25.06.2010 - 08:20 - Sport

Segelflugweltmeisterschaften Prievidza und Szeged 2010: Team Germany geht auf Titeljagd

Pressemitteilung von: Deutscher Aero Club e.V. (Bundeskommission Segelflug)
PR Agentur: Deutscher Aero Club e.V. (Bundeskommission Segelflug)

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Piloten der deutschen Segelflugnationalmannschaft (Strecke) fiebern den Weltmeisterschaften 2010 entgegen.
Spannende Luftrennen stehen diesen Sommer in der Slowakei (Prievidza: World-/Club-/ Standardklasse 03. - 18. Juli 2010) und Ungarn (Szeged: 15-Meter-, 18-Meter- und Offene Klasse 24. Juli - 08. August 2010) bei den FAI- Weltmeisterschaften im Streckensegelflug an. Tagesaktuelles Mitverfolgen der Wettbewerbe ist unter www.daec-segelflug.de/events/10 möglich. In der Slowakei werden die niedere und hohe Tatra sicherlich zu schnellen Flügen verhelfen. Ortskenntnis dürfte einen nicht unbedeutenden Vorteil mit sich bringen. Damit das deutsche Team hier keine Überraschungen erlebt, werden sich die Aufwindjäger in Prievidza mit einer Trainingswoche im Mai auf die Titeljagd in Slowenien vorbereiten. Mit neun Piloten ist der DAeC e.V. stark vertreten. Den amtierenden Weltmeistern Michael Buchthal (Standardklasse) und Matthias Sturm (Clubklasse) dürfte die Bergregion der Tatra gut liegen. Haben beide doch in Rieti bei der letzten Segelflug-WM 2008 in schwierigem und anspruchsvollem Terrain ihre WM- Kronen erflogen. Aber auch Vizeweltmeister Mario Kießling (Standardklasse) gilt als exzellenter Bergspezialist und steht in der Rangliste der Favoriten ganz oben. Seine famose Form hat Mario unlängst beim brillant herausgeflogenen EM-Titel 2009 in Pociunai/Litauen belegt. Auch beim vielbeachteten Grand-Prix in Chile jagte Kießling mit einem Ventus 2ax auf den Bronzeplatz. Die Juniorenweltmeister von 2009, Volker Sailer (Clubklasse) und Felipe Levin (Standardklasse) werden jedoch von Flachland auf Gebirge umschalten müssen. Das ist aber kein Problem: Die talentierten Nachwuchsweltmeister haben in diesem Frühjahr bei Trainingslagern schon diverse Berghänge erfolgreich nach Thermik abgegrast. Sue Kussbach als amtierende Damenweltmeisterin der Standardklasse zehrt noch von der erfolgreichen Titeljagd 2009 in Szeged. Die Umstellung von Flachland auf Gebirge wird auch ihr nicht schwer fallen. Ihre erste Segelflugweltmeisterschaft bestreiten in Prievidza dagegen Jens Becker und Arndt Hovestadt in der Clubklasse, während Martin Schönwandt seiner Premiere in der Standardklasse entgegenfiebert. In Szeged, der sonnenreichsten Stadt Ungarns, treten acht Piloten der 15-Meter-, 18-Meter sowie der Offenen Klasse an. Mit Werner Meuser (18-Meter), Michael Sommer und Holger Karow (beide Offene Klasse) schickt der Deutsche Aero Club e.V. gleich drei Doppelweltmeister ins Rennen. Michael Sommer könnte dabei den Hattrick von drei Titeln in Folge schaffen, wie er vorsichtig formuliert. Doch auch Holger Karow und Werner Meuser malen sich Chancen auf einen weiteren Titelgewinn aus. Bei dieser 31. FAI WM steht ein starkes internationales Feld am Start: Franzosen, Engländer, Polen und weitere Nationen werden ihre Stärke demonstrieren - kein Zuckerschlecken für das deutsche Team, das den diesjährigen Hahnweidewettbewerb als Trainingsplattform zur WM betrachtet. Materialseitig werden die beiden neuen Muster ASG-29 und ASH-30 in der Königsklasse die Szene sicherlich beleben. Doch auch die Piloten auf Nimbus 4 und ASW-22 (beide Typen in allen Versionen gemeldet) werden mit ihren bewährten Mustern um den Sieg mitfliegen. Mit Reinhard Schramme (18-Meter) hat das deutsche Team einen der erfahrensten Piloten in seinen Reihen. Schramme baut auf seinen Wolkenrenner Ventus-2cxaJ, mit dem er letztes Jahr einen Ziel-Rückkehr-Tausender über Deutschland erkurbelte. Georg und Martin Theisinger bilden ein erfahrenes und beachtendes Bruderteam der 15-Meter-Klasse. Mitbewerber zollen beiden großen Respekt. Den Landauern Brüdern ist der Sprung aufs Siegerpodest ohne Zweifel zuzutrauen. Nach der unglücklich verlaufenen WM in Lüsse sind nun beide heiß, thermisch richtig Gas zu geben. Frauenweltmeisterin Susanne Schödel (15-Meter) kann wiederum auf Orts- und Thermikkenntnisse der vorjährigen Frauen-WM in Szeged bauen. Für sie ein Bonuspunkt, und dem restlichen Team sicherlich wertvolle Unterstützung. Als zweiter Bückeburger Pilot freut sich Stephan Beck (Offene Klasse) auf seine erste WM-Teilnahme. Die Berichterstattung über beide WMs wird aktuell und zeitnah über die Webseite der Nationalmannschaft erfolgen. Im Kurzporträt werden die einzelnen Pilotinnen und Piloten vorgestellt.

