter homöopathischer Behandlung um die 5%. (vgl. www.organon2010.de Menüpunkt: Infektionskrankheiten)

Die 1. Vorsitzende des DZVhÄ, Cornelia Bajic, kommentiert die Forderung von Prof. Lauterbach „Man sollte den Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen“ als, so Bajic, „netten Versuch, die Homöopathie zu diskreditieren, der aber vollkommen an der Sache vorbei geht“ (s.a. Hintergrundinformationen zu Ausgaben im GKV-Bereich). Im Gegenteil: „Aufgrund der guten Erfahrungen, die wir im Laufe der letzten fünf Jahre mit den Sonderverträgen zur Homöopathie in der Patientenversorgung gemacht haben – es gibt beispielsweise eine starke Nachfrage und immer längere Wartezeiten für die Patienten – wäre ein Ausbau derselben sinnvoll und wünschenswert.“

Ausgaben für homöopathische Arzneimittel und homöopathische ambulante Versorgung:
Ausgaben für Arzneimittel im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) 2009: 28 Milliarden Euro (etwa 17 % der Gesamtausgaben der GKV)
Ausgaben für homöopathische Arzneimittel im Bereich GKV 2009: 25 Millionen – also etwa 1 Promille (Quelle BPI Pharma-Daten 2009)
Gesamtausgaben für ambulante Versorgung zulasten GKV 2009: 26 Milliarden Euro – (etwa 15 Prozent der Gesamtausgaben der GKV – Quelle KBV)
Ausgaben für homöopathische ambulante Versorgung im Bereich GKV: ca. 7 Millionen Euro/Q (Quelle: Zahlen von GKV-Kassen) – also etwa 1 Promille
Etwa 140.000 Ärzte sind gegenwärtig in vertragsärztlichen Praxen in Deutschland niedergelassen; etwa 7.000 Ärzte haben eine Zusatzbezeichnung Homöopathie – also etwa 5 Prozent.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte e.V.
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10117 Berlin

Björn Bendig
Tel 030 - 325 97 34 13
Fax 030 - 325 97 34 19
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Im Jahr 1829 wurde der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) in Köthen (Sachsen-Anhalt) gegründet. Der Verein entwickelte sich sogleich überregional zum Zusammenschluss der homöopathisch tätigen Ärzte im deutschen Sprachraum und hat seitdem die Politik entscheidend und erfolgreich mit geprägt:

● 1832 erschien die erste Ausgabe der „Allgemeinen Homöopathischen Zeitung“ (AHZ) – sie ist die älteste deutsche Medizinzeitschrift, zweitälteste der Welt.

● 1925 entstand mit deutscher Beteiligung die Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis (LMHI) – der Weltverband der nationalen homöopathisch-ärztlichen Fachgesellschaften. Der DZVhÄ hat bereits viermal die LIGA-Kongresse in Deutschland ausgerichtet: 1928 und 1955 in Stuttgart, 1979 in Hamburg und 1991 in Köln. Im Jahr 2005 fand in Berlin der 61. LIGA-Kongress statt, der zugleich als Geburtstags-Kongress von Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie, gefeiert wurde.

● In den 1940er Jahren wurde die "Zusatzbezeichnung Homöopathie" für Ärzte eingeführt.

● 1990 wurde als europäischer Zusammenschluss nationaler Ärztegesellschaften das European Committee for Homeopathy (ECH) mit Sitz in Brüssel gegründet.

Der DZVhÄ ist der Berufsverband einer stark anwachsenden homöopathischen Ärzteschaft. Zu seinen Aufgaben zählen vorrangig,
- die Weiterentwicklung und -verbreitung der homöopathischen Heilweise
- die Homöopathieforschung zu fördern
- im Gesundheitswesen die Stellung der Homöopathie zu festigen
- die Öffentlichkeit über das Thema zu informieren
- den Mitgliedern ein breites Serviceangebot zu bieten
- Ausbildung von Ärzten und Medizinstudenten in Homöopathie
- die Homöopathie an den Hochschulen zu etablieren
- Wahrnehmung und Vertretung der berufspolitischen Interessen der homöopathischen Ärzte
- Unterstützung von Entwicklungshilfeprojekten im Bereich der homöopathischen Medizin.

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