(openPR) Safe4Net GmbH, Potsdam und Uni Göttingen starten Forschungsprojekt zur besseren Versorgung schwerkranker Patienten in ihren eigenen 4 Wänden. Bisher mußten Sterbende ihre letzten Tage, oft gegen ihren Wunsch, in Kliniken verbringen.
Von Fachkräften optimal betreut und durch innovative Technologie unterstützt soll es zukünftig möglich sein, diese Zeit in Würde zu Hause zu verleben.
Die Versorgung von ambulanten Palliativpatienten in Deutschland, soll sich im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes unter Beteiligung der Safe4Net GmbH in Potsdam, dem Lehrstuhl für Palliativmedizin der Universität Göttingen und der deutschlandweit etablierten HOPE Qualitätssicherung (Hospiz und Palliativ-Erfassung) verbessern. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe entwickelt jetzt eine IT-Lösung, die unter Berücksichtigung der inhaltlichen und technischen Anforderungen eine optimale Versorgung der Palliativ-Patienten in ihren eigenen 4 Wänden ermöglicht.
Das Kooperationsprojekt wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft in Berlin verantworteten ZIM-Förderprogramms (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) über knapp 2 Jahre gefördert.
Die ambulante Palliativversorgung wird heute vielfältig diskutiert – Können Patienten mit einer schweren Erkrankung und hohem medizinischem und pflegerischen Aufwand auch zu Hause multidisziplinär, gut betreut werden? Die meisten Patienten möchten ihre letzten Tage zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung verbringen.
Seit 2007 haben ambulante Palliativpatienten einen Anspruch auf eine bestmögliche medizinische, pflegerische und psychosoziale Betreuung. Dieser Anspruch wurde unter dem Begriff SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung) erstmals im Sozialgesetzbuch V verankert.
Zurzeit werden in vielen Regionen „Palliative-Care-Teams“ gegründet. Die Teams aus qualifizierten Ärzten, Pflegenden (und weiteren jeweils individuell erforderlichen professionellen und ehrenamtlichen Mitarbeitern) haben Erfahrungen in der Versorgung schwerkranker und sterbender Patienten, kennen die Behandlungsmöglichkeiten, die Fragen von Patienten und deren Angehörigen.
Bisher existiert keine Kommunikations-Infrastruktur, die eine ortsunabhängige Zusammenarbeit zwischen den Versorgern z.B. zur Abstimmung einer optimalen Schmerzmedikation des Patienten sicherstellt. Auch liegen bisher erst wenige Informationen über die in diesem speziellen Versorgungsbereich notwendigen Anforderungen vor.
Im Rahmen des Projektes gibt es vier Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte:
1. Entwicklung eines wissensbasierten Versorgungs-Systems
- zur Ermittlung von Problemen und Wünschen eines Patienten und zur schnellen Optimierung seiner Betreuung durch alle Akteure
2. Entwicklung eines hochsicheren, schnellen Kommunikations-Systems
- zum unmittelbaren Austausch zeitkritischer Patienteninformationen über einen Basisdatensatz Palliativversorgung
3. Entwicklung eines lernenden Systems innerhalb des standardisierten Datenaustauschs zwischen den Teams
- zum Vergleich und zur Sicherung der Qualität der eigenen Arbeit, zur Weiterentwicklung der ambulanten Palliativversorgung und ihrer Versorgungsstrukturen.
4. Entwicklung einer RFID (Radiofrequenz-Identifikation) basierenden, hochsicheren Informations- Speichertechnologie - zum zeitversetzten und netzunabhängigen Austausch aktualisierter Befindens- und Medikationsdaten zwischen Arzt, Pflegenden und anderen autorisierten Versorgern im Hause des Patienten
Bereits im Sommer werden erste Praxistests mit den bis dahin erarbeiteten Instrumenten durch Palliative-Care-Teams erfolgen.