Michael Buchthal. Michael Buchthal geht als amtierender Weltmeister der Standardklasse an den Start. Seinen fliegerischen Erfolg umschreibt das Mitglied der Fliegergruppe Freudenstadt folgendermaßen: „Weltmeister durch erfolgreichen Teamflug – so könnte man meine 23-jährige fliegerische Laufbahn treffend umschreiben“! Mit Teamflugpartner Mario Kießling verbindet ihn eine Freundschaft, die während der letzten WM in Rieti mit exzellentem Zusammenspiel und dem WM-Titel gekrönt wurde. Neben der fliegerischen Unterstützung im Verein findet der Discus 2a-Pilot in der Familie seinen festen Sockel. Ehefrau Bettina ist der Fels in der Brandung. Sie steht Michael verlässlich als Mannschaft und persönlicher „Seelenklempner“ zur Seite. Auf Prievidza will sich Buchthal detailliert vorbereiten. Mit über 3400 Flugstunden kann der Fluglehrer der FG Freudenstadt auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Mario Kießling. Mit dem Gewinn des Europameistertitels in der Standardklasse flog Marion Kießling 2009 in Pociunai/Litauen seine sportlichen Mitbewerber quasi in Grund und Boden. Seine Überlegenheit wurde neidlos anerkannt, und so zählt der Vizeweltmeister (ebenfalls Standardklasse) von 2008 in der Slowakei auf dem Discus 2 ax zum engen Favoritenkreis. Mario strahlt große Ruhe und Übersicht aus, die an Schachzüge einzelner Großmeister erinnern. Als große Leidenschaft haben sich Teilnahmen an verschiedenen Grand Prix-Wettbewerben herauskristallisiert. Wie gut ihm diese Luftrennen liegen, beweisen vordere Platzierungen. In St. Auban wurde Kießling im Jahr 2006 knapp Zweiter. Nach einem siebten Rang beim Grand Prix in Omarama 2007 erflog Mario im Winter 2010 die Bronzemedaille in Chile. "Ich fliege sehr gerne in den Bergen“, so der Vizeweltmeister, der nach den anspruchsvollen Abruzzen der WM 2008 nun die Tatra als Rennstraße am Himmel nutzen will. Als wichtige Stütze wirkt Ehefrau Sabine, die in Slowenien stark die Daumen drücken wird.

