(openPR) RAVENSBURG – Das Projekt "Sicherheit im Zuhause und unterwegs" in der Praxisphase: Nach dem offiziellen Projektstart im Januar begrüßten Projektverantwortliche unlängst interessierte ältere Menschen sowie Fachleute aus der Alten- und Behindertenhilfe im Rahlentreff (Liebenau - Leben im Alter) in Ravensburgs Weststadt. Die Besucher konnten sich über die Zukunftstechnologien in privaten Wohnungen informieren, die es älteren oder behinderten Menschen ermöglichen helfen, in der eigenen Wohnung zu leben. Wie weit neue Technik einsetzbar ist, wird derzeit erforscht.
Technik kann soziale Systeme unterstützen
"Technik soll intakte soziale Strukturen nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen", stellte Gerhard Schiele (Geschäftsführer der Liebenauer Altenhilfe) vorab klar. Er erläuterte den Besuchern eine Untersuchung der Berliner Charité, die besagt, dass ältere Menschen sehr wohl offen seien für Technik, vorausgesetzt, sie biete Sicherheit und ermögliche das Leben in der eigenen Wohnung.
Das Projekt "Sicherheit im Zuhause und unterwegs" geht mit der Erprobung einer neuen Generation von Sensortechnik einen großen Schritt Richtung Zukunft. Novum des Projektes sind Feldtests unter Realbedingungen, die als Ergebnisgrundlage dienen werden, wie Dr. Irene Maucher von T-Systems International erklärte. Bevor die Technik überhaupt zum Einsatz kam, mussten die Fachleute physikalische und verhaltensbezogene Parameter sowie Geodaten erheben und Situationen der Hilflosigkeit, Eigen- und Fremdgefährdung definieren. Weitere zu klärende Projektfragen beziehen sich auf die Ethik, den Datenschutz und die Informationssicherheit, ebenso auf zu erwartende Kosten und auf die modulare Erweiterbarkeit.
Bewegungsmelder erhöhen die Sicherheit
Grundsets, wie sie bereits auf dem Markt sind, beinhalten einen Melder für Küche, Bad, Flur sowie Wohnzimmer und Schlafzimmer und einen Komplett-Ausschalter, erläuterte Projektpartner Martin Reich (scemtec automation). Die Melder erfassen Wasser, Rauch, Bewegung und Temperatur. Vor Inbetriebnahme müssen die Geräte personenbezogen auf die Gewohnheiten, wie Aufstehen, Kühlschranknutzung, Bad- und Toilettengang, aber auch Wohnungstemperatur voreingestellt werden. Bei eintretenden Unregelmäßigkeiten, die ebenfalls vordefiniert sein müssen, wird Alarm ausgelöst. Besonders spannend wird es, wenn Technik so eingesetzt werden kann, dass sie auf das Horrorszenario Sturz reagiert. Alle Daten, so versichert Reich, bleiben in der Wohnung. Lediglich Warnsignale finden ihren Weg nach draußen auf einen entsprechenden Rechner.
Besucher zeigen sich interessiert
Zur Frage nach der Strahlung der Geräte, erklärte Reich, dass die gesamte Jahresstrahlung einem einminütigen Handytelefonat entspricht. Weil die Technologie nicht als Hilfsmittel von den Krankenkassen eingestuft ist, sind auch die Kosten von Interesse. Ein Grundset, bestehend aus Sensoren für jeden Raum, gibt es für knapp 2 500 Euro. Für Notsituationen außerhalb der Wohnung gibt es bereits ein Mobilteil, mit dessen großen roten Knopf die Alarmkette über das System in der Wohnung in Gang gesetzt wird. Sinnvollerweise sollte es mit einer Ortung versehen sein, um eine in Not geratene Person tatsächlich finden zu können.
Tester gesucht
Mit der Informationsveranstaltung wurde die nächste Phase des Projekts eingeläutet: Es werden ältere Personen oder Menschen mit Behinderung gesucht, die sich bereit erklären die Technik in ihrer Wohnung testen zu lassen.
Informationen:
Das Pilotprojekt "Sicherheit im Zuhause und unterwegs" ist in das bundesweite Förderprogramm mit dem Namen "E-Health@Home" eingebunden und startete Anfang des Jahres. Verantwortlich dafür sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Deutsche Luft- und Raumfahrt und T-Systems.
Wissenschaftlich begleitet wird das Forschungsprojekt von den Universitäten Bochum, Niederrhein und der Freien Universität Berlin. Zu den Projektpartnern vor Ort gehören neben der Stiftung Liebenau T-Systems (Telekom), scemtec automation, der Bau- und Sparverein Ravensburg und die Stadt Ravensburg.