Martin Schönwandt. Martin Schönwandt begann 2003 mit dem Segelflug. Das Mitglied vom SFV Mannheim ist derzeit Sportsoldat bei der Bundeswehr und bessert somit sein derzeitiges Zeitkonto von 600 Flugstunden deutlich auf. Mit seinem zweiten Platz bei der Segelflug-DM in Aalen auf LS-8 hat sich Schönwandt in den Nationalkader sowie zur WM in Prievidza vorgeflogen. Der 20-jährige bereitet sich zusätzlich zum Trainingslager am WM-Austragungsort durch Flüge in Vinon/Frankreich und der Teilnahme am Pribina Cub in Nitra gezielt auf die WM in der Slowakei vor. Martin wird bei der WM Patrick Puskeilers Discus 2a fliegen.

Matthias Sturm. Der amtierende Weltmeister der Clubklasse nimmt in Prievidza an seiner vierten Segelflugweltmeisterschaft teil. Damit verfügt Matthias Sturm über einen enormen Erfahrungsschatz, der ihm zu einem der großen Favoriten in seiner Klasse macht. Wenn das Mitglied des LSV Schwarzwald dabei seine Knüppelhand in Schach hält und keinen thermischen Ausrutscher erleidet, werden seine Hornet und die slowakischen Berge zu einem Erfolgsrezept verschmelzen. So oft es ihm möglich ist, trainiert Sturm vom heimatlichen Flugplatz in Winzeln-Schramberg aus. Erste Wettbewerbsflüge (allerdings auf ASW-27) absolvierte er 2010 beim Frühlingswettbewerb in Nitra/Slowakei im annähernd gleichen Fluggebiet wie Prievidza. "Ich freue mich auf die WM", so ein optimistischer Matthias Sturm.

Arndt Hovestadt. Segelflug- „ von Natur aus faszinierend“! Dieses Motto bestimmt Arndt Hovestadts fliegerisches Leben seit dem 15. Lebensjahr. In Winzeln-Schramberg erflog sich das Mitglied der Luftfahrtvereinigung Greven bei der Segelflug-DM 2009 den zweiten Platz der Clubklasse, was die Qualifikation zur Segelflug-WM Prievidza bedeutete. Das Wettbewerbskennzeichen seiner Libelle lautet "007", inklusive James Bond-Arbeitsutensil (Pistole). Dies könnte der starken Konkurrenz in der Slowakei Respekt einflößen. Seinen Auftritt auf internationaler Bühne will Hovestadt natürlich mit einem guten Rang, am besten im vorderen Feld beenden. Mit 2000 Flugstunden, darunter 340 Stunden im Gebirge, ist für die notwendige Erfahrung gesorgt.

Jens Becker. Schon früh packte Jens Becker der Flugvirus. Durch den WM-Verzicht von Tobias Welsch (aktueller Deutscher Meister Clubklasse) steht dem DM-Drittplatzierten von 2009 der Weg zur Segelflugweltmeisterschaft offen. Als Sportgerät setzte Becker bis jetzt auf die Standard-Libelle. Diese Lufthornisse scheint aktuell ein Garant für schnelle Flüge sein. Mit 14 Jahren fing Becker beim LFV Greven mit dem Segelflug an. Nach dem Studium fand er beim LSV Geratshof seine neue fliegerische Heimat. Von Geratshof erschließen sich die Nord- und Südalpen. Seitdem ist er der Faszination der Gebirgsfliegerei hoffnungslos verfallen. Genau dieser Umstand wird Becker in der Tatra sicherlich von großem Vorteil sein. Eine gute Platzierung sollte somit in Greifweite rücken.

Volker Sailer. Die Fliegerei ist für Volker Sailer seit er denken kann ein bestimmendes Thema. Bei seinem ersten zentralen Wettbewerb in Hockenheim flog sich das Mitglied des LSV Backnang-Heiningen im Teamflug mit Vereinskamerad Sven Killinger direkt in den D-Kader. Bei der Junioren- DM auf der Hahnweide erfolgte im Jahr 2008 der Sprung in den C- Kader. Im Land der tausend Seen erflog Sailer auf der Standard Libelle BW3 bei der Junioren-WM im finnischen Räyskälä 2009 auf Anhieb den Weltmeistertitel der Clubklasse. Nun erfolgt der Start im Gebirge. Darauf hat sich der Junior in den Französischen Seealpen vorbereitet. Neben dem Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart ist Sailer sportlich sehr aktiv. Radfahren, Schwimmen, Ultimate Frisbee halten ihn in Schwung. Auf dem Saxophon ist der Juniorenweltmeister ebenso fit. Neben dem Gespür für feine Klänge wird Volker in der Slowakei die besten Bärte aufspüren. Ein Spitzenplatz bei den Senioren dürfte machbar sein.

Felipe Levin. Juniorenweltmeister der Standardklasse wurde Felipe Levin bei der Junioren-WM in Räyskälä 2009. Im Jahr 2006 kam er in den Genuss, seinen Wehrdienst als Sportsoldat in der Sportfördergruppe Segelflug der Bundeswehr ableisten zu dürfen. Mit den Erfahrungen dieses Jahres gelang die Qualifikation zur Junioren-WM. Aber auch seinem Vater Thomas Levin, dem ehemaligen deutschen Motorseglermeister Frank Schmitt, Walter Binder und dem verstorbenen Hessischen Landestrainer Manfred Günther dankt Levin für ihre Unterstützung und damit der Sicherung seines fliegerischen Fortkommens. Beim LSV Homberg/Ohm freut man sich natürlich über den Erfolg des Juniors, der seinen WM-Titel auf Discus 2b errang. Den Sprung vom Flachland zum Gebirge wird Levin sicherlich ohne Probleme schaffen. Beim Pribina Cup 2007 (zweiter Platz 15-Meter-Klasse) hat sich der Hesse schon mal auf die kommende Landschaft der WM in Prievidza eingeflogen.

Sue Kussbach. Als Frauenweltmeisterin der Standardklasse empfiehlt sich Sue Kussbach. Das Mitglied der Luftsportfreunde 2000 Kamen/Dortmund verfügt über eine große fliegerische Erfahrung. 2000/2004/ 2006 wurde Sue jeweils Deutsche Frauenmeisterin der Standardklasse. Ebenso glänzte die LS-8-Pilotin bei der Frauen-WM 2002 mit der Silbermedaille und landete bei Deutschen Meisterschaften mehrmals auf den Rängen 2 bis 3. Für Sue Kussbach sind die Weltmeisterschaften in der Slowakei der fliegerische Höhepunkt des Jahres. Da sie durch ihren letztjährigen WM-Titel bereits zur Frauen-WM im Jahr 2011 in Schweden qualifiziert ist, kann Sue es verschmerzen, aus Termingründen nicht an der Deutschen Meisterschaft der Frauen in Zwickau teilzunehmen. Sie hofft in Prievidza auf gutes Wetter. Neben der Jagd auf Punkte schätzt sie dabei immer noch den puren Spaß am Segelfliegen und die dabei entstehenden Eindrücke.

Michael Sommer: Er kam, sah und siegte. So könnte man die letzten zwei WM-Auftritte in Eskilstuna/Schweden und Lüsse/Deutschland von Michael Sommer in der Offenen Klasse beschreiben. In Szeged hat Michael nun die Chance, seinen dritten WM-Titel in Folge zu erfliegen. Das Mitglied des SFC Möve Obernau wird in Ungarn mit dem brandneuen Himmelsrenner EB-29 an den Start gehen. Durch seine berufliche Tätigkeit bei Continental Automotive ist Michael derzeit in Shanghai/China tätig. So ist die Zeit zum Fliegen für ihn sehr kostbar geworden. Beim Hahnweidewettbewerb 2010 will sich Michael Sommer gezielt auf die WM vorbereiten. Die Freude am Fliegen überwiegt bei ihm, und so wird das Ganze in Ungarn entspannt angegangen. „Ich würde aber lügen, wenn ich sagte, dass mich der dritte Titel in Folge nicht reizt“, offenbart der zweifache Weltmeister.

Holger Karow. Ebenso seinen insgesamt dritten WM-Titel in der Offenen Klasse peilt Holger Karow von der Fliegergruppe Wolf-Hirth in Kirchheim/Teck an. Holger setzt auf den bewährten Nimbus 4 mit dem berühmten X am Leitwerk. Das Spitzenprodukt von Schempp-Hirth trug ihn schon zu vielen internationalen Erfolgen. In Ungarn nimmt Karow bereits an seiner fünften Segelflug-WM teil. Mitbewerber schätzen seine überlegte und klare Linie, die er in den am Himmel zieht. Holger ist gerne als Einzelpilot am Himmel unterwegs. Er lehnt den Teamflug aber nicht generell ab. In der Offenen Klasse fühlt sich der Berufspilot und Kapitän einer Boeing 737 schon immer wohl. Das flache Ungarn dürfte dem gebürtigen Hanseaten sicherlich liegen. Das Polnische Leszno, wo Karow im Jahr 2003 seinen zweiten WM-Titel erflog, ähnelt in der Landschaftsstruktur dem Wettbewerbsraum von Szeged. So ist Karow der Griff zur dritten WM-Krone ohne weiteres zuzutrauen.

Stephan Beck. Als aktueller Deutscher Vizemeister der Offenen Klasse, fliegt Stefan Beck vom LSV Bückeburg-Weinberg nun seine erste Segelflug-WM mit. Dass er auf internationaler Ebene kein Unbekannter ist, belegen seine Siege (2006/2008/2009) beim Internationalen französischen Militärsegelflugwettbewerb in Romorantin. Von Bückeburg aus schaffte Beck im Jahr 1999 ein angemeldetes 1000-km-FAI-Dreieck in Norddeutschland rund um Berlin herum. Der Hubschrauberlehrer bei der Bundeswehr (Standort Bückeburg) war gelegentlich auch als Trainer bei den Sportsoldaten tätig. Die Segelflug-DM in Mengen 2009 war für den ASW-22 BLE Piloten ein Top- Erlebnis, das nur schwer zu überbieten ist. Doch vielleicht bringt die WM in Ungarn eine weitere Steigerung. Ohne Favoritendruck ist schon mancher WM-Neuling kräftig durchgestartet. Freunde und die Familie werden Stephan dabei die Daumen drücken.

Werner Meuser. Nach der Segelflug-DM 2007 in Zwickau wollte der zweimalige Weltmeister Werner Meuser das Wettbewerbsfliegen eigentlich an den Nagel hängen. Doch so schnell gibt ein Hesse nicht auf. Nachdem die Wunden einer schlechten Platzierung nach und nach verheilten, kam der Kampfgeist des zweifachen Weltmeisters mit dem überzeugenden DM-Titel der 18-Meter Klasse in Mengen 2009 zurück. Mit seinem Himmelsrennpferd Ventus-2cxaJ darf man den Techniker beim Hessischen Rundfunk sicherlich zum engsten Favoritenkreis zählen. Denn international kann das Mitglied des KVfL Marburg auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. "Tief stapeln, hoch gewinnen“, lautet das Motto zur diesjährigen WM in Ungarn. Nach dem Titelgewinn in St. Auban/Frankreich 1997 und Mafikeng/Südafrika 2001 freut sich Werner Meuser nun auf neue Ziele. In der 18-Meter Klasse tummeln sich dabei zahlreiche Spitzenpiloten, die in dieser Klasse eine neue Herausforderung suchen. Durch intensive und konsequente Vorbereitung ist Werner äußerst zuversichtlich, zur WM in Ungarn perfekt in Form zu sein.

Reinhard Schramme. „Segelfliegen die große Leidenschaft“! Dieses Motto bestimmt das Leben von Reinhard Schramme seit dem 16. Lebensjahr. So absolvierte das Mitglied der LSV Bückeburg-Weinberg von 1979 an insgesamt 18 Deutsche Meisterschaften, neun Europameisterschaften, vier Vorweltmeisterschaften und die Segelflug-EM 2006 in Eskilstuna. Ein Europameistertitel, ein WM-Podiumsplatz und zwei DM-Titel können sich sehen lassen. Beruflich war Reinhard zum Ende seiner Berufslaufbahn als Kapitän einer Boeing 747 bei der Lufthansa unterwegs. Nun bleibt viel Zeit für den Segelflug. Mit dem zweiten Deutschen 18-Meter Piloten Werner Meuser verbindet Schramme seit Jahrzehnten eine Freundschaft. Man darf gespannt sein, was dieses neue harmonische Team der 18-Meter Klasse nun an den ungarischen Himmel zaubert. Schramme setzt dabei auf seinen Ventus-2cxaJ. Er ist seiner Familie sehr dankbar für die große Unterstützung und freut sich sehr auf die Weltmeisterschaften in Ungarn. Ein WM-Titel wäre sicherlich die Krönung einer großen Fliegerlaufbahn.

Georg Theisinger. Als Meister am Himmel kann man Georg Theisinger mit Recht bezeichnen. Drei Deutsche Meister Titel (2005/2007/2009) in der 15-Meter Klasse sprechen für die Klasse des Pfälzers, der Mitglied beim DJK SG Landau ist. Als Erfolgsrezept sieht Georg den konsequenten Teamflug mit Bruder Martin. Nach dem Pech bei der WM in Lüsse (Absaufer wegen starkem Abwind vor dem Abflug) will Georg in Ungarn nun auf die Erfolgsstraße in Richtung WM-Titel abbiegen. Als Sportgerät setzt er auf die ASW-27, die ihn schon mehrfach zu DM-Titeln trug. Mit Laufen und Tennismatchen gegen seinen Sohn bereitet sich Georg zusätzlich zur fliegerischen Komponente auch auf der Erde auf die WM vor. Mit Bruder Martin wird er als Konkurrent von seinen Mitstreitern sehr ernst genommen.

Martin Theisinger. "Mit 14 Jahren der erste Alleinflug, mit 15 Jahren durch den ersten Thermikflug unabwendbar vom Flugvirus infiziert", so beschreibt Martin Theisinger seine Empfindungen in Sachen Segelflug. Herausgekommen sind dabei mittlerweile vier WM-Teilnahmen. Wenn auch der brüderliche Teamflug bei der WM in Lüsse nicht ganz den erhofften Erfolg brachte, ist Martin überzeugt, dass im engen Teamflug in Ungarn nun der Knoten platzen könnte. So freuen sich beide Theisingers auf schnelle Flüge über dem flachen Land mit ihren schnittigen ASW-27. Wenn das Wetter nicht zu inhomogen ist und der Rolletfaktor keine Chance hat, ist Martin ebenso wie Bruder Georg ein heißer Titelaspirant in der anspruchsvollen 15-Meter Klasse. Zu Hause in der Pfalz fiebern die Mitglieder vom DJK SG Landau sicherlich kräftig mit.

Susanne Schödel. Als amtierende Frauenweltmeisterin der 15-Meter Klasse geht Susanne Schödel an den Start. Gleicher Ort und gleiche Klasse bringen einen gewissen Entspannungsfaktor, denn Susanne errang ihren Welttitel 2009 ebenfalls in Szeged und ist quasi schon auf Ungarn eingeflogen. Ihr himmlisches Rennpferd Ventus 2ax ist ihr ebenso vertraut. 1995 eröffnete sich ihr nach Jahren des Windsurfings mit ersten Schulstarts in Mainz-Finthen die Faszination Segelfliegen. „Ich wusste sofort, dieser Sport lässt Dich nicht mehr los“, so Susanne, die Gründungsmitglied und 1. Vorsitzende des Dr. Angelika Machinek Fördervereins Frauensegelflug ist. Nur mit Hilfe des Wetters schnelle Strecken ohne Motor zurückzulegen und dabei traumhafte Landschaften zu überblicken, ist für Susanne Schödel eine große Faszination. In Szeged strebt sie natürlich eine gute Platzierung an und freut sich, auch in der Männerdomäne mitmischen zu können.

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Der Deutsche Aero Club e.V. mit Sitz in Braunschweig ist als Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes sowie der Federation Aeronautique International der Dachverband der deutschen Luftsportler. Die Bundeskommission Segelflug ist innerhalb des Deutschen Aero Clubs mit allen sportartspezifischen Belangen des Segelflugs betraut.

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